Mechanische Baumwoll-Spinnerei und Weberei

Allgemeines

FirmennameMechanische Baumwoll-Spinnerei und Weberei
OrtssitzAugsburg
StraßeJoh.-Haag-Str. 19
Postleitzahl86153
Art des UnternehmensBaumwollspinnerei u. -weberei
AnmerkungenAbkĂŒrzung: SWA. Auch Adresse Otto Lindenmeyer-Str. 30. Auch Werke am Proviantbach (Weberei: 1877-83; Spinnerei und Weberei: 1895-98), Rosenau (1887-89), AumĂŒhle (1909-10, mit 2500-PS-Dampfmaschine, spĂ€ter verdoppelt). 1929: 7 Fabriken (4 Spinnereien, 3 Webereien), 180.000 Spindeln, 3.600 WebstĂŒhle, 3.500 Arbeiter; 1.365 PS Wasserkraft, 6.500 PS Dampfkraft
Quellenangaben[Reichs-Adreßbuch (1900) 212] [100 Jahre Mech. Baumwoll-Spinnerei und Weberei Augsburg (1937)] [Adreßbuch der Wollen- und Baumwollen-Industrie I (1929/30) 37] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5135]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1837 Die BauplÀne werden von Architekt Ludwig Lendorff in Karlsruhe/Baden angefertigt.
28.02.1837 Das Augsburger Bankhaus Joh. Lor. Schaezler gibt am 28. Februar einen "Prospectus" heraus und fordert zur Zeichnung eines Aktienkapitals von 1 200 000 Gulden zur Errichtung einer Mechanischen Baumwoll Spinnerei und Weberei in Augsburg auf.
18.03.1837 Am 18. MÀrz kann die Liste der AktionÀre geschlossen werden, nachdem das erforderliche Kapital voll gezeichnet ist. 28.03.1837
28.03.1837 Die 1. Generalversammlung vom 28. MĂ€rz wĂ€hlt einen provisorischen Ausschuß mit dem 1. BĂŒrgermeister der Stadt, Dr. Carron du Val, an der Spitze.
22.04.1837 Eine 2. Generalversammlung vom 22. April nimmt die Wahl eines endgĂŒltigen Ausschusses vor und nimmt die vorgelegten Gesellschaftsstatuten mit geringen Änderungen an. Der Ausschuß wĂ€hlt Major Moritz von Kretschmann zum Vorstand. GrĂŒndung mit einem Kapital von urspr. A.-K. von 1200 Aktien zu fl. 1.000,00. Die Konstituierung der A.-G. zur Errichtung einer Spinnerei und Weberei mit einem Kapital von fl. 1.200.000,00 mit 30 000 Spindeln und 800 WebstĂŒhlen erfolgt mit dem Zweck, die Baumwollindustrie bei Abschluß des Zollvereins auch in Bayern einzufĂŒhren.
14.05.1837 Am 14. Mai erfolgt die Genehmigung der Statuten
20.06.1837 "Im Namen Seiner MajestĂ€t, des Königs von Bayern" wird die erbetene Fabrikkonzession erteilt. Die Gesellschaftsorgane sind: Die Generalversammlung, der 12köpfige Ausschuß, wovon 5 Mitglieder die Direktion bilden, der Gerant (GeschĂ€ftsfĂŒhrer), der Kontrolleur.
19.07.1837 Die Protokollierung der angekauften Josef Wittmann'schen SĂ€g- und OelmĂŒhle am Proviantbach vor dem Jakobertor wird am 19. Juli vorgenommen.
01.10.1837 Infolge dienstlicher Versetzung scheidet im Oktober Major von Kretschmann als Vorstand aus; an seine Stelle tritt Theodor H. von Froelich.
18.05.1838 Die Bauleitung liegt in den HÀnden des Königl. Bauingenieurs Ludwig Kraemer aus Neuburg a. D. Die Grundsteinlegung erfolgt am 18. Mai
20.10.1838 Am 20. Oktober ist der Rohbau des FabrikgebĂ€udes unter Dach. Im September wird Gustav Frommel vom Ausschuß als provisorischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer bestellt.
1839 Anfangs des Jahres eröffnet die Gesellschaft eine eigene Weberschule zur Heranbildung einheimisoher ArbeitskrÀfte.
30.03.1839 Die Generalversammlung vom 30. MĂ€rz bestĂ€tigt Gustav Frommel endgĂŒltig als Geranten der Gesellschaft.
01.07.1839 Emil Bourcart tritt als Spinnereidirektor, Ludwig August Riedinger als 1. Carderiemeister der "Mechanischen Baumwollspinnerei und -Weberei" ein.
12.1839 Gegen Ende des Jahres erfolgen die ersten Teillieferungen der Maschinen durch die Firma Andre Koechlin dc Cie. in MĂŒlhausen/Elsaß.
1840 Unter großen Schwierigkeiten werden im FrĂŒhjahr zwei Fourneyron'sche Turbinen eingesetzt. Herr Bedel, ebenso ElsĂ€sser wie Herr Boureart, wird Webereidirektor.
27.08.1840 Am 27. August erfolgt die Inbetriebnahme der Fabrik, in der zunÀchst einfache Druckkattune, sogenannte Calicots, hergestellt werden.
30.09.1840 Heinrich Gwinner wird am 30. September vom Ausschuß zum Kontrolleur der Gesellschaft bestellt. "Belobung" auf der Industrieausstellung in NĂŒrnberg.
1841 Mangel an flĂŒssigen Mitteln. Aufnahme einer Anleihe in Höhe von fl. 200 000.-bei der Bayer. Hypotheken- und Wechselbank.
25.02.1841 bis 28.02.1841 Ende Februar Errichtung einer eigenen Schule fĂŒr die in der Fabrik arbeitenden schulpflichtigen Kinder unter teilweiser Übernahme der Kosten fĂŒr den Lehrer durch die Gesellschaft.
1842 Das Jahr 1842 kann erstmals mit einem Nutzen von fl. 44 500.- abgeschlossen werden.
Mitte 1842 Mitte des Jahres stirbt Webereidirektor Bedel
1842 Dem Spinnereidirektor Bourcart wird auf 31. Dezember gekĂŒndigt, "da die ihm gestellte Aufgabe, den Betrieb in Gang zu setzen, als glĂŒcklich gelöst" bezeichnet wird. Auf der Mainzer Industrie-Ausstellung erhĂ€lt die Gesellschaft einen Preis fĂŒr ihre Erzeugnisse.
09.02.1843 Ludwig August Riedinger wird zum Direktor ernannt und ĂŒbernimmt gleichzeitig die gesamte technische Leitung der "Mechanischen Baumwollspinnerei und -Weberei".
25.03.1843 Friedrich Schmid tritt an Stelle des am 25. MĂ€rz verstorbenen Theodor H. von Froelich als Vorstand an die Spitze der Gesellschaft.
1844 Die Verwendung von JacquardstĂŒhlen eigener Bauart wird zum erstenmal erwĂ€hnt.
1844 Auf der Ausstellung vaterlÀndischer Gewerbe-Erzeugnisse in Berlin erhÀlt das Unternehmen eine silberne Medaille.
1845 Durch die J. von Maffei'sche Maschinenfabrik in MĂŒnchen wird eine Dampfmaschine aufgestellt. (Auch mit 1846 und Fabr.-Nr. 16 angegeben).
18.08.1845 Der gĂŒnstige GeschĂ€ftsgang macht die Einrichtung einer Handweberei auf dem Dachboden der Fabrik erforderlich. Die hierzu notwendige Konzession wird durch Erweiterungsurkunde vom 18. August erteilt.
1846 Ludwig Sander in Augsburg bietet eine Wasserkraft an. Angeblich aber wegen der Unmöglichkeit, zwei voneinander rÀumlich getrennte Werke zu leiten, wird dieses Angebot abgelehnt.
1846 Die Arbeiter der Mechanischen Augsburg beteiligen sich bei den sogenannten Bierkrawallen nicht, sondern zeigen im Gegenteil eine vorbildliche Haltung.
1846 Die SWA hat lt. Zollvereinsstatistik 30.096 Feinspindeln. Der Betrieb ĂŒbertrifft damit alle anderen, auch die sĂ€chsischen.
FrĂŒhjahr 1847 Ferdinand Freiherr von Schaezler scheidet im FrĂŒhjahr aus dem Ausschuß aus.
1847 Die bisherigen Fourneyron'schen Turbinen werden durch solche neuester Konstruktion ("Jonval" Turbinen) ersetzt, wodurch eine weitere Steigerung der WasserkraftausnĂŒtzung erzielt wird.
30.03.1847 bis 31.03.1847 Ende MĂ€rz erfolgt der erste Kauf von Baumwolle gegen Limit direkt in Amerika.
1848 Schwere Depression. Die auslĂ€ndischen, insbesondere die Schweizer Arbeiter mĂŒssen entlassen werden; die ĂŒbrige Belegschaft kann nur wĂ€hrend zwei Drittel der normalen Arbeitszeit beschĂ€ftigt werden.
