Christian Dierig Aktiengesellschaft

Allgemeines

FirmennameChristian Dierig Aktiengesellschaft
OrtssitzLangenbielau (Schlesien)
OrtsteilOberlangenbielau
Stra├čeFabrikstr.
Art des UnternehmensWeberei
AnmerkungenHier: in Langenbielau; seit 1919 Zweigwerk in Augsburg; seit 1946 nur Augsburg (s.d.). Bis 1902: OHG, dann GmbH, ab 1928: AG. Auch Werke in Sachsen. [GMA (1894)]: "Leinenspinnerei und Weberei". Um 2005: die Fabrik in Bilawa existiert noch und liefert Gewebe unter der Marke "Bielbaw" u.a. nach Augsburg.
Quellenangaben[Werk von 5 Generationen (1955)] [Reichs-Adre├čbuch (1900) 2846] [Gebr. Sulzer: Verz. ... Dampfmaschinen (um 1900)] [FAZ, 28.08.2005, S. 38] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 3969]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1805 Gr├╝ndung durch Christian Gottlob Dierig (1781-1848) als Einzelunternehmen. Er wird nach handwerklichem Beginn "Verleger", er zieht umher und verkauft die von anderen gewebte Ware unter seinem Namen.
06.1844 Weberaufstand: Die Proteste greifen von "E. F. Zwanziger" in Peterswaldau auf Langenbielau ├╝ber. Wilhelm Dierig, der Sohn des Gr├╝nders, verhandelt mit den demonstrierenden Webern und bietet ihnen Geld. Dar├╝ber kommt es zum Streit, der Kommandeur der preu├čischen Truppen, die das Dierig'sche Anwesen sch├╝tzen sollen, ger├Ąt in Panik und l├Ą├čt feuern. Es gibt elf Tote und zwei Dutzend Verletzte. Damit bricht die Katastrophe aus. Das Wohnhaus der Dierigs (in Gerhard Hauptmanns "Die Weber" unter dem Namen "Dittrich") wird demoliert, der Weinkeller ausgeraubt, alle Webst├╝hle und Jacquardmaschinen der Fabrik zerst├Ârt. Danach schl├Ągt preu├čisches Milit├Ąr die Revolte nieder. - Gerhard Hauptmann wird wegen seines St├╝cks von Friedrich Dierig jun. wegen Verleumdung verklagt, da sich seine Familie nicht als r├╝cksichtslose Ausbeuter sieht. Sie verlieren den Proze├č, weil die Richter auf dichterische Freiheit erkennen. Erste ├Âffentliche Auff├╝hrung der "Weber" erst 1894.
1848 Tod des Firmengr├╝nders Christian Gottlob Dierig
1866 Installation einer Dampfmaschine zum Antrieb der Webst├╝hle
1889 Lieferung einer Dampfmaschine durch G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt
1890 Lieferung einer Dampfmaschine durch G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt
1891 Lieferung einer Dampfmaschine durch G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt
1892 Lieferung einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1894 Lieferung einer Dampfmaschine durch G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt
07.05.1894 Friedrich Dierig sen. stirbt
1902 Lieferung einer Dampfmaschine durch G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt
1902 Gr├╝ndung der "Christian Dierig G. m. b. H."
1903-1905 Bald nach der Gr├╝ndung der G. m. b. H. im Jahre 1902 beginnt der Bau bzw. die Angliederung der ausw├Ąrtigen Betriebe, welche in ihrer Gesamtheit das Oberlangenbielauer Werk, bei Gr├╝ndung der Aktiengesellschaft, an Gr├Â├če ann├Ąhernd erreichen.
