Chemische Fabrik Kalk

Allgemeines

FirmennameChemische Fabrik Kalk
OrtssitzKöln
OrtsteilKalk
StraßeKalker Hauptstr.
Postleitzahl51103
Art des UnternehmensChemische Fabrik
AnmerkungenBis 1892 unter der Firma "Vorster & Grüneberg" (s.d.). Adresse 1929: Marzellenstr. 11 (Köln-Innenstadt) wird damals der Sitz der Verwaltung gewesen sein; Fabrik in der Kalker Hauptstr.
Quellenangaben[Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144] Internet: http://www.cfk-gmbh.de/cfk.htm
HinweiseEin früherer Dampfkompressor der Fabrik steht auf einer Grünanlage als "Denkmal" vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude (jetzt Malteser-Hilfsdienst) in der Kalker Hauptstr. 22-24




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
05.1858 Hermann Grüneberg schreibt am 29. Mai 1858 an seinen Freund Michels: "Der Staßfurter Abraum ist keine so schlechte Affäre, wie Sie sich vorstellen. Man hatte ja wohl die Last für 6 bis 7 Thaler verkauft. Es ist nämlich nichts einfacher, als aus diesem MgCl Salzsäure zu machen ...". Grüneberg läßt sich zunächst von der Königlichen Bergverwaltung 100 Zentner Abraumsalze nach Kalk liefern.
01.11.1858 Hermann Grüneberg und Julius Vorster unterzeichnen in Köln einen Gesellschaftervertrag. Der Chemiker Dr. Grüneberg hatte schon lange briefliche Kontakte zu dem Kölner Chemikalienhändler Julius Vorster (Westfalen 1809 - 1876) gepflegt, welcher mit Salpeter handelte. Dieser entwickelte eine spezielle Mischung aus Salpeter, Schwefel und Holzkohle, die Schwarzpulver ergab. Dieses Schwarzpulver war hauptsächlich für Bergbau, Eisenbahntunnelbau und Steinbrüche wichtig. Als Produktionsstandort wählen die beiden Unternehmer Kalk; die erworbene ehemalige Eisengießerei wird umgebaut. Die ersten Produkte sind Kalisalpeter als Hauptprodukt und Soda als Nebenprodukt. Grünewald wohnt auf dem Werksgelände
02.1859 Die beiden Unternehmer beginnen ihre Produktion von Kalisalpeter nach dem Grüneberg'schen Verfahren mit zehn Arbeitern.
1860 Nach Eröffnung des Steinsalzbergbaus in Staßfurt beginnt 1860 die bergmännische Erschließung der Kalilagerstätten, die bei der Suche nach Steinsalz zufällig gefunden wurden. Dr. Grüneberg läßt Abraumsalze aus einer alten Saline in Staßfurt nach Kalk schicken. Hier werden sie in Holzbottichen mit Dampf gelöst und aus der Lösung nach der Abkühlung auskristallisiert. Die so entstandenen Zwischenprodukte werden erneut gelöst und auskristallisiert, bis reines Kaliumchlorid entsteht. Das ist die erste fabrikatorische Verarbeitung roher Kalisalze und damit der Anfang der deutschen Kaliindustrie.
30.08.1862 Erteilung des preußischen Patents Nr. IV 8062 an Grüneberg für die Darstellung des schwefelsauren Kali aus dem Staßfurter resp. Anhaltinischen Abraumsalze
1865 Dr. Grüneberg und Julius Vorster erkennen frühzeitig, daß dem Markt neben Kali auch Phosphat und Stickstoff angeboten werden muß. Daher nehmen sie 1865 erstmals Ammonsulfat und Phosphat ins Produktionsprogramm auf.
1865 Es wird erstmals Pottasche nach dem sonst nur zur Sodaerzeugung angewandten Le Blanc-Prozeß produziert.
1876 "Vorster & Grüneberg" erhält ein Diplom auf der Weltausstellung in Philadelphia "For having first manufactured Potash and Potash salts according to Leblanc´s process on a manufactoring scale, and for the purity of the products exhibited".
1878 Grüneberg entwickelt einen Apparat zur Destillation von Ammoniak.
