Gebr. Sulzer AG

Allgemeines

FirmennameGebr. Sulzer AG
OrtssitzWinterthur
StraßeZürcher Str. 14
Internet-Seitehttp://www.sulzer.com
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenSpäter: "Sulzer AG" und ab ca. 1968: "Sulzer - Escher-Wyss AG". Ab 1880 auch Zweigwerk in Ludwigshafen (s.d.). Divisionen um 2008: Sulzer Pumps, Sulzer Metco, Sulzer Chemtech, Sulzer Innotec und Sulzer Turbo Services. Archiv (um 2007): Sulzer AG, Sulzer Allee 25, CH-8404 Winterthur, 0041/52/262-2005, hans.zogg@sulzer.com. Die Gießerei und mechanische Werkstätte hat um 1885 eine eigene Privat-Gasanstalt.
Quellenangaben[Industriearchäologie (1984) Nr.3] http://www.sulzer.com [Experience Sulzer (2009)] [Stat. Mitt. Gaswerke (1885) 803]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
05.04.1834 Johann Jacob Sulzer Neuffert erwirbt im Tausch von der Stadt Winterthur ein etwa 5000 m grosses Grundstück an der Zürcherstrasse und legt mit dem «Gebäude 1834» den Grundstein der Firma «Gebrüder Sulzer, Giesser in Winterthur». Seine zwei Söhne Johann Jakob und Salomon beginnen mit der Produktion von Eisenguss und dem Bau mechanischer Geräte wie Feuerspritzen, Pumpen, Apparate für die Textilindustrie, später auch mit der Installation von Heizungen.
07.04.1834 Sulzer legt den Grundstein zu einer größeren Gießerei und Maschinenbauanstalt, nachdem er den Widerstand seines Vaters allmählich beseitigt hat.
1836 Der weitgehend noch handwerklich orientierte Betrieb beschäftigt zeitweilig gegen 40 Gesellen, Handlanger und Lehrbuben, die zum Teil Kost und Logis im Familien-Wohnhaus beziehen. Der Zeit entspricht die patriarchalisch geprägte Firmenstruktur, allerdings bereits mit ersten Ansätzen einer Arbeitsteilung.
1839 Die Gießerei wird wesentlich erweitert, das Gründergebäude wird mechanische Werkstatt
1839 Der Pferdegöpel wird durch die erste Dampfmaschine (die erste in Winterthur), die aus dem Elsaß stammt, ersetzt.
1841-1842 Einstieg in den "Dampfbau" durch Erstellung einer Dampfheizung für das Winterthurer Gymnasium
1845 Gründung eines "Kranken-Unterstützungs-Vereins für Fabrikarbeiter" als früher Vorläufer einer Firmen-Krankenkasse.
1848 Der erste Dampfkessel wird gebaut
1849 Sulzer bereist England. Der große Eindruck, den er von der riesigen Industrie des Landes mit nach Hause nimmt, ist die äußere Veranlassung zu dem Wunsch, nun auch den Dampfmaschinenbau aufzunehmen.
1850 Man fängt 1850 an, kleine Maschinen, Pressen und Pumpen herzustellen.
1851 Engagement des englischen Ingenieurs Charles Brown als Konstrukteur für den Dampfmaschinenbau bei Sulzer
1851 Die Firma beschäftigt etwa 90 Arbeiter und ist besonders auf den Bau von hydraulischen Pressen eingerichtet.
1855 Beginn mit dem Dampfmaschinenbau: eine vertikale Einzylinder-Schiebermaschine mit 4 PS Leistung. [Matschoß]: Anfang der 1850er Jahre
1855 Bau der ersten Gasanstalt für 130 m³ Maximalproduktion pro Tag
1859 Erster "Societäts-Vertrag" zwischen den Sulzer Brüdern. Aufgliederung der Firmenaktivitäten in Fachbereiche. Markanter Wirtschaftsaufschwung und unternehmerische Risikobereitschaft führen zur Einführung neuer Produkte (u.a. Dampfmaschinen, später auch Schiffe) und straffer industrieller Arbeitsmethoden.
