R. Wolf Aktiengesellschaft

Allgemeines

FirmennameR. Wolf Aktiengesellschaft
OrtssitzMagdeburg
OrtsteilBuckau
StraßeFeldstr. 9/13
Postleitzahl39116
Art des UnternehmensLokomobilenfabrik
Anmerkungen1892: Zweiggeschäft in Berlin NW., Schiffbauerdamm 1; Besitzer: Kgl. Kommerzienrat Rud. Wolf; Prokurist: Ferd. Wolff; Dampf- u. Elektromotorbetrieb. Spezialität (um 1892): Lokomobilen mit ausziehbaren Röhrenkesseln. Um 1910 Büros in Brüssel: 230 Rue Royale; Paris: 44 Rue Fafayette; Lille: G. Hallez, 11 Place Simon Volland; Nancy: Ch. Milan, 164 Rue Jeanne d'Arc; Sedan; Lyon: E. Bourdet; Bordeaux: F. Carrier, L. Poutaix & Cie; Marseille: B. Dégenemont [?]. 1928 durch Fusion: "Maschinenfabrik Buckau R. Wolf" (s.d.)
Quellenangaben[VDI 56 (1912) 977] [125 Jahre Mf Buckau-Wolf (1963)] [Masch-Ind. (1939/40)] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 229] [VDI 50 (1906) 313+446]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
26.07.1831 Geburt von Rudolf Ernst Wolf als siebtes von neun Kindern. Sein Vater (aus einer Professorenfamilie) ist Lehrer für Mathematik, Geschichte und Griechisch am Domgymnasium in Magdeburg. Die Schulzeit von Rudolf beginnt ebenfalls an dieser humanistischen Bildungseinrichtung, aber ein Kindheitserlebnis, eine Dampferfahrt auf der Elbe, weckt in ihm Interesse für den noch jungen Maschinenbau und wird zum Grund für einen Schulwechsel zum Realgymnasium.
1862 Im Jahre 1862 gehen Aufträge von 4 Lokomobilen ein
1862 Für die Einzylinderlokomobile für Sattdampf werden von Hand verstellbare Flachschiebersteuerungen und Drosselregulierungen gebaut.
13.03.1862 Kauf eines Fabrikgrundstücks an der Feldstraße in Buckau für 2900 Taler vom Provinzial-Schulkollegium verwalteten Vermögen des ehemaligen Kloster Berge. Wolf muß zunächst die Verpachtung an einen Meister der Feilenfabrik von Watson für 500 Taler ablösen.
18.03.1862 Nur fünf Tage nach dem Grundstückskauf beginnt der Bau des Fabrikgebäudes, eines Wohnhauses und eines kleinen Verwaltungsbaus. Von der Firma G. Kuhn in Stuttgart-Berg bezieht Wolf eine 8-PS-Lokomobile, von verschiedenen Maschinenfabriken einige Werkzeugmaschinen, u. a. eine selbsttätige Zylinder- und Schraubendrehbank, eine Kurzhobelmaschine mit Parallelschraubstock und eine kleine handbetriebene Drehbank.
17.04.1862 Lieferung einer Lokomobile durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg, wo R. Wolf vorher gearbeitet hatte.
26.04.1862 Das Richtfest des Fabrikgebäudes wird gefeiert.
28.04.1862 Das Wohnhaus und das Verwaltungsgebäude feiert Richtfest.
15.06.1862 Der erste Arbeiter der Firma, Herr Wilhelm Hosse wird eingestellt.
16.06.1862 Gründung einer Maschinenfabrik durch Rudolf Ernst Wolf mit sechs Arbeitern. Wolf bemüht sich erfolgreich um Aufträge für seine junge Firma. Die erste von ihm gebaute Lokomobile ist eine Einzylindermaschine für Sattdampf mit vier PS Leistung, sie besitzt eine Planrostfeuerung und einen ausziehbaren Röhrenkessel mit 44 Heizröhren. Die konstruktive Ausführung der ersten Lokomobile gewährleistet einen vergleichsweise niedrigen Dampfverbrauch. - Diese erste Lokomobile arbeitet zweieinhalb Jahrzehnte zur vollen Zufriedenheit des Betreibers.
