Dingler'sche Maschinenfabrik

Allgemeines

FirmennameDingler'sche Maschinenfabrik
OrtssitzZweibrücken
Postleitzahl66482
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenSeit 1897 in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "Dinglersche Maschinenfabrik Akt.-Ges., Maschinenfabrik, Eisengießerei, Kesselschmiede ..." umgewandelt. Seit 1935 unter der Firma "Dinglerwerke Aktiengesellschaft" (s.d.). Lt. Auskunft der Fa. Mannesmann-Demag und von Herrn Ludwig (ehem. Betriebsleiter) sind keine nennenswerten Archivalien von Dingler erhalten geblieben.
Quellenangaben[100 Jahre Dingler 1827-1927 (1927)] [Matschoß: Entw. Dampfmasch (1908) II, 194] [Rothenberger: Dampfmaschine in der Pfalz; Mit Hist Verein Pfalz 95 (1997) 301]
HinweiseWeitere Quellen: [Wiener Weltausstellung, Amtlicher Katalog (1873) 459]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1802 Geburt des Firmengründers, Christian Nikolaus Dingler
1826 Gründung der "Dingler'schen Maschinenfabrik" als mechanische Werkstatt durch den Mechanikus Christian Nikolaus Dingler, der mit zehn Arbeitern Buchdruckpresse, Öl- und Schneidemühlen herstellt. - Seine Buchdruckpressen werden überall hin verkauft, bis die moderne Schnellpresse sie ersetzt und der selbst sich anderen Fabrikationszweigen zuwendet.
1833 Chr. Dingler erwirbt den Gutshof "Schönhof", richtet die vorhandenen Gebäude für Zwecke der Fabrikation her und beginnt nun dem Bau von Pumpen, Feuerspritzen und hydraulischen Pressen.
1838-1839 Eröffnung der Gießerei (1838 oder 1839), wozu ihn die schlechten Straßen bewegen
1838 Ingangsetzung der ersten Betriebsdampfmaschine
18.09.1838 Entschließung der Königlichen Regierung, daß den Klagen der Nachbarn wegen der Rauch- und Rußbelästigung nicht stattgegeben wird.
1839 Aufstellung der ersten Dampfmaschine für die Gießerei, eine Balanciermaschine Watt'schen Typs mit 12 PS Leistung. Es ist unsicher, ob diese selbst gefertigt ist.
1840-1849 Baubeginn von Dampfkesseln in den 1840er Jahren
1840 In Betrieb gehen Gießerei und Kraftzentrale.
1843 Baubeginn von Dampfmaschinen wenn nicht 1839, dann sicher 1843 - die erste pfälzische Dampfmaschine mit Balancier mit 20 PS Leistung. Sie wird zum größten Teil von Hand gefertigt.
1844 Der erste Dampfkessel verläßt das Werk.
1848 Die Werksanlagen werden vergrößert.
1848 Herr Professor Selinger von der Polytechnischen Schule Augsburg wird technischer Direktor des Unternehmens.
1853 Ein großer Brand zerstört die Fabrik
1853 Es gelingt, die zerstörte Fabrik in sechs Wochen wieder aufzubauen
1853 Das Werk umfaßt einen Flächenraum von 13.000 m², davon 5.000 m² überbaute Fläche
1854 Haindl erhält eine neue Papiermaschine von Dingler
1857 Die technische Leitung geht in die Hände von Herrn Ingenieur J. B. Wolf über.
1857 Das Werk wird an das Pfälzisch-Saarbrückener Eisenbahn-Verkehrsnetz angeschlossen.
1858 Tod des Firmengründers
1858 Die erste große Kolbendampfmaschine mit 1 000 mm Hub verläßt das Werk.
Frühjahr 1860 Im Frühjahr [VDI (1905)] oder 1861 [Rothenburger]: Einstellung von Ludwig Erhardt bei Dingler