1860 Eintritt Heinrich Sulzer-Steiners
1860 In Turin wird das erste ausländische Verkaufsbüro von Gebr. Sulzer eröffnet.
1862 Das Privat-Gaswerk wird auf 300 m³/d erweitert.
1863-1867 Bau von Woolf'schen Tandemmaschinen (1863-67)
1865 Lieferung der 1. Ventildampfmaschine, eine Bockdampfmaschine mit obenliegender Kurbelwelle
1866 Bau der ersten liegenden Sulzer-Ventil-Dampfmaschine unter Ch. Brown
1866 Sulzer führt die Schleppschiebersteuerung als Keilsteuerung (als Variante zum drehbaren Daumen von Farcot) ein: Knaggen auf der Oberseite des Expansions-Schleppschiebers, der auf dem Rücken des Grundschiebers geleitet, stoßen gegen einen vom Regler verschobenen Keil und beenflussen den Füllungsgrad.
1867 Ende der Leitungstätigkeit Salomon Sulzers
1867 Bau der horizontalen Ventil-Dampfmaschine, Baureihe I (Sulzer)
1867 Aufnahme des Dampfschiffbaus / Schiffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein "Schweiz"
1867 Große Erfolge an der Weltausstellung in Paris
1867 Die Arbeiterzahl steigt erstmals auf über 1000.
1867 Starke Bautätigkeit auf dem Winterthurer Gründerareal.
1870 Gründung der ersten firmeneigenen Berufsschule der Schweiz samt Lehrwerkstätten zur Sicherung des beruflichen Nachwuchses.
1871 Brown löst sich von Sulzer und gründet die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur
1871 Sulzer baut ab 1871 eine Steuerung mit Expansionskolbenschieber (Drehschieber) nach der Konstruktion von Bodmer/Rider. Die Firma nennt sie "Bodmer-Steuerung" (nicht "Rider-Steuerung")
1871 Entwicklung der "alten Sulzer-Steuerung"
1871 Charles Brown scheidet aus dem Unternehmen und gründet in Winterthur die SLM
1872 Tod von Johann Jakob Sulzer, Firmenleitung durch dessen drei Söhne
1872 Bis 1872 wurden 100 Ventilmaschinen von 15 - 200 PS in Betrieb genommen
1872-1874 Bau von vier Seilschleppern für den Rhein in der Zeit 1872-74
1872 In Veltheim entstehen in der Anfangsphase einer für Winterthur bedeutsamen sozialen Wohnbautätigkeit 24 preisgünstige Arbeiterwohnungen für Mitarbeiter der "Gebr. Sulzer", denen über die "Gesellschaft zur Erstellung billiger Wohnhäuser" rasch weitere Wohnhäuser und erste Eigenheime in anderen Winterthurer Quartieren folgen.
1873 Gebr. Sulzer kaufen in Ludwigshafen ein unmittelbar am Rhein gelegegenes Terrain zwecks Erstellung einer Maschinenfabrik
1873 Einführung der Alten Sulzersteuerung (Ausklinksteuerung, zwangsläufig betätigte Klinke)
1876 Aufnahme des Baus von Verbundmaschinen
1877-1890 1877-90: Bau der horizontalen Ventil-Dampfmaschine, Baureihe II
1878 Vorstellung der "neuen Sulzer-Steuerung" auf der Pariser Weltausstellung
1878 Einführung von Verbund-Schiffsmaschinen (Ersatzmaschine "Bavaria" Bodensee)
1880 Neue Wachstumsperiode. Internationale Erfolge vor allem mit Dampfmaschinen. Die Mitarbeiterzahl klettert bis zur Jahrhundertwende auf über 3000.
1881 In Ludwigshafen am Rhein wird vor allem aus zolltechnischen Überlegungen ein Filialbetrieb gegründet, der wie das Winterthurer Mutterhaus einen rasanten Aufschwung erlebt. - Verkaufsbüros entstehen in den nächsten Jahren in Mailand, Paris, Kairo, London, Moskau und Bukarest.
1881-1910 Ersatz der "neuen Sulzer-Steuerung" durch die "Schübeler'sche Steuerung, bis 1910 verwendet
1881 Der Deutsch-Mährer Edmund Gams (geb. 1859) tritt nach seinem Hochschulstudium in Wien bei Sulzer ein.
1883 Da sich das Gaswerk von 1855 als zu klein erwies, wird eine neue Anstalt für 550 m³ Maximal-Tagesproduktion gebaut.
1885 Bau von Triple-Dampfmaschinen für dreifache Expansion
1888 Die 1000. Dampfmaschine geht in Betrieb
06.1888 Die ersten Zeichnungen für die Sulzer-Ventilmaschinen kommen bei Wannieck in Brünn an. Die darauf beruhenden ersten Ausführungen betreffen Schwungräder, Kurbelwellen und Luftpumpen, denen später Gestellbalken und Gestänge folgen. Dampfzylinder, Steuerungen und Regler werden zunächst in Winterthur hergestellt.
