Franz Clouth, Rheinische Gummiwarenfabrik A.-G.

Allgemeines

FirmennameFranz Clouth, Rheinische Gummiwarenfabrik A.-G.
OrtssitzKöln
OrtsteilNippes
StraßeNiehler Str. 102
Postleitzahl50733
Art des UnternehmensGummiwarenfabrik
AnmerkungenBesitzer (um 1892): Franz Jul. Hub. Clouth u. Carl Vorberg. Sämtliche Artikel aus Hart- u. Weich-Gummi, sowie Guttapercha f. elektrotechnische Zwecke, Guttapercha- u. Balata-Treibriemen. Isolierte Leitungsdrähte u. Kabel. Siehe auch "Land- und Seekabelwerke" (seit 1898). Unsicher, ob nur Installation von Fernmeldeanlagen oder Bau von Geräten
Quellenangaben[Reichs-Adressbuch (1900) 2347] [Kunert: Telegraphen-Landkabel (1940)] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 34] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5882]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
10.09.1862 Die Firma Franz C1outh wird von Franz Clouth für den Vertrieb von Gummiwaren usw. gegründet
1869 Die Firma beginnt in eigener Fabrik in Köln-Nippes Kautschuk zu verarbeiten und Gummiwaren aller Art herzustellen.
1872 Der bisherige Prokurist Carl Vorberg als Teilhaber in die Firma ein, die eine offene Handelsgesellschaft wird und den Zusatz "Rheinische Gummiwarenfabrik" erhält
1890 Übernahme des Ingenieurs Otto Weiss und der Kabelmeister Lukas von Siemens Brothers, London
1890 Die Firma richtet auf ihrem Gelände eine Kabelfabrik zur Herstellung von isolierten Drähten und Kabeln aller Art ein
1890 Die Firma richtet eine Fabrik zur Herstellung von isolierten Drähten und Kabeln jeder Art ein. Die Mitarbeiter werden von Werken gleicher und ähnlicher Art übernommen
1890 Die Firma Franz Clouth Rheinische Gummiwarenfabrik richtet in Köln-Nippes eine Kabelfabrik ein.
14.09.1891 Die Leitung wird dem am 14. September 1891 eingetretenen Elektroingenieur Georg Zapf übertragen.
1892 Übernahme des Ingenieurs Georg Bartels von den Hannoverschen Cautchouc-, Guttapercha- und Telegraphenwerken und von Meister Müller von Siemens & Halske, Berlin
1893 Die Kabelfabrik liefert seit 1893 auch an die Reichstelegraphenverwaltung Guttapercha-, Faserstoff- und Fernsprechkabel.
1893 Seit 1893 liefert die Firma Guttapercha- und Faserstoff-Telegraphenkabel sowie Fernsprechkabel an die Reichstelegraphenverwaltung, ferner an die beiden süddeutschen, die schweizerische, belgische, schwedische und andere ausländische Telegraphenverwaltungen.
1893 Franz Clouth wird an den Kabellieferungen für die Reichs-Telegraphenverwaltung beteiligt.
1895 Das Knotengeflechtkabel von Franz Clouth wird als Stadtkabel in Köln verwendet.
1895 Die Reichs-Telegraphenverwaltung führt das Faserstoffkabel allgemein ein; Lieferer Siemens & Halske, Felten & Guilleaume, Franz Clouth.
1895 Es werden Faserstoffkabel nach günstigem Ausfall der Versuche allgemein eingeführt, an der Lieferung sind außer Siemens & Halske zunächst Felten & Guilleaume und Franz Clouth beteiligt, nach und nach kommen immer mehr Firmen hinzu. Die Bauart unterscheidet sich bei den einzelnen Lieferern etwas, statt Jute wird Baumwolle oder auch Papier genommen. Einheitlich bleibt aber: feste Umwicklung des Leiters mit Faserstoffen ohne Luftraum, Imprägnierung, Bleimantel.
07.1895 Seit 1895 werden Faserstoffkabel von der Reichstelegraphenverwaltung allgemein gebraucht; der erste Liefervertrag wird im Juli mit Siemens & Halske, Felten & Guilleaume und Franz Clouth abgeschlossen.
1898 Die Kabelabteilung nimmt durch den Bau von Kabel-Herstellungsmaschinen einen immer größeren Umfang an, bedeckt 1898 bereits eine Fläche von 20.000 qm und beschäftigt 600 Arbeiter.