16.06.1862 Es wird zum erstenmal in der neuerbauten Fabrik gearbeitet.
30.12.1862 Bau der ersten fahrbaren Lokomobile
1862 Die Firma zählt 25 Beschäftigte (5 Tischler, 2 Schmiede, 1 Helfer, 2 Dreher, 1 Zeugschmied, 6 Schlosser, 1 Hobler, 1 Bohrer, 1 Maschinist, 2 Arbeiter, 1 Wächter und 2 Lehrlinge).
1863 Das Geschäftsjahr bringt nur sehr wenig neue Arbeit, doch die Firma ist mit der Fertigstellung der bereits bestellten Lokomobilen noch gut beschäftigt.
1864 Das zunächst nur einstöckige Fabrikgebäude wird aufgestockt.
1865 Die Firma nimmt in Merseburg an einer ersten Ausstellung teil und erhält den Preußischen Staatspreis in Silber.
1867 Das Wohnhaus Wolfs wird nach nur fünf Jahren abgerissen und durch einen großzügigen Neubau ersetzt. - Hier lebt Wolf bis 1889.
1867 R. Wolf baut eine 20pferdige Lokomobile.
1868 Es wird eine Kesselschmiede eingerichtet. - Die Kessel für die ersten Lokomobilen bezog Wolf aus Köln-Deutz von der Firma Van der Zypern & Charlier.
1869 In den Katalogen der Firma werden ortsfeste Dampfmaschinen in 14 Größen, und zwar für Leistungen zwischen 2 und 60 PS angeboten.
01.11.1870 bis 31.12.1870 R. Wolf liefert für die Magdeburger Kasematten, in denen die französischen Gefangenen untergebracht sind, 11 Heizkessel.
1871 Die Firma zählt 87 Beschäftigte.
1871 R. Wolf liefert die erste Lokomobile ins Ausland.
1872 Ingenieur Gottfried Wegener tritt in die Firma R. Wolf ein.
1872 Ein neues Maschinenhaus und eine neue Montagehalle werden gebaut.
1872 Seither werden in Zusammenarbeit mit dem Bohrinspektor Karl Köbrich Bohranlagen nach dem Körbrich'schen Verfahren geliefert. Mit Hilfe der von Wolf gebauten Anlagen entstehen die zu dieser Zeit tiefsten Bohlöcher der Erde in Schladebach mit 1748,4 m und später in Paruschowitz in Oberschlesien mit 2002 m.
1872 Erweiterung des Grundstücks. - Der dort für Wolf zunächst geschaffene Garten wird jedoch nach und nach für Zwecke der Produktion genutzt.
1873 R. Wolf verwendet bei seinen Lokomobilen eiserne Räder, statt wie bisher Holzräder.
1873 Der erste Dampfhammer wird in der Schmiede des Buckauer Werkes aufgestellt.
1873 R. Wolf stellt einen besonderen Maschinenkalkulator, den Kaufmann albert Ballewski, ein, um eine genaue Selbstkostenberechnung zu erhalten. - Ballewski erweist sich als ausgezeichneter Fachmann. Er verfaßt, basierend auf seinen gewonnenen Erfahrungen, das 1905 veröffentlichte Buch "Der Fabrikbetrieb", das mehrfach aufgelegt wird.
1874 Anwendung der Expansionsschiebersteuerung bei Lokomobilen
1874 R. Wolf baut in seine Lokomobilen die erste Rider-Steuerung ein.
1874 Für die Einzylinderlokomobile für Sattdampf wird die von Hand verstellbare Meyersche Expansionssteuerung mit Drosselregulierung gebaut.
1874 Fertigstellung der 500. Lokomobile von R. Wolf.
1874 R. Wolf bietet die Herstellung von Zentrifugalpumpen an.
1874 Geburt des ältesten Sohnes Rudolf. - Er tritt später in die Firma ein.
01.11.1874 Die Drucksachen R. Wolfs heben Dampfkesselanlagen nach dem "Dreikesselsystem" hervor.
1876 Der Reeder Andreae, der die Fluß- und Kanalschiffahrt nach Stettin betreibt, bittet R. Wolf, ihm auch Schiffsschrauben zu liefern.