1889 Bau einer Triplex-Dreifachexpansionsmaschine (drei Zylinder hintereinander)
1890 Gründung der ersten Arbeiterkommission der Schweiz
22.04.1890 Vertrag über die Zusammenarbeit mit "Fr. Wannieck" in Brünn und deren Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft
01.07.1890 Erwerb von 41,66 % an der Firma "Friedrich Wannieck & Co., Brünn"
16.05.1893 Abschluß eines Lizenzvertrags zwischen Diesel und Gebr. Sulzer (Winterthur). Er wird als "Optionsvertrag" bezeichnet. Gegen eine Summe von 10.000 Mark wird das Recht eingeräumt, "... sich nach Abschluß der Versuche zu entscheiden ...", ob man vom Vertrag zurücktreten oder ihn weiterführen und Dieselmotoren bauen wolle. Sulzer verpflichtet sich ferner, Diesel zu informieren, falls die Firma ein belgisches, italienisches oder russisches Patent nutzen wolle, und ihm Gelegenheit zu geben, innerhalb von 14 Tagen zu gleichen Konditionen einen Vertrag zwischen Sulzer und Diesel abzuschließen.
1895 Sulzer nimmt den Bau von Heißdampfmaschinen nach den Patenten von Wilhelm Schmidt (* 18.02.1858, + 16.02.1924) auf.
1895 Die 2000. Dampfmaschine geht in Betrieb; Jahresproduktion: 240 komplette Dampfmaschinenanlagen mit zusammen ca. 30.000 PS
1895 Die "Fr. Wannieck & Co." in Brünn begimmt mit der Herstellung von vollständigen Dampfmaschinen mit Sulzer-Steuerung.
1896 Aufnahme des Baus von Schiffsmaschinen mit Ventilsteuerung / Genfersee "Genève"
1897 Bau der bis dahin größten stehenden Ventildampfmaschine mit 6000 PSi durch Sulzer für das Elektrizitätswerk Charing-Cross in London
1898 Einführung der Dampfmaschinen-Baureihe IV, sog. kurzhubige Maschinen
1898 Aus der Zusammenarbeit mit Rudolf Diesel entsteht der erste Sulzer-Dieselmotor, der allmählich die bis dahin dominierende Dampfmaschine ablöst.
1899 Eine neue Bauart der Sulzer-Ausklinksteuerung entsteht. Bei ihr ist der Luftpuffer etwas oberhalb der Steuerwelle, und die Betätigung der Einlaßventile erfolgt über Wälzhebel. Hierdurch werden Ventilerhebung und -schluß sanfter, und es lassen sich höhere Drehzahlen mit der Ausklinksteuerung erreichen. Die neue Steuerung wird bei einer Maschine mit viersitzigen Ventilen auf der Pariser Weltausstellung 1900 wegen ihres ruhigen Ganges bewundert.
1900 Anwendung des Überhitzten Dampfes
1900 Bau einer stehenden Vierzylinder-Dreifachexpansionsmaschine mit 3000 PS für das Elektrizitätswerk Berlin-Moabit, dort sind bereits drei liegende 3000 PS Sulzer-Maschinen
1900 Bau der 3000. Dampfmaschine, eine Tandemmaschine für die Feldschlösschen-Brauerei
1902 Sulzer baut die 6000-PS-Dampfmaschine für die Zentrale Berlin-Moabit
1903 Aufnahme des Baus von Dieselmotoren
1905 Bau der ersten, direkt umsteuerbaren Zweitakt-Schiffsdieselmaschine (4 Zylinder, 90 PSe) mit Spülventilen in den Zylinderdeckeln und Auspuffschlitzen im untern Teil der Laufbuchsen.
