Reichsbahn-Ausbesserungswerk Potsdam

Allgemeines

FirmennameReichsbahn-Ausbesserungswerk Potsdam
OrtssitzPotsdam
Postleitzahl144xx
Art des UnternehmensAusbesserungswerk
Anmerkungen1932: GDW Berlin. Hinter dem Bahnhof Potsdam Stadt. Entstanden aus der Hauptwerkstatt Potsdam. Ab 1982 mit dem Ehrentitel "Erwin Kramer". Seit 1994 "Werk Potsdam" (bis zur Schließung)
QuellenangabenFotografiert am 20.06.1996 [Borsig: AusgefĂŒhrte Dampfmaschinen, Liste C (1908)] [100 Jahre Eisenbahn Berlin-Potsdam (1938) 34]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1838 Das Werkstatt fĂŒr Lokomotiven und Wagen wird wenige Monate vor der Eröffnung der Eisenbahn Berlin-Potsdam (22.09.1838) fertiggestellt. Sie entsteht auf dem GelĂ€nde des Ritterguts Potsdam. Dort werden die aus England eingefĂŒhrten Lokomotiven zusamengebaut und fĂŒr die Probefahrten vorbereitet. In den ersten Betriebsmonaten werden hier und in Berlin 6 1A1-Dampfloks (Merkur, Adler, Pegasus, Iris, BĂ€r, Herkules) von Robert Stephenson sowie zahlreiche Wagen instandgehalten. Erster Leiter ist der EnglĂ€nder William Turner, der auch die ersten WerkstĂ€ttenarbeiter (EnglĂ€nder und Amerikaner) mitgebracht hat.
01.11.1838 Die ersten deutschen Arbeiter treten ein (2 Schlosser, 1 Schmied, 1 Tischler)
1839 Die WerkstÀtten (Potsdam und Berlin) bekommen weitere 7 Dampflokomotiven: 2 amerikanische 2A-Loks (Amerika, Prussia) von Norris, 1 englische von Tayleur (sie kommt nicht in Gang) und 4 von Stephenson
04.1840 Die von Turner mitgebrachten englischen und amerikanischen Arbeiter werden wegen zu hoher Lohnforderungen entlassen
1845 Im Werk sind 13 Schmiede, 16 Schlosser, 2 Maschinisten, 1 Feuermann, 4 Stellmacher und Tischler und 1 Lackierer beschÀftigt. Sie stammen zum Teil aus den Lokomotivfabrken Borsig und Egells, zum Teil auch von der Wagenbaufirma Pflug.
1846 Durch die Eröffnung der Eisenbahn Potsdam-Magdeburg mĂŒssen die alten Fahrzeugschuppen der nach Westen fortgefĂŒhrten Bahn Platz machen. Sie werden durch neue WerkstattrĂ€ume hinter dem Bahnhof Potsdam Stadt ersetzt.
1850 Die Aufgaben der Berliner Werkstatt der Potsdamer Eisenbahn gehen auf die Werkstatt in Potsdam ĂŒber
1850 Die Ausbesserunganlagen sind so weit ausgebaut, daß mit etwa 90 Arbeitern die gesamte Lokomotivausbesserung ĂŒbernommen werden kann, wĂ€hrend der nicht weiterentwickelten Berliner WerkstĂ€tte lediglich die Wagenausbesserung verbleibt.
1855 Die Berliner Personenwagen-Reparaturwerkstatt, die lĂ€ngst nicht mehr den Anforderungen genĂŒgt, wird durch eine neue Anlage in Potsdam ersetzt. HierfĂŒr gibt das Rittergut Potsdam seinen letzten Grund her. Die neue 39 m breite und 60 m lange Wagenrevisionshalle hat 22 WerkstĂ€nde, davon 10 mit Untersuchungsgruben fĂŒr Wagen von 11 m grĂ¶ĂŸter LĂ€nge. Im Mittelfeld der Halle ist eine SchiebebĂŒhne, in den SeitenflĂŒgeln sind Lackiererei, Holzwerkstatt und Polsterei untergebracht; die MetallwerkstĂ€tten sind in einem besonderen GebĂ€ude am Haupteingang der Werkstatt. Eine zweite SchiebebĂŒhne (Hersteller: Borsig) und zwei Drehscheiben verbinden die WerkstĂ€tten mit den Abstellgleisen und dem Betrieb.