25.08.1904 Die Tochter von Herrn Georg Dierig ist Braut
05.08.1905 Dr. Wolfgang Dierig ist Br├Ąutigam
21.11.1905 Gro├čer Brand in der Fabrik
1906 Friedirch Dierig jun. erkrankt schwer und mu├č ├╝ber 10 Jahre dem Betrieb fernbleiben.
1906 Lieferung einer Dampfmaschine durch G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt
22.04.1906 Der neue Schornstein wird ├╝bergeben
22.05.1906 Schermeister Schroer stirbt
15.05.1908 Silberhochzeit bei Herrn Georg Dierig
19.11.1908 Georg Dierig wird Kommerzienrat
1911 Dr. G├╝nther Dierig tritt in die Firma ein.
21.11.1911 Anfang der neuen Spinnerei
24.03.1917 Kommerzienrat Georg Dierig stirbt
1921 Julius Graf jun. tritt in das Gesch├Ąft ein
1921 Julius Graf jun. f├╝hrt zun├Ąchst die Modernisierung der Spinnereien und Webereien durch
01.01.1923 Umstellung des Hauptbuchs auf Dollar am 1. Januar
01.01.1928 Die Gesch├Ąfte der zusammengeschlossenen Firmen werden mit Wirkung vom 1. Januar 1928 an f├╝r Rechnung der neuen Aktiengesellschaft gef├╝hrt
11.04.1928 Gr├╝ndung der Aktiengesellschaft durch Zusammenschlu├č der von den Firmen "Christian Dierig G. m. b. H." in Langenbielau (gegr. 1805), "Christian Dierig-Werke am M├╝hlbach G. m. b. H." in Augsburg-Pfersee, "Baumwoll-Finanz-Aktiengesellschaft" in Bremerhaven, "Christian Dierig-Werke Gr├╝nau-Berlin Aktiengesellschaft" in Berlin-Gr├╝nau und "Frankenberger Bleicherei, F├Ąrberei und Appretur Aktiengesellschaft" in Frankenberg (Sachs.) betriebenen Fabrikations- und Handelsunternehmungen. Das Gr├╝ndungskapital der Aktiengesellschaft betr├Ągt Reichsmark 30.000.000,00 Stammaktien und verteilt sich auf die Gr├╝ndergesellschaften wie folgt: nom. RM 15.866.000,00 Baumwoll-Finanz Akt.-Ges., Bremerhaven, nom. RM 13.186.000,00 Christian Dierig G.m.b.H.. Oberlangenbielau; nom. RM 534.000,00 Christian Dierig-Werke Gr├╝nau-Berlin Akt.-Ges., Berlin-Gr├╝nau; nom. RM 268.000,00 Frankenberger Bleicherei, F├Ąrberei und Appretur Akt.-Ges.; nom. RM 146.000,00 Christian Dierig-Werke am M├╝hlbach G. m. b. H., Augsburg. Die Gr├╝nder bringen ihre gesamten Aktiva und Passiva nach dem Stande vom 31. Dezember 1927 gegen Gew├Ąhrung von Aktien in die neue Gesellschaft ein.
30.06.1928 Die Aktiengesellschaft wird in das Handelsregister des Amtsgerichts Reichenbach (Eulengebirge) eingetragen.
1930 Im Laufe des Jahres wird die Beteiligung an der "Ernst Mallinckrodt A.-G.", Leipzig, auf 66,67 % erh├Âht und nom. RM 6.251.000,00 Hammersen-Stammaktien erworben
07.07.1930 Es wird ein Vertrag mit der "Deutsche Baumwoll-Aktiengesellschaft (Debag)" und der "F. H. Harnmersen Actiengesellschaft", beide in Osnabr├╝ck, genehmigt, durch den der Ausbau der Debag zur Dachgesellschaft eines Textilkonzerns beschlossen wird, der au├čer den bisherigen Tochtergesellschaften der Debag die Dierig- und die Hammersen-Gesellschaft umfa├čt. Der Vertrag sieht den Umtausch der Dierig- und Hammersen-Aktien in Debag-Aktien vor. Durch den neuen Vertrag soll die Vereinigung der wirtschaftlichen Interessen unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Selbst├Ąndigkeit beider Unternehmungen erreicht werden.
1931 Die Gesellschaft verst├Ąrkt ihren Besitz an F. H. Hammersen-Aktien um nom. RM 2.900.000,00.
1931 Es werden nom. RM 166.800,00 Aktien der Debag unentgeltlich der F. H. Hammersen A.-G. zwecks unentgeltlicher Weitergabe an die Debag ├╝berlassen.