1848 Durch die menschenfreundliche Haltung des Geranten, vor allen Dingen aber durch die des technischen Direktors der "Mechanischen Baumwollspinnerei und -Weberei" L. A. Riedinger, können wÀhrend dieses schweren Jahres Unruhen unter den Arbeitern vermieden werden.
28.09.1848 bis 30.09.1848 Ende September wird der Betrieb wieder voll aufgenommen.
1849 Bis Mai hat sich die geschĂ€ftliche Lage wieder so gebessert, daß die Frage aufgeworfen wird, wie ĂŒbrige Gelder anzulegen sind, da die Banken fĂŒr Aufbewahrung fremder Fonds sogar Zinsen forderten. Volle Wiederaufnahme der Handweberei.
1849 Riedinger grĂŒndet eine Kranken- und Pensionskasse der "Mechanischen Baumwollspinnerei und -Weberei".
09.1849 Beratungen von Statuten einer neu zu grĂŒndenden KrankenunterstĂŒtzungs- und Pensionskasse
1850 Anhaltend guter GeschÀftsgang.
1850 Vermehrung der HandwebstĂŒhle auf 400; mechanische WebstĂŒhle sind 807 in Betrieb.
1850 Die Gefolgschaft ist auf 1407 angewachsen.
Jan. 1851 Durch die Bekanntschaft Riedingers mit Prof. Pettenkofer, MĂŒnchen, wird im Januar erstmals die Beleuchtung der SWA mit Holzgas ermöglicht.
1851 Nach eingehenden Aussprachen wird die VergrĂ¶ĂŸerung des Werkes durch Bau einer neuen Spinnerei abgelehnt.
1851 Die Statuten des KrankenunterstĂŒtzungs- und Pensionsvereins der SWA treten in Kraft. L. A. Riedinger wird als dessen Vorstand berufen.
12.02.1851 Am 12. Februar wird der spÀtere technische Direktor, Johann Boley, alsTechniker eingestellt.
01.08.1851 bis 30.09.1851 Im August und September ist L. A. Riedinger auf der Weltausstellung in London und bringt Neuerungen mit, durch welche die Ware der Mech. Baumwollspinnerei u. Weberei verbessert und gleichzeitig noch verbilligt werden kann.
1852 Johann Boley, sein bisheriger Stellvertreter, ĂŒbernimmt die technische Leitung.
1852 Auf der Industrieausstellung in Augsburg erhÀlt die Gesellschaft eine Medaille.
19.06.1852 Am 19. Juni wird das vom KrankenunterstĂŒtzungs und Pensionsverein auf eigenem Grund errichtete "StiftsgartengebĂ€ude" im Rohbau fertig.
30.06.1852 Kontrolleur Heinrich Gwinner tritt am 30. Juni von seinem Posten zurĂŒck und wieder in den Ausschuß ein. Das Amt wird von Theodor Fries ĂŒbernommen.
25.07.1852 L. A. Riedinger versteht sich mit der GeschĂ€ftsleitung der SWA nicht mehr und scheidet deshalb am 25. Juli aus. Seine großen FĂ€higkeiten und Verdienste werden vollauf anerkannt.
1853 An die Vorstandsstelle von Friedrich Schmid tritt August Frommel.
1853 Die Fabrikanlage wird durch Errichtung eines eigenen BatteurgebÀudes mit den dazugehörenden Maschinen erweitert.
1853 Die Herstellung halbwollener Mousseline wird aufgegeben.
03.1853 Im MĂ€rz stirbt Vorstand Friedrich Schmid.
1854 Verschiedene ungĂŒnstige Faktoren wie der Krimkrieg, die Teuerung der Lebensmittel, besonders aber der heftige Ausbruch der Cholera in Augsburg machen ihre EinflĂŒsse stark geltend.
02.1854 Der Cholera erliegt im Februar auch Theodor Fries.
22.03.1854 An die Stelle voon Theodor Fries tritt am 22. MĂ€rz Hermann Reichenbach als Kontrolleur der Gesellschaft.
1855 GĂŒnstige GeschĂ€ftsentwicklung, jedoch große Schwankungen auf dem Baumwollmarkt.
1855 Persönlicher Besuch der Kundschaft wird als unbedingt erforderlich bezeichnet, um eine Isolierung der Fabrikate zu vermeiden und um sich ĂŒber neuzuschaffende Artikel zu unterhalten.
1855 Es wird als notwendig bezeichnet, die HauptmÀrkte wie Leipzig und Berlin öfters aufzusuchen, um der immer fahlbarer werdenden Konkurrenz gewachsen zu sein.
11.1855 Es erfolgen erstmals BaumwollkÀufe in Bremen.
1856 Das GeschÀft nimmt einen starken Aufschwung.
1856 Es schwebt das Projekt der Verschmelzung des Werkes mit der Spinnerei am Stadtbach in Augsburg.
FrĂŒhjahr 1856 Nach dem im FrĂŒhjahr erfolgten Pariser Frieden tritt fĂŒr alle Waren, so auch fĂŒr Baumwolle, eine erhebliche Preissteigerung ein. Der Rohstoff steigt ohne RĂŒckschlag von 51/2 d auf 91/2 d p. Ib.
11.1856 Im Gashaus bricht ein Brand aus, der zur Anschaffung einer Feuerspritze fĂŒr die eigene Betriebsfeuerwehr Veranlassung gibt.
01.1857 Im Januar beschließt der Ausschuß die Anschaffung einer neuen Dampfmaschine mit 180 PS.
1857 Empfindlicher Sturz des Baumwollpreises.
1857 Die Herstellung von Gas in der eigenen Gasfabrik wird aufgegeben und ein Lieferungsvertrag mit der Gasbeleuchtungsgesellschaft abgeschlossen.
1857 In diesem Jahr wird der bisher grĂ¶ĂŸte Nutzen von annĂ€hernd 270 000.-fl., also rund 460 000.-M. erzielt.
1858 Die schon im vorhergehenden Jahre einsetzende Krise macht ihre EinflĂŒsse stark bemerkbar. Eine nicht unwesentliche Vermehrung der mechanischen Weberei in SĂŒddeutschland wirkt sich ebenfalls entsprechend aus. Die Handweberei muß bis auf ganz wenige StĂŒhle eingestellt werden.
03.12.1858 Die von der C. Reichenbach'schen Maschinenfabrik in Augsburg erbaute Dampfmaschine wird erstmals in Betrieb genommen.
1859 Die ungĂŒnstigen politischen und wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse in Deutschland sowie der Krieg in Italien wirken sich in Form einer schweren GeschĂ€ftsstockung aus und zwingen zu einer ArbeitszeiteinschrĂ€nkung.
28.05.1859 bis 31.05.1859 Ende Mai stellt August Frommel mit RĂŒcksicht auf seine privaten VerhĂ€ltnisse das Amt als Vorstand zur VerfĂŒgung.
1860 Das Jahr bringt in Amerika eine sehr gute Baumwollernte und in Verbindung damit billige Rohstoffe.
1860 Aufstellung neuer Bancs  broches in der Spinnerei.
1860 Die Handweberei wird gÀnzlich aufgegeben.
1860 Es werden einige GrundstĂŒcke dazu erworben.
1860 Bei einer Arbeiterzahl von 1074 sind im BĂŒro neben dem kaufmĂ€nnischen und technischen Direktor und dem Kontrolleur nur noch ein Buchhalter und vier HilfskrĂ€fte ohne Vorbildung tĂ€tig.
18.07.1860 Kauf der sogenannten "PulvermĂŒhle" vor dem Roten Tor, um fĂŒr kĂŒnftige Erweiterungen Vorsorge zu treffen.
1861 Der Krieg in den Vereinigten Staaten zwingt zur Verwendung von Baumwolle aus verschiedenen anderen LĂ€ndern, wodurch eine Fabrikationsumstellung erforderlich wird.
1861 Die Gesellschaft beteiligt sich an einer in Augsburg zu errichtenden Weberschule.
07.1861 Im Juli beschĂ€ftigt sich die GeschĂ€ftsleitung mit dem Projekt der Erbauung einer neuen Spinnerei bei der PulvermĂŒhle. Zum Zweck des Baues einer neuen Spinnerei an der PulvermĂŒhle werden dort im Dezember weitere GrundstĂŒcke erworben. Der Plan erscheint spĂ€ter nicht mehr zweckmĂ€ĂŸig und wird deshalb wieder aufgegeben.
1862 Gewaltige Steigerung der Baumwollpreise, welche die FĂŒhrung des GeschĂ€ftes außer ordentlich schwierig gestaltet.
1862 Die von England eingefĂŒhrten neuen Selfaktors zeitigen ein außerordentlich befriedigendes Ergebnis.
1862 Trotz zu erwartender großer Vorteile wird der Betrieb nicht eingeschrĂ€nkt oder gar stillgelegt.
1862 Trotz BetriebseinschrĂ€nkungen bringt das Jahr das bisher beste Ergebnis von 329 000.-fl.-das sind ĂŒber 27 % des Aktienkapitals - das jedoch nur durch die außergewöhnlich gĂŒnstigen BaumwollkĂ€ufe erzielt werden konnte.