11.05.1898 Als der Betrieb an Umfang zunimmt, wird die Kabelfabrik in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "Land- und Seekabelwerke" umgewandelt.
11.05.1898 Die Firma paßt nicht mehr in den Rahmen der Gummiwarenfirma, ihr Betrieb übersteigt die Kapitalkraft der Firma. Sie wird daher an die hierfür gegründete A.G. Land- und Seekabelwerke abgetreten.
1899 Carl Vorberg tritt wieder aus.
1899 Eine eigene Drahtzieherei ist für 1899 geplant. Die Firma baut auch alle für die Kabelherstellung notwendigen Maschinen für eigenen Bedarf und für ausländische Kabelfirmen.
1901 Die Restfirma wird in eine G. m. b. H. umgewandelt, Max Clouth tritt als Teilhaber ein
1907 Lieferung einer Dampfmaschine durch A. Borsig
1910 Max Clouth wird nach dem Tode seines Vaters alleiniger Geschäftsführer, während die Firma im Besitz der Witwe und der Kinder von Franz Clouth bleibt.
22.04.1920 Die G.m.b.H. wird in eine Aktiengesellschaft verwandelt mit Wirkung ab 1. Januar 1920 und einem Kapital von 6.500.000 Mark
04.06.1920 Eingetragen
1924-1925 Das Kapital wird lt. Goldmark-Bilanz auf RM 1.060.000,00 umgestellt.
1925 Die Felten & Guilleaume Carlswerk übernimmt auch das Kapital der Rheinische Gummiwarenfabrik A.-G. Franz Clouth, die beide ihren Betrieb weiterführt.
1925 Das Kapital wird von der Felten & Guilleaume Carlswerk A.G., die ihre eigene Gummiwarenfabrik mit den Einrichtungen der Firma Franz Clouth vereinigt, übernommen.
07.07.1925 Die Hauptversammlung vom 7. Juli 1925 beschließt die Erhöhung des Kapitals um RM 2.000.000,00.
1932 Beim Übertritt von Dr. Max Clouth in den Aufsichtsrat übernimmt der Direktor der Land- und Seekabelwerke C. Overhoff auch die kaufmännische Leitung der Firma Clouth
15.06.1932 Die technische Leitung erhält am 15. Juni 1932 der Direktor der Land- und Seekabelwerke Paul Schlag.
22.06.1932 Lt. Hauptversammlung vom 22. Juni 1932 Herabsetzung des Kapitals in erleichterter Form auf RM 2.250.000,00 durch Einbringung von 3250 Stammaktien zu RM-200,00 und 160 Vorzugsaktien zu RM 1.000,00.
01.01.1937 C. Overhoff tritt in den Vorstand der Felten & Guilleaume Carlswerk A.G. über.
23.10.1941 Lt. Beschluß des Aufsichtsrats vom 23. Oktober 1941 Kapitalberichtigung gemäß DAV vom 12. Juni 1941 um 60 % von Reichsmark 2,25 Mill. auf RM 3.6 Mill. Die zur Durchführung der Berichtigung erforderlichen Beträge werden gewonnen aus freien Rücklagen und aus dem Gewinnvortrag Reichsmark 749.000,00, aus Zuschreibungen zum Anlagevermögen RM 165.000,00 und aus sonstigen Bilanzposten RM 571.000,00.
30.06.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Gummiwaren 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1907 Aufstellung Dampfmaschine  
Guttapercha 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
Guttapercha f. elektrotechnische Zwecke 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
Guttapercha f. elektrotechnische Zwecke 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
Guttapercha- u. Balata-Treibriemen 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
Isolierte Leitungsdrähte u. Kabel 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
Telefonanlagen 1900 [Reichs-Adr.-Buch (1900) 2347] 1900 [Reichs-Adr.-Buch (1900) 2347]  
Telegraphenanlagen 1900 [Reichs-Adr.-Buch (1900) 2347] 1900 [Reichs-Adr.-Buch (1900) 2347]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1907 August Borsig




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1898 Nebenwerk danach Land- und Seekabelwerke A.G.  