20.02.1931 Friedrich Dierig (geboren 1845) stirbt stirbt kurz vor seinem 86. Geburtstag
1932 Im Laufe des Jahres erwirbt die Gesellschaft nom. Reichsmark 295.000,00 Aktien der Mechanischen Weberei am Fichtelbach, Augsburg, von einer befreundeten Gesellschaft
23.04.1932 Zum Zwecke der Anpassung an die durch die allgemeinen Verh├Ąltnisse und die besonderen Bedingtheiten der Textilindustrie entstandene neue Lage beschlie├čt die Gesellschaft in der Hauptversammlung vom 23. April 1932 eine Neubewertung der Verm├Âgensgegenst├Ąnde. Das Grundkapital wird durch Einziehung von nom. RM 10.000.000,00 Aktien, die der Gesellschaft von den Aktion├Ąren gratis zur Verf├╝gung gestellt werden, von RM 30.000.000,00 auf RM 20.000.000,00 herabgesetzt.
1933 Die maschinelle Einrichtung des stillgelegten Zweigwerkes Gr├╝nauer Bleiche, Berlin-Gr├╝nau, wird an die F. H. Hammersen A.-G. ver├Ąu├čert.
01.04.1933 Die Gesellschaft schlie├čt mit Wirkung ab 1. April 1933 einen Pachtvertrag auf zun├Ąchst 5 Jahre mit der Mechanischen Weberei am Fichtelbach, Augsburg, ab.
19.06.1933 Die Hauptversammlung vom 19. Juni 1933 genehmigt ein Abkommen betreffs wechselseitigen Dividendenverzichts mit der "F. H. Hammersen A.-G.", Osnabr├╝ck, zun├Ąchst f├╝r f├╝r die Gesch├Ąftsjahre 1933 bis 1937.
07.1934 Devisenmangel gebiert im Juli die Faserstoffveredelung
06.12.1935 Zum Zwecke der Beseitigung der wechselseitigen Verschachtelung zwischen Hammersen und Debag einerseits und Dierig und Hammersen andererseits sowie zur Herbeif├╝hrung einer einfachen Konzerngliederung werden folgende Ma├čnahmen getroffen: Zun├Ąchst wird zwischen der Dierig und der Debag am 6. Dezember 1935 ein Verschmelzungsvertrag abgeschlossen, der auch die Genehmigung der au├čerordentlichen Hauptversammlung der Debag vom 20. Dezember 1935 findet. Nach diesem Vertrage hat die Debag ihr gesamtes Verm├Âgen mit allen Rechten und Pflichten als Ganzes unter Ausschlu├č der Liquidation und mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab auf die Dierig gegen Gew├Ąhrung von Aktien dieser Gesellschaft im Verh├Ąltnis von 1:1 zu ├╝bertragen.
17.12.1935 F├╝r die technische und kaufm├Ąnnische Bewirtschaftung der Anlagen der inzwischen erloschenen alten Hammersen-Gesellschaft wird eine als Organgesellschaft der Dierig handelnde neue Gesellschaft, die die Firma F. H. Hammersen. Aktiengesellschaft f├╝hrt, mit dem Sitz in Osnabr├╝ck mit einem Grundkapital von RM 5.000.000,00 errichtet und am 17. Dezember 1935 in das Handelsregister eingetragen. Die neugegr├╝ndete Gesellschaft ├╝bernimmt die Gesch├Ąfte der alten Hammersen mit Wirkung vom 1. Januar 1936 ab und f├╝hrt sie in der bisherigen Weise, indessen f├╝r Rechnung der Dierig, weiter.