1880 R. Wolf erziehlt mit einer 10-PS-Lokomobile bei dem ersten in Deutschland abgehaltenen internationalen Lokomobilenwettbewerb in Magdeburg die günstigsten Ergebnisse und gewinnt damit den ersten Preis.
01.04.1880 Herr Ferdinand Wolff tritt in die Firma R. Wolf ein.
1881 Eine Pensions-, Witwen- und Waisenkasse wird von R. Wolf gegründet.
1881 Fertigstellung der 1000. Lokomobile von R. Wolf.
1882-1912 Adolf Mertz arbeitet von 1882 bis 1912 als verdienstvoller Konstrukteur für die Firma R. Wolf.
1883 Versuche mit der ersten Wolf'schen Verbundlokomobilen auf dem internationalen Lokomobilenwettbewerb 1883
1883 R. Wolf führt seine erste Verbundlokomobile auf dem internationalen Lokomobilenwettbewerb in Berlin vor.
1883 Eine neue Halle wird gebaut, die als Reparaturwerkstatt dient.
01.02.1883 Es wird Ferdinand Wolff zusammen mit Ingenieur Arnold Weese Prokura erteilt.
1886 Heinrich Storck stellt sein wertvolles Können in den Dienst der Firma R. Wolf.
1887 R. Wolf feiert in der neuen Montagehalle das 25jährige Bestehen der Firma.
1887 Eine besonders große Werkstatt, die für die Montierung der Lokomobilen bestimmt ist, wird eingeweiht.
1887 Wolf kauft die Lokomobile Nr. 1 zurück. Sie dient weitere 15 Jahre als Antriebsmaschine in der Tischlerei der Maschinenfabrik.
1888 Rudolf Wolf erleidet einen Schlaganfall, worunter seine Arbeitsfähigkeit stark leidet, so daß er an der Entwicklung seines Unternehmens persönich nur noch eingeschränkt teilnehmen kann. Große Teile der Leitungsfunktion werden von den leitenden Angestellten des Unternehmens, Ferdinand Wolff, der auch Direktor der Firma wird, und Arnold Weese, übernommen. Im technischen Bereich tun sich Arminius Rauschenbach und der leitende Konstrukteur Gottfried Wegener hervor.
1888 Fertigstellung der 2000. Lokomobile von R. Wolf.
ab ca. 1888 Es entstehen Büros im deutschsprachigen Raum: in Berlin, Breslau, Frankfurt am Main und Köln
1889 R. Wolf führt die hydraulische Nietung in den Werkstätten ein.
1889 Lieferung von drei ortsfesten Dampfmaschinen zur Erzeugung elektrischen Stroms für das Königliche Schloß in Berlin
1891 Bau einer neuen Schmiede.
1891 Die Werkstätten werden nach Westen bis zur Eisenbahnlinie Magdeburg-Leipzig erweitert.
1891 Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes
1891 Beteiligung an der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt am Main
1892 Bau einer neuen, großen Maschinenhalle an der nördlichen Grundstücksgrenze
1892 Beteiligung an der Ausstellung in Plovdiv, wo sich das Unternehmen erstmals im Ausland präsentiert.
1893 Beteiligung an der Weltausstellung in Chicago
01.04.1893 Die Büros im deutschsprachigen Raum werden seither als Filialen geführt.
1894 Errichtung eines geräumigen Modellhauses.
ab 1894 R. Wolf beginnt, Vertretungen im nichtdeutschsprachigen Ausland zu eröffnen, die zum Teil später (wie die in Deutschland) als Fialen geführt werden. Büros entstehen in Moskau, London, Mailand, Sankt Petersburg, Madrid, Kiew, Brüssel, Lodz, Warschau, Charkow und weiteren europäischen und nordafrikanischen Ländern.
1895 R. Wolf baut Verbundlokomobile mit Kondensation auf Tragfüßen.
1895 Fertigstellung der 5000. Lokomobile von R. Wolf.
1895 Die Firma pachtet ein Gelände von 16.000 qm an der Elbuferbahn in Buckau. Dort werden mehrere große Lagerhallen gebaut, in denen fertiggestellte Lokomobilen und Holz gelagert werden.