29.10.1862 Eingetragen
1863 Der technische Betrieb gestaltet sich immer schwieriger, da infolge des immer noch an dauernden Amerikanischen BĂŒrgerkrieges in zunehmendem Maße "Exoten-Baumwolle" verarbeitet werden muß. Infolgedessen ist auch eine leicht rĂŒckgĂ€ngige Garn- und Gewebe-Erzeugung zu verzeichnen.
1864 Das Jahr bringt den höchsten Preisstand, den Baumwolle bis dahin je eingenommen hat, nÀmlich 31 d. Ende Oktober erfolgt ein Sturz auf etwa 17 bis 18 d.
1864 Die Auswechslung der HandspinnstĂŒhle gegen Selfactors wird fortgesetzt.
1865 Nach Beendigung des Amerikanischen BĂŒrgerkrieges zeigt sich ĂŒberall ein Mangel in der Versorgung. Dadurch ist dem Unternehmen eine dauernde und lohnende BeschĂ€ftigung fĂŒr das ganze Jahr gesichert.
1865 Allerdings haben zunĂ€chst noch die leichtesten und geringsten und damit die billigsten QualitĂ€ten die grĂ¶ĂŸte Nachfrage.
1866 Die Wirkungen des preußisch-österreichischen Krieges beschrĂ€nken sich erfreulicherweise nur auf die Monate Juni und Juli. In diesen ist eine EinschrĂ€nkung der Arbeitszeit erforderlich. WĂ€hrend der ĂŒbrigen Monate ist der GeschĂ€ftsgang außerordentlich gĂŒnstig. Von dem bewĂ€hrten Grundsatz einer genĂŒgenden Reservestellung wird abgegangen und fast der gesamte Nutzen ausgeschĂŒttet.
1867 Eine vorgesehene Anschaffung neuer WebstĂŒhle wird wieder verschoben.
1867 Die Ersetzung der HandspinnstĂŒhle durch Selfactors wird zum Abschluß gebracht.
Sommer 1867 Im Sommer werden der Bau von WerkwohnhÀusern beschlossen und die ersten PlÀne ausgearbeitet.
1868 Errichtung eines Pensionsfonds fĂŒr die Arbeiter in Höhe von 15000.-fl.
1868 Bau von zwei WerkwohnhÀusern.
1868 Die schon lĂ€ngst notwendig gewordene Betriebsreorganisation wird wieder verschoben, da die Mittel durch die jeweils fast vollstĂ€ndige AusschĂŒttung des sich ergebenden Reingewinnes nicht vorhanden sind.
1869 Herabsetzung der Arbeitszeit von 13 auf 12 Stunden unter gleichzeitiger Erhöhung der Löhne in der Weberei um 6%, in der Spinnerei um 8 1/2%.
1869 Durch die bisherige sehr soziale BetriebsfĂŒhrung sind EinflĂŒsse marxistischer Bestrebungen bei der Arbeiterschaft in nennenswertem Umfange nicht feststellbar.
1869 Bau von zwei weiteren WerkwohnhÀusern.
16.03.1869 Paul Schmid tritt in den Aufsichtsrat ein.
1870 Große Absatzstockung infolge des Deutsch-Französischen Krieges und im Zusammenhang damit eine empfindliche Produktions- und ArbeitszeiteinschrĂ€nkung um rund 25 % .
1870 Felix Scholl wird als erster HandlungsbevollmÀchtigter ernannt.
01.09.1870 Der spÀtere kaufmÀnnische Direktor, Albert Frommel, tritt in die Firma ein.
1871 Durch die Verteuerung der Lebenshaltung werden nicht unerhebliche Lohnerhöhungen notwendig, die aber infolge :des gĂŒnstigen GeschĂ€ftsganges gut gewĂ€hrt werden können.
1871 Die im Friedensvertrag von Frankfurt a. M. vereinbarten vorteilhaften Bedingungen lassen die Konkurrenz des neu an das Reich angegliederten Elsaß zunĂ€chst noch nicht fĂŒhlbar werden.
1872 Das GeschĂ€ft entwickelt sich weiterhin gĂŒnstig.
1872 Die Gesellschaft unterstĂŒtzt den Plan der GrĂŒndung einer Höheren Handelsschule in Augsburg.
1872 Ende des Jahres tritt Gustav Frommel, durch ein schweres Augenleiden veranlaßt, nach 32jĂ€hrigem verdienstvollen Wirken in den Ruhestand.
1872 Der Neffe Gustav Frommels, Albert Frommel, tritt an dessen Stelle.
1873 Kauf des sogenannten "Rosenau-Anwesens" und der dazu gehörenden GrundstĂŒcke mit rund 12 500 qm FlĂ€cheninhalt.
1873 Das bisherige Gesellschaftsorgan, die "Direktion", kommt als solches in Wegfall. Der Ausschuß erhĂ€lt in Zukunft die Bezeichnung "Aufsichtsrat". Der Gerant bekommt den Titel eines Direktors, ebenso der technische Leiter.
1873 Kontrolleur Hermann Reichenbach erhÀlt Vollmacht und wird zum Stellvertreter des kaufmÀnnischen Direktors ernannt.
1873 Beteiligung an der Wiener Weltausstellung.
1873 Erschwerung der Verwendung jugendlicher Arbeiter; dadurch erhöhen sich die Spinn- und Webkosten.
04.03.1873 Änderung der Gesellschaftsstatuten in Angleichung an die Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Die Firma lautet jetzt: "Mech. Baumwoll-Spinnerei und Weberei in Augsburg".
01.01.1874 bis 30.06.1874 Die schon im vorhergehenden Jahre eingetretene ungĂŒnstige GeschĂ€ftslage erstreckt sich bis in die Mitte des laufenden.
1874 Aufstellung von weiteren 120 mechanischen WebstĂŒhlen und 3200 Spindeln.
1874 Errichtung eines neuen BatteurgebÀudes und einiger anderer kleiner Bauten.
1874 Es werden zwei weitere WerkwohnhÀuser erstellt, wodurch sich die Zahl der Arbeiterwohnungen auf 75 erhöht.
1875 GrundstĂŒckserwerbungen an der Gaisbergschleuse mit 91/2 ha, um fĂŒr eine zukĂŒnftige Errichtung einer neuen Weberei Vorsorge zu treffen.
1875 Es werden Verhandlungen mit der Stadt zwecks Gewinnung einer neuen Wasserkraft dortselbst durchgefĂŒhrt.
1875 Mangel an geeigneten ArbeitskrÀften; ein Teil der Spindeln steht deshalb still.
1875 Der Verbrauch an fremden Garnen betrÀgt im ganzen Jahr nur mehr knapp 12 000 kg.
Anfang Sept. 1875 Anfang September tritt Rudolf von Henser zur UnterstĂŒtzung des technischen Direktors Johann Boley ein.
01.01.1876 Am 1. Januar erfolgt die EinfĂŒhrung der Mark-ReichswĂ€hrung und des Meter-LĂ€ngenmaßes an Stelle der bisherigen Berechnung in Gulden bzw. Ellen (aunes).
1876 Es wird nur noch Rohware verkauft.
1876 Die Gesellschaft ĂŒbernimmt von der KrankenunterstĂŒtzungs- und Pensionskasse den "Stiftsgarten"
1876 Erstmals wird in diesem Jahr kein fremdes Garn mehr benötigt.
05.1876 Die Gesellschaft richtet im Stiftsgarten im Mai eine eigene Fabrikschule ein, wobei eine ArbeitszeiteinschrĂ€nkung fĂŒr jugendliche Arbeiter auf 6 Stunden bei einem ebenso langen tĂ€glichen Schulbesuch eingefĂŒhrt wird.
1877 Die Verhandlungen mit dem Magistrat wegen des Erwerbs einer 300 PS großen Wasserkraft an der Gaisbergschleuse werden zu einem gĂŒnstigen Abschluß gebracht.
1877 Im Zusammenhang mit der Reorganisation erfolgen einige weitere GrundstĂŒcks erwerbungen.
1877 Fortdauer der wirtschaftlichen Depression.
1877 Aufnahme der Arbeiten zum Bau einer neuen Weberei am Proviantbach.
20.02.1877 Aufnahme einer Hypothek in Höhe von M. 1 500 000,-zur DurchfĂŒhrung einer in der Generalversammlung vom 20. Februar beschlossenen grĂŒndlichen Reorganisation des gesamten Betriebes.
1878-1879 1878/79: Bau des Turbinenhauses und Dampfmaschinenfundaments in Stampfbetonbauweise mit Portland-Zement durch Thormann
1878 Das Jahr ist mit Erneuerungs- und Erweiterungsarbeiten ausgefĂŒllt.
1878 Scharfe Konkurrenz des Elsasses und Englands.
1878 Fertigstellung des neuen Proviantbachkanals.
1878 Empfindliche Verluste durch Zusammenbruch eines Berliner Bankhauses und durch Preissturz der Baumwolle.
1878 Rudolf von Henser wird der Nachfolger des technischen Direktors Johann Boley.
1878 Erster Verlustabschluß seit 1840.
11.10.1878 Nach 27jÀhriger erfolgreicher TÀtigkeit mitten in den Reorganisationsarbeiten wird der technische Direktor Johann Boley dem Unternehmen durch Tod entrissen.