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Carl Overhoff, Adolf Rohrmann, Walter Lieven, Wilhelm Lohmar, Dr. Ludwig Stoll, Eduard Vossen. Aufsichtsrat: Regierungsbaumeister a. D. Fritz Lehmann, Generaldirektor, Köln, Vorsitzer; Generaldir. Dr.-Ing. e. h. Aloys Meyer, Luxemburg, stellv. Vorsitzer; Dr.-Ing. e. h. Max Clouth, Köln; Direktor Hermann Kramer, Köln; Bankier Waldemar Freiherr von Oppenheim, Köln. Stimmrecht: Je nom. RM 320,00 Aktie 1 Stimme. Gewinn-Verwendung: Der Reingewinn steht innerhalb der gesetzlichen Grenzen zur freien Verfügung der Hauptversammlung Geschäftsjahr: Kalenderjahr. Grundkapital: nom. RM 3.600.000,00 Stammaktien in 1250 Stücken zu je RM 320,00 und in 2000 Stücken zu RM 1.600,00. Großaktionäre: Felten & Guilleaume Carlswerk A.-G., Köln-Mülheim (8S. 5882]: 94%; [S. 5766]: 95,5%), Rest bei Dielektra, früher: Meirowsky & Co. A.-G. Porz. Dividenden 1934-1942: 0, 4, 8, 10, 10, 10, 6*), 6, 6 %; *) auf das berichtigte Kapital.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5882]


THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens (Organe und Kapital der Gesellschaft)
TEXTZweck: Gegenstand des Unternehmens ist die Fabrikation und der Vertrieb von Gummiwaren aller Art, ferner dar Erwerb und der Betrieb von Unternehmungen, welche mit dem vorangegebenen Zweck zusammenhängen oder diesen Zweck zu fördern geeignet erscheinen, sowie die Beteiligung an verwandten Unternehmungen. Haupterzeugnisse: Förderbänder, Treibriemen, Schläuche, Dichtungen, Formartikel, Auskleidungen, Walzenbezüge, Vollgummireifen, Durabilit-Schutzbeläge aus Kautschuk. (Vorstand: Carl Overhoff, Adolf Rohrmann, Walter Lieven, Wilhelm Lohmar, Dr. Ludwig Stoll, Eduard Vossen. Aufsichtsrat: Regierungsbaumeister a. D. Fritz Lehmann, Generaldirektor, Köln, Vorsitzer; Generaldir. Dr.-Ing. e. h. Aloys Meyer, Luxemburg, stellv. Vorsitzer; Dr.-Ing. e. h. Max Clouth, Köln; Direktor Hermann Kramer, Köln; Bankier Waldemar Freiherr von Oppenheim, Köln. Stimmrecht: Je nom. RM 320,00 Aktie 1 Stimme. Gewinn-Verwendung: Der Reingewinn steht innerhalb der gesetzlichen Grenzen zur freien Verfügung der Hauptversammlung Geschäftsjahr: Kalenderjahr. Grundkapital: nom. RM 3.600.000,00 Stammaktien in 1250 Stücken zu je RM 320,00 und in 2000 Stücken zu RM 1.600,00. Großaktionäre: Felten & Guilleaume Carlswerk A.-G., Köln-Mülheim (8S. 5882]: 94%; [S. 5766]: 95,5%), Rest bei Dielektra, früher: Meirowsky & Co. A.-G. Porz. Dividenden 1934-1942: 0, 4, 8, 10, 10, 10, 6*), 6, 6 %; *) auf das berichtigte Kapital.)