1895 Für Beamte und Arbeiter von R. Wolf, Magdeburg, werden Kur- und Erholungshäuser in Braunlage im Harz gegründet.
1896 Es werden erstmals Verbund-Lokomobilen für 10 at und 125 U/min ausgeführt
1896 Bau einer Versuchsanlage für hochüberhitzen Dampf
1896 Es werden die ersten Versuche mit überhitztem Dampf vorgenommen.
1896 Vergrößerung des 1872 erbauten Maschinenhauses.
1896 Auf der Berliner Gewerbeausstellung erhält Wolf die nur selten verliehene Auszeichnung der Königlich Preußischen goldenen Staatsmedaille für gewerbliche Leistungen.
1897 Errichtung eines vierstöckigen Fabrikgebäudes für die verschiedensten Bearbeitungswerkstätten und Schlossereien.
1898 Es erfolgt die betriebssichere Anwendung von hochüberhitzem Dampf bei Lokomobilen
1898 Die erste Einzylinderlokomobile für Heißdampf wird gebaut.
1899 Kauf eines 7 ha großen Ackergrundstücks südlich von Magdeburg in der Salbker Feldmark, 145.169 qm für die Bebauung ausnutzbar
1899 Gründung einer Arbeiterunterstützungskasse.
12.01.1899 Der Kreisausschuß Wanzleben gewährt eine Konzession zum Bau einer Maschinenfabrik, Kesselschmiede und Eisengießerei auf der Gemarkung Salbke. - Die schlechte Konjunktur zur Jahrhundertwende verzögert den Bau bis 1905.
12.1899 Da die Bauzeit für das Wasserkraftwerk der Firma "Gebr. Mayer & Comp., Altbach" auf mehrere Jahre veranschlagt ist, wird auf Dampfkraft zurückgegriffen. Eine Compound-Halblokomobile, System Wolf, mit einem Drehstromgenerator von 140 kW wird angeschafft und Ende 1899 in den Lagerräumen der Papierfabrik aufgestellt.
1900 Ferdinand Wolff wird zum Direktor der Firma R. Wolf ernannt.
1900 Abschluß der wesentlichen Bauten auf dem Buckauer Gelände
1900 R. Wolf stellt auf der Pariser Weltausstellung die Verbundlokomobile mit Kondensation auf Tragfüßen aus.
1900 Es wird ein neuer Katalog über ortsfeste Dampfmaschinen bei Leistungen zwischen 4 bis 300 PS herausgegeben.
1900 Die Vertretungen von R. Wolf, Magdeburg, in Deutschland werden durch das Zweigbureau in Leipzig ausgebaut.
1901 Es wird die erste Heißdampflokomobile, eine Verbundmaschine, die mit einer Kesselspannung von 12 at arbeitet verkauft.
1903 R. Wolf baut Heißdampf-Tandemlokomobile mit zweifacher Überhitzung und mit normalen Leistungen von 20 bis 70 PS.
1903 R. Wolf führt die ersten Druckluftwerkzeuge ein.
1904 Es wird ein Bauplan aufgestellt, bei dem besonders auf die Transportverhältnisse für die Rohstoffe und die Fertigprodukte Rücksicht genommen wird.
1904 Gründung einer Beamtenunterstützungskasse.
1905 Fertigstellung der 10 000. Lokomobile von R. Wolf.
1905 Die Vertretungen von R. Wolf, Magdeburg, in Deutschland werden durch das Zweigbureau in Hamburg weiter ausgebaut.
01.03.1905 Beginn des Baues neuer Fabrikanlagen zum Bau von Landmaschinen in Salbke. Es entsteht zunächst eine Prüfhalle für Lokomobile und eine Lagerhalle. Die in der Prüfhalle von den Lokomobilen erbrachte Leistung wird zur Gewinnung elektrischen Stroms genutzt. - Planungen zum Werksneubau liefen bereits seit 1899, wurden aber durch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung um die Jahrhundertwende nicht begonnen, und die Konzession wurde Jahr für Jahr verlängert.
um 1905/06 In Salbke entstehen eine Kesselschmiede, eine Montage für große Lokomobilen und eine Werkstatt zur Bearbeitung von Gußteilen. - Es folgen bald das Zentralmagazin und ein Verwaltungsgebäude mit Speisesälen.