20.12.1935 Im Zusammenhang der ├ťbertragung des Debag-Verm├Âgens auf die Dierig beschlie├čt die au├čerordentliche Hauptversammlung der Dierig vom 20. Dezember 1935 eine Erh├Âhung des Grundkapitals der Gesellschaft um RM 3.500.000,00 durch Ausgabe von 3500 St├╝ck neuen auf den Inhaber lautenden, vom 1. Januar 1935 ab gewinnberechtigten Aktien zu je Reichsmark 1.000,00 unter Ausschlu├č des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktion├Ąre, wobei s├Ąmtliche durch die Kapitalerh├Âhung entstehenden Kosten und Steuern von der Gesellschaft getragen werden. Behufs Durchf├╝hrung der Fusion mit der Debag m├╝ssen die Aktion├Ąre dieser Gesellschaft ihre Aktien zum Umtausch in Dierig-Aktien einreichen. Der Umtausch erfolgt in der Weise, da├č gegen Einlieferung eines Nennbetrages von je RM 1.000,00 Debag-Aktien mit laufenden Gewinnanteilscheinen eine Dierig-Aktie zu RM 1.000,00 mit Gewinnanteilscheinen Nr. 1 und ff. ausgeh├Ąndigt wird. Da von dem RM 28.000.000,00 betragenden Grundkapital der Debag nur die im Umlauf befindlichen RM 23.424.000,00 Aktien f├╝r den Umtausch in Dierig-Aktien in Frage kommen, andererseits aber der Dierig RM 20.000.000,00 eigene Aktien - n├Ąmlich RM 14.800.000,00, die im Fusionswege von der Debag, und RM 5.200.000,00, die im Wege der sp├Ąter erw├Ąhnten Kapitalumwandlung aus dem Besitz der Hammersen auf sie ├╝bergegangen sind - zur Ausreichung an die Inhaber von Debag-Aktien zur Verf├╝gung stehen, werden von den durch Hauptversammlungsbeschlu├č vom 20. Dezember 1935 ausgegebenen RM 3.500.000,00 neuen Dierig-Aktien nur noch RM 3.424.000,00 zur Durchf├╝hrung der Fusion ben├Âtigt. Die restlichen RM 76.000,00 neuen Aktien werden zu dem auf den Nennwert festgesetzten Ausgabekurs von einem unter F├╝hrung der Berliner Handels-Gesellschaft, Berlin, stehenden Bankenkonsortium mit der Verpflichtung ├╝bernommen, sie zum Einstandspreis zur Verf├╝gung der Gesellschaft zu halten.
20.12.1935 Nachdem im Zuge der vorstehend geschilderten Fusion RM 8.213.000,00 Hammersen-Aktien aus dem Besitz der Debag auf die Dierig ├╝bergegangen sind, die zusammen mit den bereits in ihren H├Ąnden befindlichen Reichsmark 7.321.000,00 der gleichen Aktien nunmehr ├╝ber 97 % des Hammersen-Kapitals verf├╝gt, kann die ebenfalls am 20. Dezember 1935 abgehaltene au├čerordentliche Hauptversammlung der Hammersen die ├ťbertragung ihres Verm├Âgens auf die Dierig als ihren Hauptgesellschafter im Wege der handelsrechtlich erleichterten Umwandlung unter Zugrundelegung der Umwandlungsbilanz vom 30. September 1935 beschlie├čen. Hierbei verpflichtet sich die Dierig, den Inhabern der au├čenstehenden RM 466.000,00 Hammersen-Aktien eine Barabfindung in H├Âhe von 150 % des Nennbetrages ihrer Aktien unter der Voraussetzung zu gew├Ąhren, da├č sie das Angebot sp├Ątestens bis zum 31. M├Ąrz 1936 annehmen. Die Dierig erkl├Ąrt sich nachtr├Ąglich bereit, den geringen noch ausstehenden Aktienbetrag bis auf Widerruf zu den alten Bedingungen anzunehmen.
1936 Vornahme von Betriebsverbesserungen betr├Ąchtlichen Umfangs
1936 ├ťbernahme neuer Aktien der "Schlesischen Zellwolle A.-G."
02.01.1936 Zwecks Weiterf├╝hrung der Gesch├Ąfte durch die F. H. Hammersen. Aktiengesellschaft werden ihr die dazu erforderlichen Betriebsmittel, n├Ąmlich Vorr├Ąte, Warenforderungen, Bankguthaben usw., ├╝bertragen, w├Ąhrend sie andererseits insoweit Verbindlichkeiten ├╝bernimmt, als sie mit dem bisherigen Hammersen-Gesch├Ąft in Beziehung standen. Der sich hierbei ergebende Saldo ist f├╝r die Bemessung des Grundkapitals der neuen Gesellschaft bestimmend.