1879 Die Weberei wird nach verschiedenen Erweiterungen der Spinnerei und Weberei nach dem neuerbauten Weberei-Shed an der Gaisbergschleuse verlegt (Werk Proviantbach).
1879 Aufhebung der eigenen Fabrikschule.
1879 MĂ€ĂŸige Erhöhung der Baumwollgarn-ZollsĂ€tze und damit langsame Besserung in der Spinnerei.
1880 Theodor Lipp wird zum ersten Prokuristen der Gesellschaft bestellt.
1880 Georg Bachmann und Carl Becker erhalten Kollektiv-Vollmacht.
01.07.1880 Infolge vorgerĂŒckten Alters stellt Kontrolleur Hermann Reichenbach sein Amt zur VerfĂŒgung. Die Stelle wird als solche nicht mehr besetzt.
22.08.1880 AnlĂ€ĂŸlich der 40jĂ€hrigen Wiederkehr der Inbetriebnahme des Werkes wird eine kleine Betriebsfeier abgehalten.
1881 Tieferlegung der Turbinen im Werk Altbau und damit Steigerung der Wasserkraft um 59 PS.
1881 Erhöhung der Spindelzahl auf 47 000.
1881 Neue Sozialgesetzgebung.
12.1881 Gegen Ende des Jahres macht sich die allmÀhliche Besserung der wirtschaftlichen VerhÀltnisse in Deutschland bemerkbar.
01.1882 Im Januar stirbt der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Albert Erzberger.
1882 Auf der Kollektiv-Ausstellung NĂŒrnberg erhĂ€lt die Gesellschaft eine Goldmedaille.
03.03.1882 Paul Schmid wird als Nachfolger des Ausichtsratsvorsitzenden Albert Erzberger gewÀhlt.
01.04.1882 Der bisherige Direktor der Spinnerei und Buntweberei Pfersee, Louis Feßmann d. A., tritt an die Stelle des auf 1. April ausscheidenden Rudolf von Heuser.
1883 Herstellung verschiedener SpezialitĂ€ten fĂŒr Druck und Konfektion, wodurch das Unternehmen allmĂ€hlich wieder eine fĂŒhrende Stellung in der deutschen Baumwollindustrie einnimmt.
1883 Anschaffung einer weiteren Dampfmaschine.
1883 Der grĂ¶ĂŸte Teil des ansehnlichen Reingewinnes wird zu Abschreibungen und Reservestellungen verwendet.
1883 Neues Krankenkassengesetz.
1884 Verkauf der ehemaligen PulvermĂŒhle vor dem Roten Tor, da die dortige Wasserkraft fĂŒr die Errichtung eines neuen Werkes nicht mehr in Frage kommt.
1884 VergrĂ¶ĂŸerung der Weberei um 30 StĂŒhle; Ersatz der alten durch neue mit grĂ¶ĂŸeren Breiten.
1884 Bau eines weiteren Werkwohnhauses.
1885 Neue Statuten fĂŒr den Pensionsfonds und die Fabrikkrankenkasse.
1885 Hugo Brandenberger und Gustav Hertle erhalten Kollektiv-Vollmacht. Verhandlungen wegen Verkauf des Rosenau Anwesens.
10.03.1885 10. MĂ€rz: Neue Gesellschaftsstatuten unter BerĂŒcksichtigung der Vorschriften des Reichsgesetzes vom 18. Juli 1884.
1886 GĂŒnstige Entwicklung der Weberei. Große und lohnende AuftrĂ€ge.
1886 Weitere Auswechslung alter WebstĂŒhle gegen solche neuester Konstruktion.
1886 Das gĂŒnstige GeschĂ€ftsergebnis gestattet neben einer Dividende von 8 1/4 % große Abschreibungen und RĂŒckstellungen.
1886 Verhandlungen zwecks Ankauf der benachbarten Feinspinnerei, die sich jedoch wieder zerschlagen, nachdem sie fast bis in die Mitte des nÀchsten Jahres dauern.
01.06.1886 Anschluß an das in Augsburg neu erstellte Fernsprechnetz.
1887 Es tritt Garnmangel ein.
1887 Erhöhung des Aktienkapitals um fl. 340 000 (um 340 Aktien zu fl. 1.000,00), auf fl. 1 540 000.- = M. 2 640 000.-.
1887 Es macht sich eine weitere VergrĂ¶ĂŸerung notwendig.
20.08.1887 Eine außerordentliche Generalversammlung beschließt am 20. August den Bau des Werkes Rosenau, der noch im SpĂ€tsommer in Angriff genommen wird.
1888 Der Bau der neuen Spinnerei "Rosenau" macht gute Fortschritte und kann bis Ende des Jahres nahezu vollendet werden.
1888 Flotter GeschÀftsgang.
1888 Bau eines Hauses fĂŒr den kaufmĂ€nnischen Direktor in der NĂ€he des Werkes Altbau.
1888 Errichtung von drei weiteren WerkswohnhÀusern.
1889 Das GeschĂ€ft der Spinnerei ist noch gĂŒnstiger als das der Weberei, und es wird das bisher gĂŒnstigste Jahresergebnis von 773 000 M. erzielt.
03.1889 Die neue Spinnerei Rasenau wird MĂ€rz mit den ersten Gruppen in Betrieb genommen. Sie besitzt nur Dampfantrieb.
26.08.1889 Herabsetzung der Arbeitszeit von 12 auf 11 Stunden bei einer gleichzeitigen Lohnerhöhung von rund 5%.
1890 Kauf der sogenannten "AumĂŒhle" einschließlich verschiedener großer GrundstĂŒcke mit einem Gesamtmeßgehalt von 22,4 ha.
1890 Die Garnerzeugung ist auf 3 Mill. Kilo gestiegen.
12.04.1890 Louis Feßmann wird Prokura erteilt.
29.08.1890 FĂŒr die gesamte Belegschaft wird im Stadtgarten anlĂ€ĂŸlich des 50jĂ€hrigen BetriebsjubilĂ€ums eine Feier abgehalten.
1891 In geschĂ€ftlicher Hinsicht eines der unheilvollsten Jahre seit Bestehen der Baumwollindustrie ĂŒberhaupt. Von Anfang bis Ende des Jahres ein dauernder RĂŒckgang der Preise fĂŒr Garne und Gewebe.
1891 Bau eines weiteren Werkwohnhauses.
21.03.1891 Gleisanschluß an die Augsburger Localbahn.
1892 Aus dem Gewinn des Jahres 1891 erfolgt eine erstmalige Zuwendung von 50 000 M. an den neugeschaffenen Beamten-UnterstĂŒtzungs-Fonds.
1892 Errichtung eines weiteren Werkwohnhauses im Proviantbachquartier.
05.1892 Im Mai wird durch die Maschinenfabrik Augsburg eine große Dampfmaschine mit 600 PS und vier Kesseln im Altbau aufgestellt.
24.10.1892 Direktor Albert Frommel stirbt.
02.11.1892 Louis Feßmann d. Ä. wird zum stellvertretenden Vorstand ernannt.
1893 DurchfĂŒhrung verschiedener Verbesserungen in der Spinnerei Rosenau.
1893 Aufstellung von 86 neuen WebstĂŒhlen.
18.02.1893 Ferdinand Groß wird als kaufmĂ€nnischer Direktor und Vorstand der Gesellschaft berufen.
1894 Die Überproduktion in Deutschland macht sich immer stĂ€rker fĂŒhlbar.
1894 Die neue Dampfmaschinenanlage ermöglicht aber eine reibungslose DurchfĂŒhrung des Betriebes.
1894 Drei neue WerkwohnhÀuser mit zusammen 28 Wohnungen werden im Proviantbachquartier erstellt.
01.12.1894 bis 28.02.1895 WÀhrend des Winters herrschen ungewöhnliche EisverhÀltnisse.
1895 Kapitalerhöhung um 560 Aktien zu fl. 1.000,00
21.11.1895 PlĂ€ne fĂŒr eine neue Weberei mit etwa 600 StĂŒhlen und fĂŒr einen Spinnerei-Hochbau mit etwa 35 000 Spindeln werden erwogen, ausgearbeitet und von einer außerordentlichen Generalversammlung am 21. November genehmigt.
1896 Durch schlechte Witterung verzögert sich die Fertigstellung des Neubaues am Proviantbach.
1896 Erstmals Verteilung von DienstaltersprÀmien an die Gefolgschaft.
1896 Goldene Medaille auf der Bayer. Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung in NĂŒrnberg.
1896 Bau der Spinnerei "Proviantbach"
16.06.1896 Eine außerordentliche Generalversammlung beschließt am 16. Juni die Erhöhung des Aktienkapitals um fl. 560 000.-auf M. 3 600 000.-.