1907-1908 1907/08: Einführung der Gleichstromdampfmaschine durch Gebr. Sulzer
1907 Bau der 4000. Dampfmaschine, für Schottland (4 Zyl.-Dreifachexpansion, 3500 PS)
1909 Bau und Verbesserung der Stumpf'schen Gleichstromdampfmaschine durch Gebr. Sulzer
1910 Ausführung der Ventilmaschinen der Baureihe V mit Gabelrahmen, gekröpfter Kurbelwelle und Preßölschmierung
1910 Bau eines Versuchzylinder für einen Dieselmotor für eine Leistung von 2.000 PSe bei 150 U/min. Er hat 1000 mm Durchmesser und 1100 mm Hub und ist mit Nachladeschlitzen versehen.
06.07.1911 Lizenzerteilung an die "Erste Brünner Maschinenfabrik" für die Herstellung von Benzinmotoren und Dieselmotoren auf die Dauer von 15 Jahren.
1912 Das Motorschiff "Monte Penedo" der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft wird mit zwei einfachwirkenden Zweitakt-Dieselmotoren (4 Zylinder, n= 850 U/min, je 850 PSe) ausgerüstet. Das Schiff tut über 30 Jahre mit seinen ursprünglichen Motoren Dienst, zuletzt unter dem Namen "Sabará" des Lloyd Brasiliero.
1914 Sulzer errichtet ein Verkaufsbüro im japanischen Kobe.
1914 Es wird eine weltweite Partnerschaft mit der Firma "Weise & Monski" in Halle vereinbart.
06.1914 Umwandlung der beiden Werke in die Aktiengesellschaften "Gebrüder Sulzer Aktiengesellschaft, Winterthur" bzw. "Gebrüder Sulzer Aktiengesellschaft, Ludwigshafen a./Rh." unter dem Dach der Holding "Sulzer Unternehmungen A.G."
1919 Erste regelmäßig erscheinende Hauszeitung der Schweiz. Gründung der technischen Kundenzeitschrift "Technische Rundschau Sulzer" (später: "Sulzer Technical Review").
1927 Aufgabe des Dampfschiffbaus mit der "Rhone" für den Genfersee
1929 Bau der 5000. Dampfmaschine (im Zweigwerk Ludwigshafen) für Papierfabrik Albbruck
24.09.1929 Patent Nr. 374101 für eine liegende Dampfmaschine, deren Arbeitszylinder auf der Kurbelseite durch den Gestenrahmen starr mit dem Fundament der Maschine verbunden ist. Das Neue liegt darin, daß die Stützung des Zylinders durch eine auf dem kurzen Arm eines Doppelhebels angeordnete Stütze erfolgt, und daß die erforderliche Stützkraft durch einen mit dem langen Hebelarm verbundenen Kolben oder dergleichen erzeugt wird. Auf diese Weise wird für starr mit dem Maschinenfundament verbundene Arbeitszylinder eine allseitig bewegliche Stützung erzielt, die sich besonders gut für größere Maschinen eignet.
1930 Aufgabe des Baus von Schiffsdampfmaschinen mit der "Stadt Luzern" (für den Vierwaldstättersee ), insgesamt wurden ca. 38 Dampfer und ca. 20 Schiffsdampfmaschinen erbaut.
1930-1937 Die Weltwirtschaftskrise läßt die Produktion auf weniger als 40% absacken und verursacht einen einschneidenden Personalabbau.
1937 Unter dem Eindruck der totalitären politischen Entwicklung in Europa und nach einem bei Sulzer knapp verhinderten Streik wird das Friedensabkommen unterzeichnet. Statt Kampfmassnahmen verpflichtet es die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der schweizerischen Maschinenindustrie zu Gesprächen auf der Basis von Treu und Glauben.
1939 Aufgabe des Zweigwerks Ludwigshafen, die Werksanlagen übernimmt die Halberger Hütte, hierdurch bedingt werden in Winterthur wieder Dampfmaschinen gebaut
1939 Im Zusammenhang mit der Veräußerung des Tochterunternehmens in Ludwigshafen: Auflösung der Holding und Überführung der Aktiven und Passiven ins Winterthurer Stammhaus.
1947 Aufgabe des Dampfmaschinenbaus. Insgesamt wurden ca. 6558 Stationärmaschinen mit ca. 1,5 Mio PSi erbaut, davon ca. 700 mit Schieber- und ca. 5000 mit Ventilsteuerung, sowie ca. 800 Gleichstrommaschinen
Die letzte Maschine (1000 PS) wurde an die Viscosuisse Herbrugg geliefert.
