Werner & Pfleiderer GmbH

Allgemeines

FirmennameWerner & Pfleiderer GmbH
OrtssitzStuttgart
OrtsteilFeuerbach
Stra├čeTheodorstr. 10
Postleitzahl70469
Internet-Seitehttp://www.wp-l.de
Art des UnternehmensBackmaschinenfabrik
AnmerkungenUm 1896/1939: in Stg-Bad Cannstatt, Pragstr. 56. 1900: "Canstatter Misch- und Knetmaschinenfabrik, Cannstatter Dampf-Backofen-Fabrik, Werner & Pfleiderer". Mit Werken in Cannstatt, London (mit Paul Pfleiderer), Wien, Saginaw (Michigan), Dinkelsb├╝hl. Abteilung I a: B├Ąckereimaschienen; I b: Konditorei und Zuckerwarenindustrie; I c: Teigwarenindustrie; I d: Keks- und Zwiebackindustrie; I e: Butter- und Fettindustrie; I g: Dampfback├Âfen; II: Wurst- und Fleischwarenmaschinen; III: Misch- und Knetmaschinen f├╝r die chemische und pharmazeutische Industrie; Offenbar 2 Firmenteile: Kunststoff- und Chemietechnik; IV: Lackiertrockenanlagen und Trocken├Âfen; V: Druckluft- und Hydraulikanlagen, Pressen. Lebensmitteltechnik GmbH, Industrielle Backtechnik; Adre├čbuch 1965: Werner & Pfleiderer, Maschinenfabriken und Ofenbau; gleiche Adresse. Um 2002: zu "Coperion" (Anlagenbau-Tochter von Georg Fischer, Schaffhausen); 2003 an eine Investmenttochter der WestLB verkauft.
Quellenangaben[Boelcke: Wirtschaftsgeschichte B-W (1987) 262] [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] [Stuttgarter Zeitung, 08.10.2003] Homepage (2010)
HinweiseSeit 2008: "Coperion GmbH" durch Zusammenschlu├č von: "Coperion Werner & Pfleiderer GmbH & Co. KG" (Stuttgart), der "Coperion Waeschle GmbH & Co. KG" (Weingarten) und der "Hartmann F├Ârdertechnik GmbH" in Offenbach (Herstellung von Compoundieranlagen und Sch├╝ttgutanlagen f├╝r die Kunststoff-, Chemie-, Nahrungsmittel- und Aluminiumindustrie).

Bestand im Wirtschaftsarchiv Baden-W├╝rttemberg: http://wabw-findbuecher.uni-hohenheim.de/B11. [Witt: Weltausstellung in Paris 1900, amtl. Katalog]: Anzeige