1897 Eine ArbeitszeiteinschrĂ€nkung muß durchgefĂŒhrt werden.
1897 Im Neubau Proviantbach werden 30 000 Spindeln und 500 WebstĂŒhle in Gang gesetzt.
1897 Neubau eines TĂŒchermegszins.
1897 GrĂ¶ĂŸere Erneuerungsarbeiten im Altbau und in der Rosenau.
1897 Errichtung eines weiteren Werkwohnhauses.
1898 Volle Inbetriebnahme des Werkes Proviantbach mit einer Spindelzahl von 42 000 und 640 WebstĂŒhlen.
1898 Sturz der Baumwolle bis auf 3 d!
1898 Bau von zwei weiteren ArbeiterwohnhÀusern im Proviantbachquartier.
1899 Das Jahr bringt eine noch nicht gekannte Preissteigerung der Baumwolle.
30.03.1899 Carl Fritz erhÀlt Prokura.
01.04.1899 Theodor Lipp tritt in den Ruhestand.
28.09.1899 Louis Feßmann d. J. tritt in die Firma ein.
01.01.1900 1. Januar: Abschaffung des PrÀmien-Systems.
1900 Es werden neue Gesellschafts-Statuten in Angleichung an das Handels Gesetzbuch erlassen.
1900 Das Werk zÀhlt nunmehr 2696 Gefolgschaftsmitglieder.
12.1900 Gegen Ende des Jahres kleinere BetriebseinschrÀnkung in der Weberei.
1901 Die schwere wirtschaftliche Depression in Deutschland zwingt zu einer allgemeinen BetriebseinschrÀnkung, die in den Webereien lÀngere Zeit mehr als 30% betrÀgt.
1901 Es mĂŒssen VerlustverkĂ€ufe vorgenommen werden, nur um den Betrieb ĂŒberhaupt durchzuhalten.
1902 Umschwung in den wirtschaftlichen VerhÀltnissen.
1902 In der Weberei mĂŒssen wegen Arbeitermangel verschiedene StĂŒhle lĂ€ngere Zeit stillstehen. Gegen Jahresende ist aber dieser Mangel wieder behoben.
1903 Die Nachfrage nach den Erzeugnissen hÀlt an.
1903 Wegen der großen Nachfrage Errichtung der Weberei III Werk Proviantbach.
1903 Erstellung von zwei weiteren WerkwohnhÀusern im Proviantbachquartier.
1904 Probeweise Aufstellung von 240 StĂŒck der neuerfundenen Northrop.WebstĂŒhle. Das Resultat ist befriedigend.
1904 WÀhrend des ganzen Jahres besteht Mangel an geschulten ArbeitskrÀften.
1904 Die seit 1877 in Gebrauch befindlichen Jonval-Turbinen im Werk Altbau werden durch Francis-Turbinen ausgewechselt.
1904 Zum erstenmal ĂŒbersteigt der Baumwollverbrauch die Grenze von 6 Millionen Kilogramm.
12.02.1904 Louis Feßmann d. J. erhĂ€lt Prokura.
1905 Der Sohn von Louis Feßmann d.Ä. wird Nachfolger als technischer Direktor.
17.09.1905 Louis Feßmann d. A. stirbt
01.10.1905 Erstellung von zwei weiteren WerkwohnhÀusern und eines Altersheims, das am 1. Oktober bezogen werden kann.
1906 Die Augsburger Textilindustrie fĂŒhrt den 10-Stunden-Tag ein. Diesem Vorgehen schließen sich die ĂŒbrigen Betriebe in Deutschland nur zögernd im Laufe des Jahres an.
1906 Erbanung weiterer zwei WerkwohngebÀude. 1129 Personen bewohnen jetzt 29 HÀuser mit zusammen 253 Wohnungen.
1907 Christian Diesel wird nach dem Tod von Ferndinand Groß vorĂŒbergehend als stellvertretender Vorstand gewĂ€hlt.
1907 Erstellung von drei ArbeiterhÀusern.
06.03.1907 Vorstand Kommerzienrat Ferdinand Groß stirbt unerwartet auf einer GeschĂ€ftsreise.
01.07.1907 Adolf Waibel wird als Direktor und Vorstand bestellt.
1908 Schlechter GeschĂ€ftsgang. 14%ige ProduktionseinschrĂ€nkung. Dem Lohnausfall wird durch eine freiwillige VergĂŒtung von 50% des ausmachenden Betrages begegnet.
1908 Erstellung von drei weiteren WerkwohnhÀusern.
1908 Durchschnittlicher Kurs der eigenen Aktien in 1908: 360 % .
FrĂŒhjahr 1909 Im FrĂŒhjahr erfolgt der Bau eines 4. Werkes der SWA in Augsburg, der sogenannten "AumĂŒhle" (Spinnerei, Baumwollmagazin, Kessel- und Maschinenhaus und Weberei) zwischen der Spinnerei Altbau und den Proviantbachanlagen; Architekt: Ph. J. Manz. Die Bauarbeiten werden mit Eintritt des Winters beendet. Grund der Erstellung ist, die Fabrikation zu spezialisieren und zu verbilligen, sowie eine ErgĂ€nzung der Sortimente vorzunehmen.
1909 FĂŒr Maschinen und Immobilien werden in diesem Jahr M. 3.200.000,00 aufgewendet.
27.01.1909 Louis Feßmann wird stellvertretender Vorstand.
06.04.1909 Zur VergrĂ¶ĂŸerung des Werkes Kapitalerhöhung um M 900.000,00 (auf fl. 2625000,00 oder M 4.500.000,00)
1910 Walter Frisch wird zum Prokuristen bestellt.
1910 Bau eines Werkwohnhauses.
1910 Aufnahme einer Anleihe in Höhe von M 2.400.000,00 in 5 % Schuldverschreibungen zu M 1.000,00 .und M 500,00. Aufwertungsbetrag RM 150,00 , bzw. RM 75,00. (Noch im Umlauf Ende 1942: RM 51.975,00).
Ende Febr. 1910 Aufnahme des Betriebs in der AumĂŒhle, in der 26 000 Spindeln und 492 WebstĂŒhle aufgestellt sind.
15.04.1910 Louis Feßmann wird zum weiteren Vorstandsmitglied bestellt.
07.1910 Im Juli Hochwasserkatastrophe am Hochablaß, von der auch die Werke stark in Mitleidenschaft gezogen werden.
22.07.1910 Mit dem 22. Juli erlischt die Prokura des Carl Fritz.
10.08.1910 Adolf Waibel scheidet aus dem Vorstand aus.
01.01.1911 Am 1. Januar wird Otto Lindenmeyer zum Vorstand der Gesellschaft berufen und die Herren Gottlieb Seutter und Friedrich Scheuffelhut als Prokuristen bestellt.
1911 Sehr unsichere BaumwollmarktverhÀltnisse. Preissturz innerhalb 4 Monaten um 40% .
1912 Die Werke sind das ganze Jahr ĂŒber voll beschĂ€ftigt.
1912 Vermehrung der Spindeln im Werk AumĂŒhle um 6000 und der WebstĂŒhle um 237.
Mitte 1912 Mitte des Jahres stehen wegen Arbeitermangel 100 StĂŒhle still.
26.09.1912 Prokurist Scheuffelhut scheidet durch Tod aus.
1913 Der gute GeschÀftsgang hÀlt an.
1913 Trotz der starken Auswirkungen des Balkankrieges sind die Werke wĂ€hrend des ganzen Jahres voll ausgenĂŒtzt.
1913 Maschinelle ErgĂ€nzungen im neuen Werk AumĂŒhle.
1913 Neue Brunnenanlage im Werk Proviantbach.
1913 Die Zahl der beschÀftigten Gefolgschaftsmitglieder belÀuft sich auf 3253.
01.01.1914 bis 31.03.1914 Allgemeine Überproduktion im 1. Quartal. Es wird eine 17 1/2 %ige EinschrĂ€nkung in den Betrieben vorgenommen, wobei aber entsprechende EntschĂ€digungen an die Arbeiter fĂŒr entgangenen Lohn gezahlt werden.
1914 In dieses Jahr fÀllt der Beginn des Weltkrieges mit seinen schweren Folgen auf allen Gebieten menschlichen und wirtschaftlichen Lebens.
1914 Zu Beginn des Krieges herrscht fast vollkommene GeschĂ€ftsstille, die noch grĂ¶ĂŸere BetriebseinschrĂ€nkungen bedingt. Dann wird aber auf Herstellung von Heeresbedarf ĂŒbergegangen und die Gefolgschaft, die im Jahresdurchschnitt 3177 Mitglieder zĂ€hlt, kann dauernd voll beschĂ€ftigt werden.
1914 Über 600 Personen Arbeiter, Angestellte und deren Angehörige finden durch die Gesellschaft UnterstĂŒtzung.
1915 Zum grĂ¶ĂŸten Teil wird fĂŒr die Heeresverwaltung gearbeitet, welche die RohstoffvorrĂ€te in nationalem Interesse beschlagnahmt und entsprechende Produkffonsvorschriften erlĂ€ĂŸt.