1937 Dr. Hans Christian Dierig, der ├Ąlteste Sohn von Wolfgang Dierig, tritt in den Vorstand ein
1937 Verst├Ąrkung der aktienm├Ą├čigen Beteiligung bei der "Schlesischen Zellwolle A.-G.", Hirschberg
1937 ├ťbernahme von nom. RM 400.000,00 Aktien der neugegr├╝ndeten "Kurm├Ąrkischen Zellwolle und Zellulose A.-G.", Berlin
1937 Die fr├╝here Beteiligungsgesellschaft "Mechanische Weberei am Fichtelbach", Augsburg, wird auf Grund des Umwandlungsgesetzes umgewandelt und das Verm├Âgen auf die Chr. Dierig A.-G. ├╝bergef├╝hrt.
1938 Vergr├Â├čerung des Besitzes an Anteilen verschiedener Konzerngesellschaften.
1939 Fritz Seidel tritt in den Vorstand von Dierig ein
1939 Das Grundst├╝ck mit Geb├Ąuden des stillgelegten Zweigwerkes Gr├╝nauer Bleiche wird verkauft und das Zweigwerk im Handelsregister gel├Âscht.
1939 Erstellung von 18 bezugsfertigen Werkswohnungen
1939 Inangriffnahme des Baues von 22 Siedlerstellen, 6 Eigenheimen und 2 gr├Â├čeren Wohnh├Ąusern
1939 Weitere Verst├Ąrkung des Besitzes an Anteilen verschiedener Konzerngesellschaften.
16.01.1939 Das Zweigwerk Fichtelbachweberei, Augsburg, wird mit dem Zweigwerk M├╝hlbachweberei, Augsburg-Pfersee, vereinigt und mit dem Namen "Zweigwerk M├╝hlbach und Fichtelbach", Augsburg, am 16. Januar 1939 in das Handelsregister eingetragen.
19.11.1941 Laut Beschlu├č des Aufsichtsrats vom 19. November 1941 Kapitalberichtigung gem├Ą├č DAV vom 12. Juni 1941 um 100% = RM 23.500.000,00 auf RM 47.000.000,00 durch Entnahme von RM 3.700.000,00 aus gesetzlicher R├╝cklage, RM 150.000,00 aus freier R├╝cklage, RM 512 147.06 aus Gewinnvortrag, Zuschreibung von RM 3974612.17 zu Geb├Ąuden, RM 1842302.99 zu Maschinen, RM 417421.37 zu Werkzeugen und RM 7065268.85 zu Beteiligungen sowie RM 5 838 247.56 aus sonstigen Bilanzposten. 1942 Verkauf des Berliner Gesch├Ąftshauses an den Fiskus zu einem dem Buchwert ungef├Ąhr entsprechenden Preis.
1942 Bemerkungen zum Abschlu├č f├╝r 1942: Trotz den kriegsbedingten Erschwernissen gelang es auch im Berichtsjahre wieder, neue Betriebsumstellungen und verbesserte Arbeitsverfahren durchzuf├╝hren. Im Mittelpunkte des Geschehens standen jedoch die bekannten Konzentrationsma├čnahmen in der Textilindustrie, denen gerade die Gesellschaft als Gro├čunternehmen glaubte beispielgebend Rechnung tragen zu m├╝ssen, so da├č unsere Betriebe besonders stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Obgleich die Gesellschaft der Unkostensenkung ihre Aufmerksamkeit in noch erh├Âhtem Ma├če zuwandte, war unter diesen Umst├Ąnden in Verbindung mit den anerkannt niedrigen Preisen eine Verschlechterung des Ergebnisses nicht zu vermeiden. Trotzdem gestattet das Ergebnis die Aufrechterhaltung der Vorjahresdividende, wobei man es f├╝r angebracht hielt, die au├čerordentlichen Ertr├Ąge im wesentlichen zwar Verst├Ąrkung der offenen R├╝cklagen zu benutzen. Im Gewinn enthalten ist der Gewinn der Organgesellschaft "F. H. Hammersen A.-G." in Osnabr├╝ck. Bei den Beteiligungsgesellschaften war trotz der gegebenen Verh├Ąltnisse die Entwicklung, im ganzen gesehen, nicht ung├╝nstig. Sie haben ihre Aussch├╝ttungen im wesentlichen aufrecht erhalten, so da├č die zugeflossenen Beteiligungsertr├Ąge nur wenig hinter denen des Vorjahres zur├╝ckblieben. Die Erh├Âhung der anderen Forderungen an Konzerngesellschaften ist in der Hauptsache auf ein Darlehen zur├╝ckzuf├╝hren, das einer Konzerngesellschaft zur Finanzierung bestimmter Aufgaben gew├Ąhrt wird. Das zu Beginn des Berichtsjahres gebildete Warenbeschaffungsguthaben im Sinne der Verordnung vom 28. November 1941 erscheint erstmals in der Bilanz. Der Wertpapierbestand hat sich weiter erh├Âht. Er umfa├čt neben unver├Ąndert nom. ca. RM 2.800.000,00 Steuergutscheinen I in der Hauptsache sonstige Reichstitel. Daneben besitzen die finanziell selbst├Ąndigen sozialen Kassen nom. RM 3.700.000,00 Reichsschatzanweisungen, welche in der Bilanz nicht mehr enthalten sind.