1961 Übernahme der "SLM - Schweizer Lokomotiv- und Maschinenfabrik, Winterthur", die unter gleichem Namen fortgeführt wird
1966 Beteiligung an der Escher-Wyss A.G., Zürich zu 53 %
1969 Fusion von Escher-Wyss mit Sulzer zur "Sulzer - Escher-Wyss AG"
1970 Seither verstärktes Engagement in Materialtechnologie (Grundlage u.a. für Gelenkprothesen). Der Wandel vom Maschinenbauer zum Technologiekonzern beginnt sich abzuzeichnen.
1972 Anschluß von "Weise & Monski", Bruchsal als hundertprozentige Tochter von Sulzer
1982 Übernahme der Maschinenfabrik Rüti. Starker Ausbau des Webmaschinengeschäftes.
1988 Reorganisationsmassnahmen im Konzern führen zu einer Straffung der Produktepalette
1988 Forcierter Ausbau der Medizinaltechnik (u.a. Kauf der amerikanischen Intermedics-Gruppe für über eine Milliarde Franken).
1988 Der Übernahmeversuch eines Financiers wird erfolgreich abgewehrt.
1990 Die Winterthurer Maschinenfabrik wird aufgelöst und ihre bisherigen Abteilungen unter gleichzeitiger Straffung den Produktbereichen zugewiesen (Vertikalisierung).
1990 Räumung des Gründungsareals von Sulzer in Winterthur und Planungsbeginn für eine Neunutzung.
1990 Sulzer beschäftigt erstmals mehr Mitarbeiter im Ausland als in der Schweiz.
1990 Verkauf der Dieselaktivitäten; Sulzer ist an der neuen Diesel-Gesellschaft nur noch minderheitlich beteiligt.
1992 Zulassung von nicht-schweizerischen Aktionären.
1993 Schließung der Gießerei Oberwinterthur
1994 Der Konzern spürt die Aufwertung des Franken.
1994 Trotz des Konjunkturaufschwungs nimmt die Nachfrage nach Investitionsgütern nicht zu.
1994 Im Gegensatz zu früheren Jahren sind es die traditionellen Geschäfte, wie etwa Webmaschinen, Pumpen oder Kompressoren, die dem Konzern eine Gewinnsteigerung bringen.
1994 Bei Sulzer Infra gibt es einen Verlust von 23 Millionen Franken (28 Millionen DM).
1994 Der Maschinen- und Anlagenbau steigert das Betriebsergebnis um insgesamt 100 Millionen Franken.
01.10.1994 Das Papiermaschinen-Geschäft von Sulzer und "J. M. Voith" wird zur "Voith Sulzer Paper Technology" zusammengelegt.
01.01.1995 bis 31.03.1995 Die Bestellungen steigen um ein Prozent.
1996 Der florierende, aber zu kleine Umweltbereich von Sulzer Chemtech geht an die Austrian Energy and Environment AG.
1996 Die Konzerngesellschaft ELMA Electronic AG wird selbstständig und geht an die Börse.
1996 Mit einem innovativen, neugeschaffenen "Fonds für die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen" bietet Sulzer ausgegliederten Firmenteilen finanzielle Unterstützung.
21.05.1996 Einweihung des Technologiezentrums der Sulzer Orthopädie AG in Oberwinterthur. Zum "Tag der offenen Tür" finden sich im Industriepark Oberwinterthur rund 10 000 Besucher ein.
1997 Die Sulzer Thermtec (Apparaturen und Ventile für Kraftwerke) wird an das britische Unternehmen IMI verkauft.
Sommer 1997 Börsengang von Sulzer Medica. Damit verfolgt der Konzern neu eine duale Strategie: Medizinaltechnik-Teil und Industrie-Teil.
01.1998 Sulzer Medica übernimmt die im Wirbelsäulen-Bereich tätige amerikanische Firma Spine-Tech und eröffnet sich damit im Bereich Orthopädie ein grosses Wachstumspotenzial.
1998 Teile der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM werden an die Adtranz Schweiz AG verkauft.
1998 Sulzer Rüti führt eine neue Webmaschine ein, die auf dem viel versprechenden Verfahren des Mehrphasenwebens basiert. Die Produktionsleistung liegt drei- bis viermal höher als diejenige modernster Luftdüsenwebmaschinen.