1862 Die Fabrik tritt mit vorzüglichen Dampfmaschinen auf der Ausstellung in London auf.
1862 Die Firma Dingler erhält auf einer Ausstellung in London hohe Auszeichnungen.
1865 Johannes Klein beginnt als Schlosser in der Dingler'schen Maschinenfabrik für 12 Kreuzer Lohn je Tag.
1866 Die Herren Dingler und Wolf müssen Johannes Klein eröffnen, daß sie nach Ablauf des praktischen Jahres keine Arbeit für ihn haben, denn die Geschäfte gehen nach dem Krieg von 1866 schlecht. Er erhält die vorzüglichsten Zeugnisse
1867 Ausstellung einer Dingler-Dampfmaschine mit Expansionssteuerung von Ehrhardt auf der Weltausstellung in Paris, die mit einer silbernen Medaille ausgezeichnet wird. Hierbei ist zwischen Schieberschubstange und Schieberstange des Expansionsschiebers ein einarmiger Schwinghebel geschaltet, dessen Hebellänge durch ein Gleitstück mit Schwalbenschwanzführung durch den Regler verändert werden kann. Ein zweiter Exzenter bewegt den Grundschieber. Ehrhard profitiert von seinem dreimonatigen Aufenthalt in Paris, während dessen er die Dingler-Maschine auf- und abbaut, und macht Studien in den Pariser Sammlungen und auf der Ausstellung selbst.
1869 Die Firma erhält auf der Weltausstellung in Paris hohe Auszeichnungen.
1869 Die erste Dingler-Fördermaschine mit 1.600 mm Hub beginnt auf einer Saargrube ihren Betrieb.
de 1869 Im Zeitabschnitt 1857 bis Ende 1869 wurden 110 Dampfmaschinen mit zusammen 2.000 PS Normalleistung hergestellt, worunter sich solche mit Einzelleistungen von 150 PS bei 1250 mm Kolbenhub befinden.
1870 Der erste Hochofen geht in Betrieb.
1872 Sehr bedeutende Erweiterung der Werke
1873 Ausstellung einer Dingler-Verbunddampfmaschine von Ehrhardt mit rotierender Kegelhahnsteuerung in Wien
1873 Eine Doppel-Dampfmaschine kommt auf den Markt. Sie arbeitet mit 10 bar Druck bei 120 U/min.
1873 Die Firma erhält auf der Wiener Weltausstellung für die erste Doppel-Dampfmaschine die höchste Auszeichnung, das Ehrendiplom.
1876 Die erste Gabelmaschine (Fabr.-Nr. 544) verläßt die Werkstatt. Sie gehört zu eine Reihe von bloß 2 Modellen von 3 und 4 PS, hat eine eckige Form und eienn einzigen Verteilschieber mit Drosselregulator. Von diesen zwei Modellen werden 37 Stück erstellt.
01.04.1876 Erhardt verläßt die Firma Dingler, um die Maschinenfabrik Schleifmühle zu gründen.
27.10.1877 Patent D.R.P. 1304 an die Dingler'sche Maschinenfabrik für eine Methode der Kupplung einer Kurbeldampfmaschine mit einer durch dieselbe zu betreibenden Luftdruckpumpe. Wenn eine Luftcompressionspumpe mit Dampfkraft betrieben werden soll, unter Anwendung starker Expansion des Dampfes, so wird bei der gebräuchlichen direkten Verbindung von Dampf- und Luftkolben ein, im Verhältnis zur Nutzleistung außerordentlich großes Schwungrad nötig. Für die vorliegende Anordnung reduziert sich die Schwungradarbeit sehr beträchtlich. Je nachdem Dampfspannung und Luftdruck gegeben sind, muß hier der Dampfzylinder und dessen Füllung dem Luftpumpenzylinder entsprechend, mit Rücksicht auf möglichst gleichförmigen Gang, bestimmt werden. Die Wirkungsweise der Maschine wird so angeordnet, daß die Differenzen zwischen Dampfkolbendruck und Luftkolbendruck auf der Kurbel in tangentialer Richtung möglichst klein sind. Zu diesem Zwecke werden Dampfkolben und Luftpumpenkolben von zwei verschiedenen Kurbeln bewegt, die auf einer gemeinschaftlichen
Schwungradwelle festsitzen. Diese Kurbeln müssen für jeden besonderen Fall um einen ganz bestimmten Winkel gegeneinander verstellt sein, damit der Gang der günstigste ist. Die Bestimmung dieses günstigsten Verkupplungswinkels kann man graphisch ausführen, indem man die Indikatordiagramme von Dampf- und Luftkolbendruck in die ensprechenden Tangentendruckdiagramme mit Berücksichtigung der Reibungswiderstände verwandelt.