1915 BetriebseinschrÀnkungen. Einstellung von Frauen an Stelle der ins Feld gezogenen MÀnner.
1915 Errichtung einer sogenannten "KriegskĂŒche" (VerpflegungskĂŒche).
1915 Über neutrale HĂ€fen gelingt es noch, eine ansehnliche Baumwollmenge hereinzubekommen.
1916 Die Produktion in der Spinnerei betrĂ€gt noch 7 1/2 %, die der Weberei 12 % einer normalen Friedenserzeugung. Zwei Werke mĂŒssen ganz stillgelegt werden.
1916 Freigewordene RĂ€ume werden der Heeresverwaltung und der Stadt zur Lagerung von Lebensmitteln ĂŒberlassen.
1916 Herstellung von Papiergarnen und deren Verarbeitung in der Weberei.
1917 Durch Errichtung eines Munitionsbetriebes in der Weberei Rosenau wird teilweiser Ersatz fĂŒr die eingeschrĂ€nkte BeschĂ€ftigung geschaffen.
1917 Die Produktion, die anfangs des Jahres an Auftragszuweisungen leidet, spÀter durch Arbeitermangel gehemmt wird, betrÀgt in der Spinnerei 12%, in der Weberei 18% einer normalen Friedenserzeugung.
1917 Einrichtung einer Beschaffungsstelle fĂŒr Lebensmittel, Holz und Kohlen, fĂŒr die Betriebsangehörigen.
1917 Errichtung einer PatronenwÀscherei.
1917 Herstellung von MilitĂ€rköper sowie Stoffen fĂŒr Ballone und Gasmasken.
1917 Nur die gesunden inneren VerhĂ€ltnisse der Gesellschaft ermöglichen ĂŒberhaupt die FortfĂŒhrung des Betriebes.
31.10.1917 Am 31. Oktober erhÀlt Ing. Friedrich Weinbrenner Prokura.
1918 Die Spinnerei ist mit 8 1/2 %, die Weberei mit 14% ausgenĂŒtzt.
1918 Errichtung einer Abteilung fĂŒr Geschoßkorb- und Kisten-Instandsetzung. Einstellung aller vom Felde wieder zurĂŒckkehrenden Arbeiter.
1918 Die KriegskĂŒche sowie die Beschaffungsstelle fĂŒr Lebensmittel, Holz und Kohlen bleiben noch bestehen.
1. Weltkrieg 75 Werkangehörige ließen im 1. Weltkrieg ihr Leben fĂŒr Volk und Vaterland.
1918 Die Zahl der Gefolgschaftsmitglieder betrÀgt am Ende des Jahres 1811.
1919 Fortgesetzte starke BetriebseinschrÀnkungen durch Rohstoffmangel, der seinerseits wieder durch die teuren Preise bedingt ist. Kohlenmangel!
1919 Wegen Kohlenmangel kann das Werk Rosenau nur einige Monate betrieben werden, wĂ€hrend die AumĂŒhle immer noch stilliegt.
1919 Zusammenlegung der mit Wasserkraft betriebenen Webereien in das Werk Proviantbach.
1919 Um möglichst vielen ArbeitskrĂ€ften BeschĂ€ftigung zu geben, wird im Werk Altbau Schichtbetrieb eingefĂŒhrt.
01.01.1920 Mit dem 1. Januar scheidet Louis Feßmann aus der Firma aus.
01.03.1920 bis 31.12.1920 Die Zerfallserscheinungen der WĂ€hrung werden immer fĂŒhlbarer. PreisrĂŒckgang der Garne und TĂŒcher seit MĂ€rz. Die eigene Beschaffungsstelle wird vorlĂ€ufig noch beibehalten.
02.03.1920 Adolf Dorffmeister wird Nachfolger als technischer Direktor und tritt am 2. MÀrz ein; er erhÀlt Einzelprokura.
16.03.1920 Die Generalversammlung vom 16. MĂ€rz beschließt verschiedene Anderungen der Gesellschaftsstatuten und die Erhöhung des Aktienkapitals um M 3.000.000,00, teils durch Aufzahlung, teils durch Ausgabe von 875 Stammaktien und 250 Namens-Vorzugsaktien zu M 2.000,00 auf M. 7 500 000.-.
1921 Das GeschÀft bessert sich, die Garn- und Gewebeerzeugung steigt.
1921 Die bisher stillgelegten Werke AumĂŒhle und Rosenau können wieder in Betrieb genommen werden.
1921 Bau eines Doppelwohnhauses im Proviantbachquartier.
1922 Der WĂ€hrungszerfall nimmt immer grĂ¶ĂŸere Ausmaße an. Chaotische ZustĂ€nde auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens. Zwangsanleihen.
1922 Kleinere BetriebseinschrÀnkungen.
1922 Es erfolgt der Bau einer Schlosserei und Schreinerei im Werk Proviantbach sowie einer SchlosserwerkstÀtte in der Rosenau.
04.1922 Der Neubau des heutigen VerwaltungsgebÀudes und die Erstellung eines neuen Magazins werden in Angriff genommen.
1923 Die Umstellung von Papiermark auf Rentenmark im November bringt wenigstens in dieser Hinsicht wieder normale VerhÀltnisse.
1923 Die Herren Heinrich Haug, Martin HĂ€ckel, Georg Dalm und Christian Roth werden zu Kollektiv-Prokuristen der Gesellschaft bestellt.
11.01.1923 Das Jahr bringt am 11. Januar die Ruhrbesetzung mit ihren schweren Folgen und den Höhepunkt der Inflation.
01.03.1923 bis 01.06.1923 Ab MĂ€rz erfolgt die Rechnungsstellung ausschließlich nur noch in USA-Dollars, eine Maßnahme, die bis 1. Juni 1930 beibehalten wird.
15.10.1923 Am 15. Oktober scheidet Prokurist Walter Frisch aus.
1923 Die Papiermarkbilanz auf 31. Dezember schließt mit einer Bilanzsumme von M. 6 083 213 713 670 299 779.75 (in Worten: Sechs Trillionen, 83 Billiarden, 213 Billionen, 713 Milliarden, 670 Millionen, 299 Tausend, 779 Mark 75Pf.l). Dabei betrĂ€gt das Aktienkapital unverĂ€ndert noch M. 7,5 Millionen Mark.
01.01.1924 Die Goldmark-Eröffnungsbilanz am 1. Januar schließt mit einer Bilanzsumme von M. 12 896 169.79.
1924 Gute und lohnende BeschĂ€ftigung trotz vorĂŒbergehender EinschrĂ€nkung. GegenĂŒber 1923 betrĂ€gt die Steigerung etwa 30 % .
29.07.1924 Lt. Hauptversammlung vom 29. Juli 1924 Umstellung des A.-K. von M 7.500.000,00 auf RM 4.208.500,00. durch Abstempelung der 3500 Stammaktien von M 2.000,00 auf RM 1.200,00 und der 250 Vorzugsaktien von M 2.000,00 auf RM 34,00. Die 4 %ige Obligationsanleihe von 1910 wird auf GM 327.600,00 umgestellt.
1925 Das ganze Jahr ĂŒber kann voll und geregelt gearbeitet werden.
1925 Erneuerungen des Maschinenparkes.
1925 Um den beschĂ€ftigten MĂŒttern die Sorge um die Betreuung ihrer Kinder abzunehmen, wird ein ganz modern eingerichtetes Kinderheim errichtet.
1925 Weitere Aufwertung der Einlagen bei der Fabriksparkasse mit 20 %; damit betrÀgt die Gesamtaufwertung auf Ende 1925 50%.
11.1925 Es tritt ein merklicher Konjunkturumschwung ein, der sich in einem starken RĂŒckgang der AuftrĂ€ge bemerkbar macht.
01.01.1926 bis 30.06.1926 Der scharfe RĂŒckgang an AuftrĂ€gen setzt sich auch im 1. Halbjahr fort.
1926 Die BeschĂ€ftigung ist, weil fast das ganze Jahr ĂŒber mit EinschrĂ€nkungen gearbeitet werden muß, in der Spinnerei etwa 64%, in der Weberei etwa 68% einer normalen Friedenserzeugung.
1926 Die Reparationsbelastung der Industrie ist etwas mehr als 15% des Betriebsvermögens.
20.02.1926 Am 20. Februar wird Gottlieb Seutter zum stellvertretenden Direktor ernannt.
01.07.1926 bis 31.12.1926 Das 2. Halbjahr ist in Hinsicht auf die AuftrĂ€ge besser, jedoch können nur sehr schlechte Preise erzielt werden, so daß teilweise mit Verlust verkauft wird.
01.09.1926 bis 31.12.1926 Ab September starker RĂŒckgang der Baumwollpreise.