1943 Die Produktion der Dierig-Webereien geht auf 12,7 Meter zur├╝ck
1943 Im Zuge der Produktionsverlagerung zieht die Firma Bosch bei Dierig in Langenbielau ein
18.06.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
11.05.1945 Gottfried Dierig und seine Frau w├Ąhlen in ihrem Hause den Freitod, nachdem es nicht gelang, ├╝ber das Gebirge zu gehen [= vor den Russen zu fl├╝chten]
01.1946 Im Januar werden Dr. Hans Christian Dierig und Erwin Sperlich in das Gerichtsgef├Ąngnis von Reichenbach eingeliefert und erst nach einem halben Jahr wieder freigelassen




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Baumwollgewebe 1805 Beginn (Gr├╝ndung) 1946 Ende (Besetzung durch Polen)  
Gewebe 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) 2847] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) 2847]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1892 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine vor 1900? Gebr. Sulzer AG
Dampfmaschine vor 1900? Gebr. Sulzer AG
Dampfmaschine 1889 G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengie├čerei AG
Dampfmaschine 1890 G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengie├čerei AG
Dampfmaschine 1891 G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengie├čerei AG
Dampfmaschine 1894 G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengie├čerei AG
Dampfmaschine 1902 G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengie├čerei AG
Dampfmaschine 1906 G├Ârlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengie├čerei AG




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1946 Ortswechsel danach Christian Dierig Aktiengesellschaft Langenbielau --> Augsburg




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Gottfried Dierig, Langenbielau; Andreas Hillmer, Langenbielau; Julius Graf, Langenbielau; Dr. Hermann B├Âtzelen, Osnabr├╝ck; Dr. Ernst Hegels, Osnabr├╝ck; Dr. Hans Christian Dierig, Langenbielau; Fritz Seidel, Reichenbach (Eulengebirge). Aufsichtsrat: Dr. Wolfgang Dierig, Langenbielau, Vorsitzer: Hans Weltzien, Staatsfinanzrat a. D., Gesch├Ąftsinhaber der Berliner Handels-Gesellschaft, Berlin, 1. stellv. Vorsitzer; Friedrich Dierig, Oberregierungsrat, Berlin-Wilmersdorf, 2. stellv. Vorsitzer; Dr.-Ing. Raimund Bamberg, Langenbielau; Julius L├╝tgert, Inhaber der Firma Wehr & Eickmeyer, Osnabr├╝ck; Oswald R├Âsler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank, Berlin; Bankdirektor a. D. Carl Stolcke, Osnabr├╝ck; Oberst Hasso von Wedel, Oppeln. Abschlu├čpr├╝fer f├╝r das Gesch├Ąftsjahr 1943: Deutsche Treuhand-Gesellschaft, Berlin. Gesch├Ąftsjahr: 1. Januar bis 31. Dezember. Hauptversammlung (Stimmrecht): Je nom. RM 1.000,00 1. Stimme. Sind Aktien nicht voll eingezahlt, berechnet sich das Stimmrecht im Verh├Ąltnis der Einzahlung zum Nennwert. Reingewinn-Verwendung: Der Reingewinn, der sich nach Vornahme von Abschreibungen, Wertberichtigungen, R├╝ckstellungen und R├╝cklagen (einschlie├člich der Einstellung in die gesetzliche R├╝cklage und des Gewinnvortrages auf neue Rechnung) ergibt, wird unter Ber├╝cksichtigung der satzungsund vertragsm├Ą├čigen Gewinnanteile an die Aktion├Ąre ausgesch├╝ttet, soweit nicht die Hauptversammlung eine anderweitige Verwendung beschlie├čt. Die Gewinnanteile der Aktion├Ąre werden stets im Verh├Ąltnis der auf den Nennwert der Aktien geleisteten Einlagen und im Verh├Ąltnis der Zeit, die seit dem f├╝r die Leistung bestimmten Zeitpunkt verstrichen ist, verteilt. Bei Ausgabe neuer Aktien kann eine von Absatz l und von ┬ž 53 AG abweichende Gewinnberechtigung festgesetzt werden. Grundkapital: nom. RM 47.000.000,00 Stammaktien in 47 000 St├╝cken zu je RM 1.000,00 (Nr. 1-47 000). Gro├čaktion├Ąr: Familie Dierig bzw. Textil-Treuhand G.m.b.H. (ca. 75%). In der Hauptversammlung vom 18. Juni 1943 vertraten von insgesamt RM 41.745.000,00 die Textiltreuhand A.-G. RM 35.768.000,00, Dresdner Bank RM 919.000,00, Deutsche Bank RM 426.000,00 und Commerzbank RM 353.000,00.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 3969]


ZEIT1943
THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens
TEXTGegenstand des Unternehmens: Fortf├╝hrung der bisher unter den Firmen Christian Dierig G. m. b. H., Langenbielau, Christian Dierig-Werke am M├╝hlbach G. m. b. H., Augsburg-Pfersee, Baumwoll-Finanz-A.-G., Bremerhaven, Christian Dierig-Werke Gr├╝nau-Berlin A.-G., Berlin Gr├╝nau, Frankenbergar Bleicherei, F├Ąrberei und Appretur A.-G., Frankenberg (Sachs.), Deutsche Baumwoll-A.-G., Osnabr├╝ck, F. H. Hamrnersen A.-G., Osnabr├╝ck, betriebenen Unternehmungen, ferner der Betrieb von Textilunternehmungen aller Art sowie der Betrieb aller damit zusammenh├Ąngenden Unternehmungen. Die Gasellschaft ist zu allen Gesch├Ąften und Ma├čnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszweckes notwendig oder n├╝tzlich erscheinen, insbesondere zum Erwerb und zur Ver├Ąu├čerung von Grundst├╝cken, zur Errichtung von Zweigniederlassungen im In- und Auslande, zur Beteiligung an anderen Unternehmungen gleicher oder verwandter Art sowie zum Abschlu├č von Interessengemeinschaftsvertr├Ągen. Erzeugnisse: Roh-, Bleich- und Farbgarne Nr. 16 - 42, Bett- Inlett-, Matratzenstoffe, Z├╝chen, Taschent├╝cher und sonstige Buntwaren, Wei├čwaren f├╝r Leib- und Bettw├Ąsche, gef├Ąrbte und bedruckte Futterstoffe, bedruckte Kleider- und Hemdenstoffe, gef├Ąrbte und bedruckte Kleider- und W├Ąschestoffe, Damaste f├╝r Bett- und Tischw├Ąsche, K├╝nstlerdecken, Bucheinbandstoffe, Kunstleder- und Rollostoffe. Die Ausr├╝stungsbetriebe werden sowohl in Lohnarbeit als auch f├╝r eigene Rechnung besch├Ąftigt.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 3969]


ZEIT1943
THEMABesitzverh├Ąltnisse