1879 Die technische Leitung der Firma Dingler wird vom Ingenieur Johannes Franziskus Meyjes übernommen.
de 1879 Bis Ende 1879 steigt die Zahl der glieferten Dampfmaschinen auf 637 mit zusammen 12.000 PS Normalleistung.
1880 Die erste 200 PS Dampfmaschine verläßt das Werk.
1881 Die erste Maschine mit Ventilsteuerung verläßt das Werk.
1882 In den Werkstätten wird die elektrische Beleuchtung eingeführt.
1882 Die zweite Reihe von Gabelmaschinen wird gebaut. Sie umfaßt 15 Modelle vom 3 - 25 PS, hat abgerundete Hohlgußformen, Ridersteuerung udn Porterregulator. Von diesen Modellen werden 444 Stück erstellt.
1888 Der Bau von Kompressoren wird aufgenommen.
16.06.1888 Baubeginn (?) einer Dampfluftpumpe durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1891 Das Werkareal wird vergrößert.
1894 Dingler erwirbt die Heißdampf-Patente von Wilhelm Schmidt und nimmt daraufhin eine Neukonstruktion aller Dampfmaschinentypen vor. Man unterscheidet zwei Haupttypen: Gabeldampfmaschinen mit Achsenregler (System Doerfel-Proell) in neun Größen mit Leistungen von 10 bis 200 PS (die kleineren mit Einkammer- und die größeren mit Zweikammer-Kolbenschieber, System Doerfel; bis 1927 rd. 2.000 Stück gebaut; die Maschinen werden fertig montiert angeliefert); Bajonettdampfmaschinen, zunächst mit zwangläufiger Rolldaumen-Ventilsteuerung, später (für Dampfdrücke bis zu 35 und 60 bar) mit Proell'scher Kolbenventilsteuerung und Proell-Achsenregler.
1895 Sehr bedeutende Erweiterung der Werke
1896 Die neue Reihe von Gabelmaschinen kommt heraus. Sie hat geschlossene Rahmenformen, Kolbensteuerung und Achsenregulator und wird in 7 Modellen von 7 - 75 PS gebaut. Bis Ende 1902 sind 234 Exemplare abgesetzt.
1897 Umwandlung in eine AG
05.11.1897 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "Dinglersche Maschinenfabrik A.-G." mit Wirkung ab 1. April 1897 und einem Kapital von 2.800.000 Mark. Julius Dingler und J. B. Wolf treten in den Aufsichtsrat ein. Vorsitzender des Aufsichtsrats wird Geheimrat Dr. h.c. Dr. R. Brosien in Mannheim. Die technische Leitung liegt bei den Ingenieuren Joh. Fr. Meyjes, Vikto Laeis und Julius Dingler jr. Die Gesellschaft geht hervor aus der im Jahre 1827 von Christian Nikolaus Dingler gegründeten Firma.
1899 Bisher sind über 3000 Dampfmaschinen aus der Fabrik hervorgegangen
1899 Bisher sind über 4400 Dampfmaschinen aus der Fabrik hervorgegangen
1907 Vergrößerung des Werks. Die Werkstätten für den Großmaschinenbau werden umgebaut und mit den modernsten Werkzeugmaschinen und Transporteinrichtungen versehen, das Neuwerk erstellt, die Kesselschmiede und Blechbearbeitungswerkstätten vergrößert und die Kraftzentrale modernisiert.
1907 Als neues Fabrikationsgebiet werden Reinigunganlagen von Hochofengasen auf nassem Wege durch den Bau von sogenannten "Theisen-Waschern" aufgenommen.
1910 Johannes Fr. Meyjes scheidet aus der Firmenleitung von Dingler aus. An seine Stelle tritt Herr Dipl.-Ing. Otto Oesterlen.
1910 Seit 1907 wurden bereits 90 Gasreinigungsanlagen mit einer stündlichen Leistung von 3 000 000 cbm für die Naßreinigung von Hochofengasen gebaut.