1906 Überweisung der 1. Lokomobile (zurückgekauft) an das Deutsche Museum
1906 In Moskau wird eine Filiale von R. Wolf, Magdeburg, eröffnet.
1907 Ingenieur Arminimus Rauschenbach stirbt.
1907 R. Wolf baut für größere Leistungen Heißdampf-Tandemlokomoble mit zweifacher Überhitzung und Kondensation.
1907 Gründung eines Werkvereins.
1907 Die Eisengießerei wird eingerichtet.
1907 In London wird eine Filiale von R. Wolf, Magdeburg, eröffnet.
1908 Der erste Arbeiter der Firma, Herr Wilhelm Hosse wird pensioniert.
1908 In Mailand wird eine Filiale von R. Wolf, Magdeburg, eröffnet.
26.05.1908 Die Eisengießerei wird in Gegenwart von R. Wolf Betrieb genommen. Sie hat eine Grundfläche von 6560 qm und einer Kapazität von jährlich 8000 t.
01.09.1908 bis 31.10.1908 Die Entwicklung des Dreschmaschinen- und Strohpressenbaues macht es nötig, für diesen Fabrikationszweig im September/Oktober eine selbständige Werkstätte zu erbauen.
1909 Die Werkstätten des Dreschmaschinen- und Strohpressenbaues werden in Betrieb genommen.
1909 In Wien wird eine Filiale eröffnet.
1909 Die Modelltischlerei wird von Buckau nach Salbke verlegt und hat eine Fläche von 1425 qm, und das Modelllager hat eine Grundfläche von 2420 qm.
1910 Die Metallgießerei für NE-Metalle wird in Betrieb genommen.
20.10.1910 Tod von Rudolf Ernst Wolf in Magdeburg
1911 Es wird eine Verbundlokomobile für Heißdampf mit einer Gesamtleistung von 90 000 PS [???] geliefert.
1911 Fertigstellung der 15 000. Lokomobile von R. Wolf.
1911 Auf einem R. Wolf gehörigen Grundstück auf der dem Werk Buckau gegenüberliegenden Seite der Feldstraße wird eine geräumige Kraftwagenhalle mit Pferdeställen und Chauffeur- und Kutscherwohnungen erbaut.
1911 Auf dem Gleisanschluß des Salbker Werkes werden durchschnittlich 16 Eisenbahnwagen täglich befördert, zusammen 4 853 Wagen im Jahr.
1911 Die Firma zählt 3374 Beschäftigte.
1913 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft
1913-1939 R. Wolf bzw. Buckau-Wolf liefern zwischen 1913 und 1939 fünf Lokomobilen nach Kortrijk: 2 Einzylinder mit 23 und 65 PS und drei Maschinen mit 30, 92 und 100 PS. Drehzahl 180 bis 238 U/min
1. Weltkrieg Während des Krieges Erwerbung der Ascherslebener Maschinenbau AG
01.06.1915 bis 31.12.1916 1915/16: Übernahme der Lokomotivfabrik Chr. Hagans, Erfurt
19.03.1923 Patent Nr. 371753 für eine Dreifach-Expansions-Dampfmaschine. Die Vorteile des Schlitzauslasses im Kolbenlauf kommen nur im Niederdruckzylinder zur Geltung, während dieselben in höheren Druckstufen einer mehrfachen Expansionsmaschine hauptsächlich deshalb nicht zur Wirkung kommen können, weil hier infolge der Spitzenexpansion auf große Auslaßquerschnitte kein besonderer Wert zu legen ist und weil die Rücksicht auf dien Verlauf der Kompressionslinie die Anwendung kleiner Kompressionsgrade im Gegensatz zu der durch die Lage der Schlitze bedingten großen Kompression
des Gleichstromzylinders von rund 90 Prozent fordert. Im Zusammenhang mit der Anwendung hoher Dampfspannung erweist sich die Anwendung dreistufiger Expansion geboten. Gegenstand der Erfindung ist eine Dreifach-Expansionsmaschine mit nebeneinanderliegenden Zylindern, bei der die eine Maschinenseite durch einen langen Niederdruck-Gleichstromzylinder gebildet wird, während die andere Maschinenseite in an sich bekannter Weise aus in Tandemanordnung hintereinanderliegenden Hoch- und Mitteldruck-Wechselstromzylindern von normaler Baulänge besteht. Durch diese Anordnung wird der Vorteil erzielt, daß die Summe der Massenkräfte des Hoch- und Mitteldruckzylinders annähernd denjenigen des Niederdruckzylinders mit langem Kolben entspricht. Die Baulänge des Hoch- und Mitteldruckzylinders ist hierbei entweder genau oder annähernd gleich derjenigen des Gleichstrom-Niederdruckzylinders, so daß sich bei bester Zugänglichkeit der annähernd in eine Ebene gerückten Zylinderdeckel eine geschlossene Bauform ergibt.