1860 Ersatz der alten Dreherei und Schlosserei der Lokomotivabteilung an der Saarmunder Straße durch einen neuen Werkschpppen fĂŒr Lokomotiv- und Tender-Reparatur von 27 x 73 m GrĂ¶ĂŸe mit 30 QuerstĂ€nden (spĂ€ter: Turnhalle). Die alte Maschinen- und Tenderwerkstatt wird vorĂŒbergehend als Dreherei und Schlosserei eingerichtet.
1860 Bau eines neuen Wagenrevisionsschuppens mit 16 QuerstĂ€nden von 40 x 45 m GrĂ¶ĂŸe. Er reicht nur bis 1872
1867 FĂŒr den inzwischen auf ĂŒber 1.000 Wagen angewachsenen Fahrzeugpark werden eine neue Dreherei, Schmiede und Kesselhaus gebaut.
1870 Die alte Maschinen- und Tenderwerkstatt (seit ca. 1860 als Dreherei und Schlosserei verwendet) macht neuen Bahnhofsgleisen Platz
1870 Dreherei, Kessel- und Maschinenhaus, Gelbgießerei und Schmiede werden auf dem sĂŒdlichen GelĂ€nde der Lokomotivwerkstatt erbaut, nachdem der Lokomotivschuppen dort abgrissen worden ist. FĂŒr die Lokomotiven wird ein neuer Halbrundschuppen (fĂŒr auf Ausbesserung wartende Lokomotiven) mit Drehscheibe und 10 StĂ€nden auf dem freien GelĂ€nde zwischen Lokomotiv- und Wagenabteilung erbaut.
1872 Bau eines weiteren Wagenrevisionsschuppens als ErgĂ€nzung zu dem von 1860 mit 65 x 45 m GrĂ¶ĂŸe. Dabei verschwindet auch der "Alte MĂŒhlenweg", der bis dahin das GelĂ€nde nach Osten hin begrenzt hatte.
1880 Um 1880 ist das etwa 20 Jahre vorher erworbene GelÀnde des Ritterguts Potsdam völlig bebaut.
1880 Der Geheime Baurat Schuhmacher tritt die Nachfolge von Turner al Werksleiter an
14.02.1880 Das Werk geht mit Gesetz von 14. Februar mit 350 Mann Belegschaft in das Eigentum des Staates ĂŒber und wird zunĂ€chst der Königlichen Eisenbahdirektion Magdeburg unterstellt.
1886 Die östliche Wagenrevisionswerkstatt wird erweitert
1888 Willam Turner scheidet als Werksleiter aus
1889 Der Halbrundschppen wird abgebrochen, um bessere Einfahrmöglichkeiten zu schaffen.
1889 Gießerei und MagazingebĂ€ude werden zu einem Hofwagenschuppen umgebaut.
1889 Ein WohngebÀude wird zum VerwaltungsgebÀude umgebaut
1889 Die im Westen liegende Lackiererei wird erweitert
1891 Die zwischen Lackiererei und östlicher Wagenrevisionswerkstatt liegende Stellmacherei wird erweitert
1894 Ersatz der handbetriebenen Spills durch die erste elektische Vollbahn-Rangierlokomotive vom 15 PS mit Oberleitung (eine zweiachsige Lok mit Kuppenstangen, FĂŒhrerraum und Dach reichen ĂŒber die gesamte FahrzeuglĂ€nge)
1895 Die Preußische Staatsbahn fĂŒhrt den elektrischen Rangierbetrieb in der HauptwerkstĂ€tte Potsdam ein. (Siehe auch 1894!)
1897 Die Eisenbahnersiedlung "Daheim" wird sĂŒdlich der Werkstatt erbaut
1902 Lieferung einer Dampfmaschine durch A. Borsig




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Ausbesserung von Reisezuwagen 1932 bekannt 1994 Umbenennung in "Werk Potsdam"  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1902 August Borsig
Dampfmaschine um 1855 unbekannt
Dampfmaschine um 1891 unbekannt




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1845   38     13 Schmiede, 16 Schlosser, 2 Maschinisten, 1 Feuermann, 4 Stellmacher, 1 Lackierer
1932 1155