1910 Das Werk schaut auf 50 gebaute Hochöfen, 80 ausgeführte Gichtverschlüsse, auf zahlreiche Bauten von Winderhitzern und Gasbehältern zurück.
1911 Die erste Trocken-Gasreinigungsanlage mit einer stündlichen Leistung von 18 000 cbm geht auf der Burbacher-Hütte, Saarbrücken, in Betrieb.
1916 Dipl.-Ing. Maximilian Schwartz übernimmt nach dem Ausscheiden von Otto Oesterlen die technische Leitung des Unternehmens.
1916 Ein großes Stahlwerk wird gebaut.
1920-1923 Das Kapital wird erhöht von 1920 bis 1923 auf RM 42.000.000,00 in 40 000 St.-Aktien und 2000 Vorz.-Aktien zu RM. 1.000,00.
1924 Gründung eines Zweigwerks in Bierbach
10.09.1924 Lt. Hauptversammlung vom 10. September 1924 Umstellung des Kapitals von RM 42.000.000,00 auf RM 4.200.000,00 (10 : 1) in 40000 St.-Aktien und 2000 Vorz.-Aktien zu je RM 100,00 (davon RM 1.000.000,00 St.-Aktien Vorrats-Aktien).
1926 Ein Ausführungsrecht eines Hochdruck- und Heißdampfschiebers wird erworben.
1926 Eine Abteilung für Straßenbau-Maschinen wird eingerichtet.
12.01.1926 Die Hauptversammlung vom 12. Januar 1926 beschließt Herabsetzung des G.-K. unter Streichung der Vorrats- und Vorz.-Aktien durch Zusammenlegung im Verhältnis 8 : 1 auf RM 375.000,00 und Erhöhung um bis zu RM 1.000.000,00. Die Erhöhung ist im Betrage von Reichsmark 825.000,00 durchgeführt durch Ausgabe von 825 Aktien zu RM 1.000,00.
01.06.1926 bis 31.07.1926 Herr Walter Mehl wird als weiteres Vorstandsmitglied berufen.
1927 Bisher wurden über 3.300 Dampfmaschinen mit einer Gesamtleistung von ca. 260.000 PS gebaut.
04.1927 Herr Dipl.-Ing. Otto Noelle übernimmt nach dem Ausscheiden von Dipl.-Ing. Wilhelm Rodenhauser die technische Leitung des Betriebes.
1935 Seit der Rückkehr des für die damalige Beschäftigung maßgebenden Wirtschaftsgebietes der Saar und als Folge der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung nimmt das Werk eine stetige Aufwärtsentwicklung.
28.11.1935 Änderung der Firma in "Dinglerwerke Aktiengesellschaft Zweibrücken"




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Buchdruckerhandpressen 1827 Erste Erwähnung 1873 Letzte Erwähnung  
Dampfkessel 1873 Erste Erwähnung 1912 Letzte Erwähnung  
Dampfmaschinen 1873 Erste Erwähnung 1939 Letzte Erwähnung  
Handkniehebelpressen 1827 Erste Erwähnung 1873 Letzte Erwähnung  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.
Dampfmaschine 1839 Dingler'sche Maschinenfabrik
Dampfmaschine   Dingler'sche Maschinenfabrik
Dampfluftpumpe 16.06.1888 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1827 10 10     bei Gründung
1845 80 80     in den 1849er Jahren
1853 120 120      
1871 320       Warenwert: 515.000 fl., Wert der Rohmaterialien:
1908 700       1908: "heute"




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1935 Umbenennung danach Dinglerwerke Aktiengesellschaft Zweibrücken  




Allgemeines

ZEIT1927
THEMAWerksanlagen
TEXT302.500 m² gesamte Grundfläche, 60.565 m² bebaute Grundfläche, 7.450 m² Lageplätze mit Kranbahnen, 2.310 m² Büroräume eischließlich Lazarette und Schulen, 2.250 m Normalspurgleis, 38 schwere Lastkrane, 136 andere Hebezeuge, 1.165 m Kranbahn in Gebäuden, 560 m Kranbahn in Höfen und Lagern, 344 Werkzeugmaschinen.
QUELLE[100 Jahre Dingler 1827-1927 (1927) 33]