10.05.1878 Erteilung des Patents Nr. 5255 des Kaiserlichen Patentamtes vom 10. Mai 1878 für einen Apparat zur Gewinnung von Ammoniak-Salzen aus den bei der Gasproduktion anfallenden Gaswässern. Er wird auf der Frankfurter Ausstellung mit einer Goldenen Medaille ausgezeichnet.
10.05.1879 Grüneberg erhält vom kaiserlichen Patentamt ein Patent zur Darstellung von Schönit, einem Doppelsalz aus schwefelsaurem Kalium und schwefelsaurem Magnesium, beide gewonnen aus Staßfurter Abraum. Beide Komponenten stellt er in besonders hohen Reinheitsgraden her, wie von der Nachfrage verlangt. Sein Verfahren benötigt wenig Energie beim Eindampfen der Mischsalzlösung, was Kosten einspart.
1882 Grüneberg erhält vom kaiserlichen Patentamt ein Patent zur Extraktion von Schönit aus Kainit.
1892 Umbenennung aus "Vorster & Grüneberg" in "Chemische Fabrik Kalk G.m.b.H. in Köln" und Umwandlung in eine GmbH. Die Söhne der Firmengründer, Julius und Fritz Vorster sowie Richard Grüneberg, führen das Unternehmen weiter.
1892 Aufnahme der Kunstdüngerfirma Scheibler & Co.
1892-1893 Das Unternehmen investiert in neue Anlagen zur Herstellung von Schwefelsäure und Salpetersäure; die Superphosphatanlage wird erneut erweitert.
1930 Produktionsaufnahme des Stickstoff-Phosphor-Düngers KAMP
1953 Herstellungsbeginn des Dreikomponentendüngers KAMPKA, der zusätzlich eine Kalikomponente enthält.
1953 Die Salzdetfurth AG, die in der CFK einen dauerhaften Kaliabnehmer sieht, übernimmt 25 % an der CFK.
1957 Die Salzdetfurth AG stockt ihre Beteiligung auf 75 Prozent auf.
1960 Die Salzdetfurth AG übernimmt das Werk zu 100 Prozent.
1960 Nach der Übernahme durch die Salzdetfurth AG baut die CFK die Palette der angebotenen Düngemittel immer weiter aus und bietet darüber hinaus auch Futterphosphate für die Futtermittelindustrie an.
1970 Zusammenschluss zwischen der Kali und Salz AG und der Salzdetfurth AG. Die letztere bringt die CFK in das neue Unternehmen ein.
1971-1979 In den 70er Jahren steigert die CFK ihren Umsatz mit dem Düngemittel "KAMPKA" sowie mit Soda, Calciumchlorid, Feinchemi-kalien, Futterphospaten und Spezialdüngern (Blumen- und Gartendünger).
1971 Im Zuge der Neuorganisation der Kali und Salz AG überträgt die CFK den Verkauf der Spezialdünger an die COMPO.
Ende 1993 Die Produktion wird aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Ammoniak-Verbindungen 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144] 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144]  
künstliche Düngemittel aller Art 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144] 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144]  
Kalisalpeter 1858 Beginn ab Gründung      
Mineralsäuren 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144] 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144]  
Schwerchemikalien 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144] 1929 Chem Ind Dt Reich (1929/30) 144]  
Soda 1858 Beginn ab Gründung     als Nebenprodukt




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfkompressor 1922 Deutsche Maschinenfabrik AG
Dampfkompressor   unbekannt




Betriebsanlagen

Zeit Betr.-Teil Fläche bebaut Gleis Whs Betr. in Kommentar
1929 Köln-Kalk, -Nippes, Euskirchen 4071702   1      




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
    10     bei Beginn
1929 1092 903 189