1999 Der Konzern wird reorganisiert: Sulzer Industries etabliert sich neben Sulzer Medica als eigenständiger Bereich mit einem eigenen CEO. Fred Kindle, bisheriger Leiter von Sulzer Chemtech, übernimmt diese Funktion. Der CEO des Gesamtkonzerns, Fritz Fahrni, tritt nach 10 Jahren an der Spitze des Konzerns zurück. Sulzer Pumps geht mit der chinesischen Pumpen-Firma Dalian Pumps ein Jointventure ein. Damit verstärkt Sulzer Pumps ihre Position im chinesischen Markt. Im Rahmen des breit angelegten Restrukturierungsprogramms «Performance» sollen im Industrieteil innert zwei Jahren weltweit 1900 Stellen abgebaut werden. Damit wird eine Steigerung der Konkurrenzfähigkeit angestrebt. Sulzer verkauft ihr Wasserkraftgeschäft (Sulzer Hydro) an das österreichische Technologieunternehmen VA TECH. Sulzer Medica bündelt ihre Biotechnologie-Aktivitäten in der neuen Geschäftseinheit Sulzer Biologics mit Hauptsitz in Austin, Texas/USA.
2000 Sulzer Biologics lanciert ihr erstes biologisches Implantat, den künstlichen Meniskus CMI ("Collagen Meniscus Implant").
2000 Ueli Roost wird neuer Präsident und Delegierter des Sulzer Verwaltungsrats. Er tritt die Nachfolge von Pierre Borgeaud an.
2000 Sulzer Pumps übernimmt den finnischen Pumpenhersteller Ahlstrom Pumps.
07.2000 Voith übernimmt von der "Sulzer AG" den Großteil der Anteile am Joint Venture in der Papiertechnik. Der Konzernbereich wird in "Voith Paper" umbenannt.
09.2000 Die geplante Devestition von mehreren Divisionen wird angekündigt. Gleichzeitig bekannt gemachte Pläne für eine Rück-Integration von Sulzer Medica werden rund zwei Monate später rückgängig gemacht; die beiden Bereiche Medizinaltechnik und Industrie sollen sich in Zukunft unabhängig entwickeln.
12.2000 Sulzer Turbo wird an die MAN-Gruppe verkauft.
01.2001 Es werden Probleme mit verunreinigten Hüftgelenkimplantaten von Sulzer Medica bekannt; Patienten, denen ein solches Implantat ausgewechselt werden mußte, organisieren sich in der Folge und lancieren Sammelklagen. Im Laufe des Jahres zeichnet sich eine Vergleichslösung ab, die jedoch noch nicht abgeschlossen werden kann.
02.2001 Die Incentive AG startet einen feindlichen Übernahmeversuch gegen Sulzer. Sulzer empfiehlt ihren Aktionären, das Angebot zurückzuweisen. Die 87. ordentliche Generalversammlung genehmigt sämtliche Anträge des Verwaltungsrats, unter anderem den Spin-off von Sulzer Medica; die Vorschläge von Incentive werden deutlich abgelehnt. In der Folge zieht die Incentive ihr Übernahmeangebot zurück. Sulzer kann daraufhin Sulzer Infra an die Groupe Fabricom verkaufen; diese Devestition war durch den Übernahmekampf blockiert worden.
10.07.2001 Der Spin-off von Sulzer Medica wird vollzogen. Die lange gemeinsame Geschichte von Sulzer und Sulzer Medica wird beendet, um beiden Unternehmen einen Neubeginn zu ermöglichen.
Ende Juli 2001 Die Sulzer Textil wird an die italienische Promatech verkauft.
2002 An der Generalversammlung wird fast der gesamte Verwaltungsrat personell neu besetzt; als einziges langjähriges Mitglied bleibt Leonardo E. Vannotti im Verwaltungsrat, dem er weiterhin als Präsident vorsteht.
2002 Die "Sulzer-Burckhardt" wird an ihr Management verkauft und firmiert als "Burckhardt Compression AG".
Ende Mai 2002 Sulzer Medica einigt sich mit den Klägern aus den USA, die durch fehlerhafte Implantate zu Schaden kamen, definitiv auf einen Vergleich. Sulzer AG beteiligt sich als ehemalige Muttergesellschaft mit rund USD 75 Mio. Damit wird ein langwieriger Prozess beendet, der den Aktienkurs von Sulzer belastete.