10.1926 Im Oktober wird das Kinderheim eröffnet.
1927 Der grĂ¶ĂŸte Teil des Jahres bringt gute BeschĂ€ftigung bei steigenden Baumwollpreisen.
1927 Trotz des deutsch-französichen Handelsvertrags wird noch ein gutes GeschÀftsergebnis erzielt
08.1927 Im August werden die Verhandlungen ĂŒber den deutsch-französischen Handelsvertrag zum Abschluß gebracht, der sehr weite ZugestĂ€ndnisse auf Garn- und Gewebezölle fĂŒr auslĂ€ndische Baumwollartikel macht.
01.01.1928 bis 30.06.1928 Das 1. Halbjahr bringt bei Vollproduktion ein noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig befriedigendes Ergebnis.
1928 Die Herabsetzung der Einfuhrzölle, allgemeine Überproduktion verbunden mit Absatzmangel, bedingt aber fĂŒr die 2. HĂ€lfte des Jahres betrĂ€chtliche Verluste.
1928 Mit der Verarbeitung von Zellwolle wird im kleinen begannen.
1928 Das Jahresergebnis ergibt auf den Kurswert der Aktien umgerechnet eine Verzinsung von etwa 4 %, wÀhrend die Steuerbelastung rund 27 % des Aktienkapitals ausmacht.
1928 Geheimrat Clemens Martini wird als Nachfolger von Paul Ritter von Schmidt gewÀhlt.
18.08.1928 Geh. Kommerzienrat Dr.-Ing. e. h. Paul Ritter von Schmid stirbt. Er gehörte fast 60 Jahre lang als Mitglied dem Aufsichtsrat an und war 46 Jahre dessen Vorsitzender.
01.10.1928 bis 31.12.1928 Seit Oktober wird in Spinnerei und Weberei eingeschrÀnkt gearbeitet.
1929 RĂŒckgang des Absatzes und der Erzeugung; BetriebseinschrĂ€nkungen; PlĂ€ne fĂŒr umfangreiche Rationalisierungsmaßnahmen.
1929 Stillegung der Spinnerei Rosenau, um in den anderen Betrieben nach entsprechenden Verbesserungen und Umstellungen kurze Wechselschichten einzufĂŒhren.
14.07.1929 Tod des technischen Direktors Adolf Dorffmeister.
15.10.1929 Als Nachfolger von Adolf Dorffmeister und stellvertretender Vorstand tritt am 15. Oktober Dipl.-Ing. Hermann Kluftinger in die Gesellschaft ein.
1930 Die Ende 1927 eingetretene Wirtschaftskrise dauert in verstĂ€rktem Maße an.
1930 Die stĂ€ndig fallenden Rohstoffpreise - um rund 40 % im Laufe des Jahres - machen GeschĂ€ftsabschlĂŒsse auf lange Sicht unmöglich.
1930 Durch erhebliche Aufwendungen fĂŒr technische Erneuerungen und Verbesserungen können die Herstellungskosten gesenkt werden.
1930 Nach satzungsgemĂ€ĂŸen Abschreibungen verbleibt noch ein normaler Gewinn.
01.10.1930 Am 1. Oktober tritt der Leiter der Verkaufsabteilung, Direktor Gottlieb Seutter, im Alter von 80 Jahren in den Ruhestand.
01.01.1931 Dr.-Ing. Walter Lindenmeyer wird ab 1. Januar zum Prokuristen bestellt.
1931 Anhaltender RĂŒckgang der Baumwollpreise verursacht ZurĂŒckhaltung der KĂ€ufer und damit Überangebot und Preisunterbietungen.
1931 Umfassende Neuordnung des Verkaufswesens. Anpassung der Lagerhaltung an kurzfristige Eindeckungsweise der Abnehmer.
1931 Aufbau der Bleichwarenabteilung.
1931 Erhebliche Steigerung der Erzeugung durch schlechtpreisige ZusatzverkĂ€ufe, um trotz durchgetĂŒhrter technischer Rationalisierung die ganze Gefolgschaft durchhalten zu können.
16.04.1931 Die 250 Vorzugsaktien von M 2.000,00 (abgestempelt auf RM 34,00) werden lt. Hauptversammlung vom 16. April 1931 umgetauscht in 85 StĂŒck zu RM 100,00.
1932 Tiefstand der Wirtschaftskrise. Weitere Erschwerung des Gewebeabsatzes durch zunehmende Bevorzugung von Wirkwaren.
1932 Erweiterung des Verkaufs- und Erzeugungsplanes durch Aufnahme preislich gĂŒnstiger neuer Sorten. Volle Gesamterzeugung trotz vorĂŒbergehender allgemeiner BetriebseinschrĂ€nkung.
1932 FortfĂŒhrung der technischen Erneuerung. Verbilligung der Herstellungskosten.
1932 VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸig befriedigendes GeschĂ€ftsergebnis.
1933 Durch die erfolgreiche BekĂ€mpfung der Preisschleuderei Besserung der bisher völlig ungenĂŒgenden Erzeugungsspannen.
1933 Infolge ZurĂŒckhaltung gewisser Abnehmerkreise muß Umsatzsteigerung zwecks BeschĂ€ftigung der erhöhten Gefolgschaftszahl durch VerkĂ€ufe zu Ausnahmepreisen erreicht werden.
30.01.1933 Nach der Machtergreifung durch die NSDAP. Umsatzbelebung zunĂ€chst durch großen Bedarf an Fahnentuchen und Uniformköper.
1934 Mit zunehmender Devisenknappheit steigende Kauflust der Kunden und TĂ€tigung umfangreicher AbschlĂŒsse auf lĂ€ngere Sicht.
1934 Infolge verkĂŒrzter Devisenzuteilung können erhebliche Mengen USA.-Baumwolle nicht mehr bezogen werden. Als Ersatz werden zu höheren Preisen im Austausch beschaffte "Exoten" gekauft.
1934 Erhebliche Umsatzsteigerung der Zellwoll-Abteilung.
1934 Das GeschĂ€ftsergebnis gestattet eine Gewinnverteilung von 5% und vermehrte Aufwendungen fĂŒr Sozialleistungen.
22.03.1934 Mit dem Gesetz vom 22. MĂ€rz ĂŒber den Verkehr mit industriellen Rohstoffen beginnt die Zeit der staatlichen Rohstoffbewirtschaftung. Einkauf von Baumwolle ist ohne Genehmigung der Überwachungsstelle in Bremen verboten.
07.1934 Im Juli wird durch die "Faserstoffverordnung" die Baumwollverarbeitung auf 70% festgesetzt und u. a. die Preisbildung einschrÀnkenden Vorschriften unterworfen, die spÀter wiederholt verschÀrft werden.
01.07.1934 bis 31.12.1934 Der Verkauf von Baumwollgeweben muß im 2. Halbjahr wegen zu großen Auftragsbestandes fast völlig eingestellt werden. Aufbau der Abteilung "VerrechnungsgeschĂ€fte" zur Sicherung mengen- und gĂŒtemĂ€ĂŸig ausreichender Baumwollversorgung durch TauschgeschĂ€fte.
07.1934 Im Juli erhÀlt Dr.-Ing. Julius Lindenmeyer, im September Hans Sailer Prokura.
1935 Die Schwierigkeiten in der Rohstoffversorgung bestehen fort. HÀufiger Wechsel in Herkunft und Art der Baumwolle und die BetriebseinschrÀnkungen bedingen erhebliche Verteuerung der Herstellungskosten.
1935 TÀtigung zahlreicher TauschgeschÀfte (gegen Ausfuhr deutscher Erzeugnisse Einfuhr von Baumwolle aus den verschiedensten LÀndern).
1935 Beteiligung an der GrĂŒndung der SĂŒddeutschen Zellwolle Aktiengesellschaft, Kelheim.
1935 Weitere Umsatzsteigerung in Zellwollgeweben.
1935 Außerbetriebsetzung der letzten Selfaktoren.
1935 Die Gesamtzahl der Gefolgschaft ist auf rund 4000 gewachsen.
01.07.1935 bis 31.12.1935 Im 2. Halbjahr in Auswirkung der vorangegangenen Hamsterwelle geringere Nachfrage.
12.1935 Im Dezember durch das "Spinnstoffgesetz" weitere einschneidende BeschrÀnkungen, vor allem in der Preisgestaltung.
01.01.1936 Geheimrat Otto Lindenmeyer kann am 1. Januar auf eine 25jÀhrige TÀtigkeit als Vorstand der Firma zuriickblicken.
1936 Die Verarbeitung von Zellwolle nimmt weiter zu.
1936 Im Rahmen des Vierjahresplanes weitere Beteiligung an der SĂŒddeutschen Zellwolle Aktiengesellschaft, Kelheim.
1936 Im Laufe des Jahres weitere EinschrÀnkung der Baumwollverarbeitung auf rund die HÀlfte der nor malen Verarbeitung in Spinnerei und Weberei.
1936 Infolge Einstellung des Tauschverkehrs mit USA. gelangen große BaumwollabschlĂŒsse nicht mehr zur Auslieferung.
1936 Infolge Einstellung des Tauschandels mit den USA vorĂŒbergehend EinschrĂ€nkung in der Hereinnahme weiterer AuftrĂ€ge auf Baumwollgewebe.