TEXTBesitz- und Betriebsbeschreibung: 1. Werk Langenbielau. Betriebsanlagen: Spinnerei mit 61 224 Spindeln und Zwirnerei mit 1348 Spindeln nebst Spulerei und Haspelei; Garnf├Ąrberei, Garnbleicherei, T├╝rkischrot-F├Ąrberei. Bunt- und Rohweberei mit 2260 St├╝hlen nebst Spulerei, Zettelei und Schlichterei. Ausr├╝stungsanstalt (468 Maschinen): a) f├╝r Baumwollst├╝ckwaren mit Bleiche, St├╝ckf├Ąrberei f├╝r alle einschl├Ągigen F├Ąrbungen, Merzerisier-Einnchtung, Stoffdruckerei (13 Druckmaschinen), Appreturanstalt und Spritzmalerei und Filmdruck; b) Fabrik f├╝r Bucheinbandstoffe und Kunstleder; c) N├Ąherei. Umfangreiche Lagerh├Ąuser f├╝r Roh- und Hilfsstoffe, Halbfabrikate und Fertigwaren. Kraftanlage: 5 Dampfkessel, 2 Gegendruckdampfturbinen. Anschlu├č an eine ├ťberlandzentrale. Das Werk besitzt weitverzweigte Gleisanlagen mit Reichsbahnanschlu├č. 2. Werk Tannenberg (s.d.). 3. Werk Gellenau (s.d.). 4. Zweigwerk M├╝hlbach und Fichtelbach (s.d.). 5. Zweigwerk Hammerbleiche (s.d.). 6. Werksgruppe Osnabr├╝ck (F. H. Hammersen A. G.) (s.d.) mit Baumwollspinnerei, Buntweberei und Ausr├╝stung, Osnabr├╝ck; Baumwollspinnerei, Rohweberei und Bleicherei, Rheine (Westf.); c) Baumwollspinnerei Bocholt (Westf.); d) Baumwollspinnerei Rheydt; e) Baumwollspinnerei Riesa (Elbe). 7. H├Ąuser. Fast auf jeder Betriebsst├Ątte sind eigene Beamten- und Arbeiterh├Ąuser vorhanden, insgesamt 452 H├Ąuser mit rund 1765 Wohnungen und 4 M├Ądchenheime. (Davon entfallen auf die Werksgruppe Osnabr├╝ck "F. H. Hammersen A.-G.": 239 werkseigene H├Ąuser mit 653 Wohnungen und 4 M├Ądchenheimen.) Auch verf├╝gt die Firma ├╝ber weitere 147 Wohnungen in H├Ąusern, f├╝r deren Erstellung sie Arbsitgeberdarlehen gew├Ąhrte. Die Gesellschaft besitzt umfangreiche Wohlfahrtseinrichtungen. In werkseigenen Geb├Ąuden sind die Kinderkrippe und 3 Werksheime (Haushaltungsschule, Kochschule, Kinderg├Ąrten) untergebracht, die wegen der Ausdehnung der Aufgaben der Werksheime in 1935 noch bauliche Erweiterungen erfuhren. Ferner hat die Gesellschaft in Steinseiffen i. Rsgb. ein M├╝ttererholungsheim in Betrieb. 8. Gesch├Ąftshaus in: K├Ânigsberg (Pr). Gr├Â├če: 919 qm, bebaut (einschlie├člich Hofraum) 919 qm.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 3969]


ZEIT1943
THEMABeteiligung an folgenden Unternehmens
TEXTBeteiligungen (s.d.): 1. Baumwollspinnerei am Stadtbach, Augsburg, Beteiligung: 92.7%; 2. Augsburger Buntweberei Riedinger, Augsburg, Beteiligung: 72%; 3. Spinnerei und Weberei Koltern, Kempten im Allg├Ąu, Beteiligung: 68.3%; 4. Haunstetter Spinnerei und Weberei, Haunstetten bei Augsburg, Beteiligung: 76.2 %; 5. A.-G. f├╝r Bleicherei, F├Ąrberei, Appretur und Druckerei Augsburg, Augsburg, Beteiligung: 75.4 %; 6. Ernst Mallinckrodt Aktiengesellschaft, Leipzig, Beteiligung: 100 %; 7. Schlesische Zellwolle A.-G., Hirschberg i. Rsgb., Beteiligung: ├╝ber 50 %; 8. F. H. Hammersen Aktiengesellschaft, Osnabr├╝ck. (Neue Gesellschaft.), Beteiligung: 100 %. Buchwert der Beteiligungen am 31. Dezember 1942: Reichsmark 28210862.74. Buchwert der Wertpapiere am 31. Dezember 1942: Reichsmark 12935015.53.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 3969]