2003 Sulzer Pumps führt ein weltweites Verbesserungsprogramm ein, um die Margen bis 2006 zu verdoppeln.
2004 Ulf Berg, dänischer Staatsbürger, wird neuer CEO von Sulzer, als Fred Kindle, CEO und Verwaltungsrat, seine Ämter niederlegt. Die Generalversammlung wählt den Italiener Luciano Respini neu in den Verwaltungsrat
2004 Im Verlaufe des Jahres baut Sulzer die Marktpositionen der Kerndivisionen weiter aus: Sulzer Metco akquiriert die Ambeon-Division von der kanadischen Unternehmung Westaim sowie die OSU Maschinenbau GmbH in Deutschland. Sulzer Pumps übernimmt von Precision Castparts Corp. (PCC) deren Pumpenaktivitäten Johnston, Crown und Paco in Houston, TX, USA sowie in Wuxi, China. Im Jahrsergebnis 2004 zeigt die operative Leistungsfähigkeit erste Erfolge: Die Kerndivisionen wachsen profitabel und steigern den Betriebs- sowie Nettoerfolg um über 50%.
2005 Im Jahresergebnis wird deutlich, dass sich die Märkte von Sulzer in ausgezeichneter Verfassung befinden und sich die Verbesserung von Operational Excellence auszahlen: Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Bestellungseingang um 20%, der Umsatz um 21% sowie der Nettogewinn um 83% an.
04.2005 Verwaltungsratspräsident Leonardo Vannotti und Vizepräsident Thor Håkstad werden von der Generalversammlung für drei weitere Jahre wiedergewählt.
07.2005 Sulzer übernimmt die US-Gesellschaft Cana-Tex. Diese erzielt mit rund 40 Mitarbeitern jährlich einen Umsatz von etwa USD 24 Millionen. Sulzer Chemtech wird mit dieser Akquisition zu einem führenden Anbieter im Bereich Installationsservice für Trennkolonnen. Die Partnersuche für die Venture-Divsion Sulzer Hexis verläuft erfolglos.
Ende 2005 Sulzer entschließt sich, die Investitionen in das Brennstoffzellen-Projekt per Ende 2005 einzustellen. Kurz vor der Jahreswende kann ein Teil der Aktivitäten an eine Schweizer Stiftung veräussert werden.
2006 An der Generalversammlung wird Verwaltungsrat Daniel J. Sauter für eine weitere Amtszeit von drei Jahren gewählt. Mario Fontana tritt auf eigenen Wunsch zurück.
2006 Der Bestellungseingang wächst unvermindert weiter und erreicht nach dem ersten Quartal CHF 845 Mio., gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 34%.
02.2006 Sulzer Pumps verkauft die Paco-Aktivitäten an Grundfos.
06.2006 Bruno Allmendinger kündigt seinen Rücktritt nach über 35 Jahren im Sulzer-Konzern per März 2007 an. Seine Nachfolge als CFO wird Peter Meier im Frühjahr 2007 antreten, der 1992 in den Konzern eintrat und zur Zeit Leiter Finanzen und Controlling bei Sulzer Metco ist.
24.06.2009 Sulzer baut rund 1.400 Stellen und damit elf Prozent seiner knapp 13.000 Arbeitsplätze ab, wobei es zu Entlassungen kommen wird. Der Schwerpunkt der Maßnahmen wird in Europa und Amerika liegen, und die Einschnitte betreffen die beiden Sparten Oberflächenbehandlung und Mischsysteme. Grund sind die schrumpfenden Märkte.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Anlagen für die Zellstoffindustrie 2008 [Experience Sulzer (2009)] 2008 [Experience Sulzer (2009)]  
Apparate zur Fabrikation kondensierter Milch 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Binnenschiffe 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] 1903 Letzte Erwähnung 1903: "Stadt Meersburg"
chemische Anlagen 2008 [Experience Sulzer (2009)] 2008 [Experience Sulzer (2009)]  
Dampfkessel 1841 [Experience Sulzer (2009) 61] 1903 [VDI 50 (1906) 929] 1841: mit zwei Längssiedern und einem Oberkessel
Dampfmaschinen 1855 Beginn 1947 Ende 1855: Beginn; 1947: Ende
Dampfpumpwerke 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1903: "Stadt Meersburg"
Desinfektionsanstalten 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Dieselmotoren 1897 Beginn (1. Viertaktmotor, 20 PSe) 1990 Ende (nur Minderheit an neuer Diesel-Gesellschaft) Auch Beginn 1898 (Zusammenarbeit mit Diesel) genannt
Gebläse-Maschinen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] 1903: "Stadt Meersburg"
Gesteinsbohrmaschinen, System "Brandt" 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Heizungen 1841 Erste Erwähnung 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] [Experience Sulzer (2009)] nennt für dieses Jahr den ersten Dampfkessel.