01.02.1936 bis 31.12.1936 Ab Februar allgemeine Beimischung von Zellwolle (8 - 16%) zu den Baumwollgarnen fĂŒr den Inlandsmarkt.
25.04.1936 bis 30.04.1936 Ende April tritt Geheimrat Clemens Martini aus GesundheitsrĂŒcksichten als Vorsitzender des Aufsichtsrats zurĂŒck.
um den 01.05.1936 An die Stelle von Clemens Martini wird Staatsrat Dr. E. G. von Stauß als Vorsitzender der "Mech. Baumwollspinnerei Augsburg" gewĂ€hlt.
10.1936 Im Oktober verstĂ€rkte KurzarbeiterunterstĂŒtzung.
Anfang Dez. 1936 Anfang Dezember trotz steigender Rohstoffpreise und erhöhter Herstellungskosten Verbot jeglicher Preiserhöhung.
01.1937 Anfang 1937 Vereinbarungen mit USA. ĂŒber neue Baumwolleinkaufsmeglichkeiten.
1937 Milderung des Preiserhöhungsverbotes.
1937 Beginn der laufenden Lieferungen des neuen Zellwollwerkes in Kelheim.
09.03.1937 Der frĂŒhere Vorsitzende des Aufsichtsrats, Geheimrat Clemens Martini, stirbt.
19.05.1938 Lt. Hauptversammlungsbeschluß vom 19. Mai 1938 Herabsetzung des A.-K. auf Reichsmark 4.200.000,00 durch Einziehung der nom. RM 8.500,00 Vorzugsaktien.
16.11.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
1968 Das erste FabrikgebÀude von Lendorff wird bis auf das Turbinenhaus abgerissen
1972 J. N. Göggler erwirbt die Mehrheitsbeteiligung an "SWA Mech Baumwoll-Spinnerei und Weberei Augsburg", "ERBA AG fĂŒr Textilindustrie", Erlangen und "VAL MEHLER AG", Fulda mit deren vielseitigen Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Und damit GrĂŒndung einer der bedeutendsten Textilgruppen des EWG-Raumes mit ĂŒber 12.000 Mitarbeitern und ĂŒber 1 Mrd. Jahresumsatz in Produktion, Handel, Immobilien und Beteiligungen.
24.01.1976 Nach dem Kabinettsbeschluß der Bayerischen Regierung unter Vorsitz von Dr. h.c. Goppel vom 8. Januar 1976 erfolgt der Aufmarsch von 4000 Arbeitern aus allen Teilen der Firmengruppe in FĂŒssen auf dem WerksgelĂ€nde der HFI und eine totale, außergerichtliche Enteignung und Entmachtung Glögglers. Der Aufsichtsratsvorsitzende und MehrheitsaktionĂ€r der Firmengruppe Glöggler darf das WerksgelĂ€nde und die BĂŒros seiner Gruppe nicht mehr betreten. Die anschließenden GesprĂ€che fĂŒhrt Wirtschaftsminister Anton Jaumann mit Banken, Gewerkschaftsvorsitzenden, Finanzgesellschaften und trifft entscheidende BeschlĂŒsse unter Ausschaltung vom EigentĂŒmer. Diese amtsanmaßende GeschĂ€ftsfĂŒhrung hat zur Folge, daß HFI FĂŒssen und die SWA Augsburg in den Konkurs getrieben wird. Es folgt ein Kapitalschnitt auf Null aller an der der Börse gehandelten Aktien mit Ausnahme der Aktien von der "Phillipp Holzmann AG" und der "Dierig AG". Als Folge der Kapital-Abwertung der Aktien auf Null wird Herr Glöggler augenblicklich mittellos und auch persönlich in den Konkurs getrieben.




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Baumwollgarne 1840 Beginn (Inbetriebnahme) 1937 [100 Jahre Mech. Baumwoll-Spinnerei (1937)]  
Baumwollgewebe 1840 Beginn (Inbetriebnahme) 1937 [100 Jahre Mech. Baumwoll-Spinnerei (1937)]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1879 Maschinenfabrik Augsburg AG
Dampfmaschine 1883 Maschinenfabrik Augsburg AG
Dampfmaschine 1889 Maschinenfabrik Augsburg AG
Dampfmaschine 1890 Maschinenfabrik Augsburg AG
Dampfmaschine 1896 Maschinenfabrik Augsburg AG
Dampfmaschine 1910 Maschinenfabrik Augsburg-NĂŒrnberg AG
Dampfmaschine 25.07.1916 Maschinenfabrik Augsburg-NĂŒrnberg AG, Werk NĂŒrnberg
Dampfmaschine 1936/37 Maschinenfabrik Augsburg-NĂŒrnberg AG, Werk NĂŒrnberg
Dampfmaschine 1845/46 Lokomotiv- und Maschinenfabrik J. A. Maffei
Dampfmaschine 1858 Maschinenfabrik Augsburg AG




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1840 752        
1841 762        
1842 1062        
1843 1082        
1844 981        
1845 1192        
1846 1432        
1847 1410        
1848 1369        
1849 1408        
1850 1407        
1851 1497        
1852 1498        
1853 1485        
1854 1457        
1855 1442        
1856 1432        
1857 1474        
1858 1346        
1859 1075        
1860 1074        




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Dipl.-Ing. Hermann Kluftinger, Augsburg; Dr.-Ing. Walter Lindenmeyer, Augsburg. Aufsichtsrat: Geh. Komm.-Rat Otto Lindenmeyer, Augsburg, Vorsitzer; Bankdirektor Komm.-Rat Friedrich Schmid, Augsburg, stellv. Vorsitzer; Gutsbesitzer Ernst Forster, Schloß Eisenburg bei Memmingen; Rechtsanwalt Dr. Arthur Lindgens, Berlin; Geh. Reg.-Rat Dr. Alexander Kreuter, Berlin; Fabrikbesitzer Clemens Martini, Augsburg; Bankdirektor Georg Otto Rienecker, MĂŒnchen; Sven Eugen von Stauss, Berlin. Mitglieder des Vorstandes und des A.-R. mĂŒssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und ihren dauernden Wohnsitz in Deutschland haben. AbschlußprĂŒfer fĂŒr 1943: SchwĂ€bische Treuhand-A.-G., Stuttgart. Hauptversammlung (Stimmrecht): Je nom. RM. 1.200,00 1 Stimme. Reingewinn-Verwendung: Der Reingewinn, der sich nach Vornahme von Abschreibungen, Wertberichtigungen, RĂŒckstellungen und RĂŒcklagen ergibt, wird wie folgt verteilt: a) ZunĂ€chst erhalten die Inhaber der Aktien bis zu 4 % des eingezahlten Grundkapitals als Gewinnanteil; b) von dem Mehrgewinn erhalten die von der Hauptversammlung gewĂ€hlten Mitglieder des A.-R. zusammen einen Anteil von 10 %; c) der Rest wird an die AktionĂ€re verteilt, soweit die Hauptversammlung nicht anders beschließt. GeschĂ€ftsjahr: 1. Januar bis 31. Dezember. Grundkapital: nom. RM 4.200.000,00 Stammaktien in 3500 StĂŒcken zu je RM 1.200,00 (Nr. l-3500).
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5135]


ZEIT1943
THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens
TEXTGegenstand des Unternehmens: Verarbeitung von Spinnstoffen, insbesondere Betrieb von Spinnereien und Webereien sowie Verwertung und Veredlung eigener und fremder Erzeugnisse aus Spinnstoffen. Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Maßnahmen zu ergreifen, die zur Erreichung und Förderung des Gesellschaftszweckes dienlich erscheinen. Erzeugnisse: HauptsĂ€chlich Kretonne und Renforce in den bekannten Spezialmarken, ferner feine Makogewebe und Damaste. Seit mehreren Jahren werden auch Zellwollgarne. Zellwollgewebe und Zellwollmischgewebe hergestellt.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5135]


ZEIT1943
THEMABesitzverhÀltnisse
TEXTAnlagen: Die Fabriken bestehen aus 4 Baumwoll-Spinnereien und 3 Webereien und arbeiten mit zusammen etwa 150 000 Spindeln und 3600 WebstĂŒhlen. Sonstiger Besitz: 393 Arbeiter- und Beamtenwohnungen, ein Altersheim, Kinderheim, MĂ€dchenheim fĂŒr ledige Arbeiterinnen, 3 Hausmeistereien mit Wirtschaftsbetrieb. Eigene Fabrikfeuerwehr mit LöschgerĂ€ten.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5135]


ZEIT1943
THEMABeteiligung an folgenden Unternehmens
TEXTBeteiligungen: Die Beteiligungen bestehen hauptsÀchlich aus dem Besitz von Aktien der Augsburger Localbahn A.-G., Augsburg, aus der Beteiligung an zwei zum Abnehmerkreis zÀhlenden Firmen sowie aus Anteilen an neu errichteten Unternehmungen zur Erzeugung von Zellwolle und anderen inlÀndischen Faserstoffen.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5135]