1928 Erweiterung der Interessengemeinschaft zur Vollfusion mit der "Maschinenfabrik Buckau AG"




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Dampfkessel 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1905 [Mengebier (1905)]  
Dampfmaschinen 1869 Katalog 1900 noch im Katalog 1869: in Größen von 2 bis 60 PS, letztere kosteten 5.400 Taler. Bedeutung ging gegenüber Lokomobilen zurück.
Heißdampf-Dreschsätze 1909 Beginn 1908/09 1911 Letzte Erwähnung  
landwirtschaftliche Maschinen 1905 Erste Erwähnung   Letzte Erwähnung Widersprüchlich: "1902 mit dem Bau des neuen Werkes in Salbke mit der eigenen Dreschmaschinenkonstruktion und -produktion begann." [Magdeburger Biographisches Lexikon (Internet)]
Lokomobilen 1862 Beginn (Gründung) 1928 Ende (Fusion)  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Lokomobile 17.04.1862 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Lokomobile 1862 R. Wolf Aktiengesellschaft
Lokomobile 1862 R. Wolf Aktiengesellschaft
Lokomobile vor 1905 R. Wolf Aktiengesellschaft




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1862   16      
bei Beginn (1862)   6      
Ende 1862 30        
1865 40        
1867 45        
1871 87       auch 95 angegeben [Jahrbuch für Wirtschaftsgesch]
1876 4       infolge des Gründerkrachs
1880 100       nach verbesserter Auftragslage
1884 280        
1886 450       1886/87 wurde mit Nachtschichten gearbeitet
1888 550       1886/87 wurde mit Nachtschichten gearbeitet
1890 770       Mit 770 Arbeitern wurden 336 Lokomobile
1892 1000       in der Quelle als "Arbeiterzahl" bezeichnet
1894 900        
1898 1200        
1910 3100       über 3100
1911 3374 2837 537   Im Durchschnitt
1912 3400       fast 3400 Personen, Umsatz 19,5 Millionen Mark
1916         Kriegsbedingt im Buckauer Werk 204 Frauen und in Salbke 510, wobei auch in Nachtschichten gearbeitet wurde




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1918 Anschluß (Namensverlust) zuvor Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co. im 1. Weltkrieg: Mf Aschersleben zu "R. Wolf"
1928 Zusammenschluß, neuer Name danach Maschinenfabrik Buckau R. Wolf AG Mf Buckau + "R. Wolf"




Allgemeines

THEMAProduktion
TEXTDie Fortschritte im Bau von Lokomobilen vollzogen sich auf den von Wolf geschaffenen Grundlagen. Außer Lokomobilen stellte die Maschinenfabrik von W. auch komplette Einrichtungen für Zuckerfabriken und Brauereien her sowie Anlagen für Tiefbohrungen, Kreiselpumpen u. a. Er achtete persönlich darauf, daß in den Werkstätten sorgfältig und genau gearbeitete wurde. Darauf bezog sich der häufig von ihm geäußerte Satz: "Sauber, nur sauber, ganz gleich was es kostet!"