Kälte- und Eismaschinen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Kochanstalten 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 103] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 103]  
Lokomobilen 1862 mit Dampfüberhitzung      
Maschinen für Appretur 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Maschinen für Bleicherei 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Maschinen für Färberei 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Schiffsdampfmaschinen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] 1903 "Stadt Mersburg" 1903: "Stadt Meersburg"
Transmissionen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Überhitzer 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] 1903: "Stadt Meersburg"
Ventilations- und Befeuchtungsanlagen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Wassersäulenmaschinen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102]  
Zentrifugalpumpen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) D 102] 2009 [Experience Sulzer (2009)]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine vmtl. 1867 Gebr. Sulzer AG
Dampfmaschine vor 1900? Gebr. Sulzer AG




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1851 90 90     etwa




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1969 Zusammenschluß, neuer Name danach Escher Wyss & Co.  
1888 Zusammenschluß, neuer Name danach Gebrüder Sulzer AG Zweigwerk Ludwigshafen
1972 Anschluß (Namensverlust) zuvor Weise & Monski, Weise Söhne als "Sulzer Pumpen (Deutschland) Gmbh"




Allgemeines

ZEIT1885
THEMAbetriebseigenes Gaswerk
TEXTDie erste Anstalt wurde 1855 für 130 m³ Maximalproduktion pro Tag erbaut und 1862 auf 300 m³ erweitert. Da sich auch letztere zu klein erwies, so wurde 1883 eine neue Anstalt für 550 m³ Maximal-Tagesproduktion erbaut. Das Gas wird größtenteils zur Beleuchtung verwendet. Betrieb mit Saarkohlen und Öl. Teer und Ammoniakwasser werden verkauft. Im Etablissement befindet sich überdies noch eine Versuchsstation, bestehend aus: l Ofen à l Retorte, l Sulzer'schen Ölgasofen, Kondensator, Scrubber und Reiniger und l Gasbehälter von 17 m³ Inhalt.
QUELLE[Stat. Mitt. Gasanstalten (1885) 803]


THEMAAnlagen des eigenen Gaswerks (betriebseigenes Gaswerk)
TEXTDie Anstalt hat 3 Öfen mit zusammen 10 Retorten, Kondensator mit 7 Röhren von 100 mm Öffnung, Scrubber von 1.050 mm Durchmesser und 3.000 mm Höhe, Körting'scher Dampfstrahl-Exhaustor, zweiter Kondensator wie vor dem Scrubber, 2 Reiniger von je 1350 x 1.350 mm Weite mit Verteiler. Die Reinigungsmasse ist Lux-Masse und wird dieselbe mittels Körting'schem Regenerirgebläse in den Kästen regeneriert. Stationsgasmesser von Siry Lizars & Co. l Gasbehälter von 370 m³ Inhalt. Bodenleitung: 92 m à 125 mm, 120 m ä 100 mm, 105 m à 90 mm, 96 m à 75 mm, 432 m à 60 mm, 108 m ä 50 mm, 120 m à 40 mm, 48 m à 26 mm, zusammen 1.121 m Röhrenleitungen von 125 - 26 mm lichtem Durchmesser. (Die erste Anstalt wurde 1855 für 130 m³ Maximalproduktion pro Tag erbaut und 1862 auf 300 m³ erweitert. Da sich auch letztere zu klein erwies, so wurde 1883 eine neue Anstalt für 550 m³ Maximal-Tagesproduktion erbaut. Das Gas wird größtenteils zur Beleuchtung verwendet. Betrieb mit Saarkohlen und Öl. Teer und Ammoniakwasser werden verkauft. Im Etablissement befindet sich überdies noch eine Versuchsstation, bestehend aus: l Ofen à l Retorte, l Sulzer'schen Ölgasofen, Kondensator, Scrubber und Reiniger und l Gasbehälter von 17 m³ Inhalt.)