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1873 Paul Freyburger, Mechaniker am Polytechnikum Stuttgart, wird das w├╝rttembergische Patent Nr. 1454 f├╝r eine Knet- und Mischmaschine mit zwei elliptischen R├╝hrscheiben erteilt.
1875 Paul Pfleiderer (*01.01.1848) gr├╝ndet in London ein Handelsunternehmen zum Verkauf der von Paul Freyburger erfundenen Universal-Knet- und Mischmaschine
1876 Paul Pfleiderer gr├╝ndet zusammen mit seinem Bruder Hermann in Stuttgart ein Handelsunternehmen unter der Firma "Hermann Pleiderer & Co." zum Verkauf der Universal-Knet- und Mischmaschine.
1876 Paul Pfleiderer meldet erstmals Patente unter seinem Namen in Gro├čbritannien an (Patentschrift Nr. 2953 ├╝ber Maschines for Kneading and Mixing, Patent Nr. 3623 ├╝ber Apparatus for Transmitting and Reversing Motion und Einrichtungen an Riemscheibenwendegetrieben).
01.07.1877 Das britische Patent ├╝ber eine Knet- und Mischmaschine mit zwei elliptischen R├╝hrscheiben Paul Pfleiderers wird auch beim Reichspatentamt als D.R.P. 1454 eingetragen.
1878 Gr├╝ndung zur Fabrikation von doppelschaufligen Knetmaschinen unter der Firma "Hermann Pleiderer & Co.", Stuttgart durch die Br├╝der Paul und Hermann Pfleiderer.
28.02.1878 Paul Pfleiderer ├╝bernimmt das Knetmaschinen-Patent von Paul Freyburger laut Vertrag f├╝r 900 Mark f├╝r alle Zeit und in allen L├Ąndern. (urkunde vom 28. Februar)
1879 Gr├╝ndung der Maschinenfabrik durch die beiden Stuttgarter Machinenbau-Studienfreunde Hermann Werner (1848-1906) und Paul Pfleiderer (1848-1903). Beide Ingenieure hatten schon 1875 eigene Betriebe gegr├╝ndet, bevor sie sich 1879 als Unternehmenspartner f├╝r die Produktion von Back├Âfen sowie Teig- und Wurstknetmaschinen zusammenfinden.
1879 Patentschrift Nr. 18797 ├╝ber Neuerungen an Freyburger'schen Knet- und Mischmaschinen von Paul Pfleiderer, London (Zusatzpatent zu Nr. 10164)
04.07.1879 Schuldschein ├╝ber 5.000,00 Mark, die Paul Pfleiderer, London, von Hermann Werner zu 5 % Zins erhalten hat
27.07.1879 Verlegung des Sitzes von Stuttgart nach Cannstatt
31.10.1879 Schuldschein ├╝ber 30.000,00 Mark von Heinrich Otto sen., N├╝rtingen, an Hermann Werner
1880 Eintragung der gemeinsamen Firma Werner & Pfleiderer beim Registergericht des Amtsgerichtes Cannstatt. Hermann Werner bringt das Betriebskapital und sein Freund und Studienkollege Paul Pfleiderer seine Patente und den Wert seiner Handelsunternehmen in London und Stuttgart ein, und die deusche Maschinenhandlung geht in der neuen Firma auf.
1880 Nach der Gr├╝ndung werden Knetmaschinen gebaut, aber schon bald verlangen Markt und Heeresverpflegungs├Ąmter nach kompletten Anlagen zur Zwiebackherstellung. Pfleiderer kauft die notwendigen Teigwalzen, Ausstechmaschinen und ├ľfen zun├Ąchst in England ein. Wenig sp├Ąter beginnt man mit der Eigenproduktion.
1880 L├Âschung der Firmen "Hermann Werner" und "Hermann Pfleiderer & Co." und Eintragung der Firma "Werner & Pfleiderer, Maschinenfabrik in Cannstatt"
1881 Teilnahme an der W├╝rttembergischen Landesgewerbeausstellung in Stuttgart
1882 Patentschrift Nr. 29674 ├╝ber Neuerung an Teigknetmaschinen von Hermann Werner
1882 Verleihung der Fortschrittsmedaille in auf der B├Ąckereiausstellung in Stuttgart
27.03.1883 Plan der Bildung einer (Company Limited) Actiengesellschaft in England. Deren Abmachungen zwischen H. Werner und P. Pfleiderer ├╝ber die Limitierung der Aktiengesellschaft lt. Schreiben vom 27. M├Ąrz (kommt nicht zustande).
1885 Hermann Werner nimmt einen st├Ąrkeren Anteil am Londoner Unternehmen, und Paul Pfleiderer scheidet als Teilhaber aus. Im verbleibt nur ein kleiner Anteil am Gesch├Ąft und den Verkaufsrechten der in Cannstatt gebauten und in Gro├čbritannien verkauften Maschinen. Pfleiderer beh├Ąlt seinen Hauptwohnsitz in London (ausgenommen 1881 und 1882, wo er in Cannstatt am Aufbau der Produktionsanlage f├╝r eine neue Knetmaschine mitwirkt).
11.09.1885 Geburt von Otto Werner
1886 Gr├╝ndung einer "Werner & Pfleiderer"-Tochtergesellschaft in Saginaw, Michigan, USA
04.03.1886 Erteilung der Kollektivprokura an die Herren J. R├╝ck und M. Retter
1887 Teilnahme an der internationalen Ausstellung f├╝r B├Ąckerei, Konditorei und verwandte Gewerbe in Dresden
1888 Patentschrift Nr. 45545 ├╝ber Neuerung an Teigwalzen
1889 Lieferung einer Lokomobile durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1889 "Werner & Pfleiderer" gr├╝ndet eine eigene Fertigung in Wien.
16.06.1890 Feier der 2.000. Knetmaschine von Werner & Pfleiderer
1891 Teilnahme an der internationalen elektrotechnischen Ausstellung zu Frankfurt a. M.
14.06.1891 Teilnahme an der Gewerblichen Maschinenausstellung zu Stra├čburg vom 14. Juni 1891 - September 1891
1892 Fabrikation von Dampf-Back├Âfen
1892 Patentschrift Nr. 64796 ├╝ber ein Walzenschaufel f├╝r Misch- und Knetmaschinen von der "Cannstatter Misch- und Knetmaschinenfabrik Werner & Pfleiderer"
1892 Teilnahme an der Internationalen Ausstellung f├╝r das Rote Kreuz, Armeebedarf, Volksern├Ąhrung und Kochkunst in Leipzig
07.08.1892 Teilnahme an der Gro├čen Ausstellung von Erzeugnissen und Bedarfsartikeln der B├Ąckerei, Konditorei und verwandter Gewerbe anl├Ą├člich des II. Verbandstags des Freien Deutschen B├Ąckereiverbandes in Heidelberg vom 7. bis 12. August 1892
1893 Patentschrift Nr. 66841 ├╝ber Backofen mit ausziehbaren Herdplatten
1893 Patent Nr. 67987 ├╝ber einen ausziehbaren Backherd mit einer aus einem Lattenband bestehenden Backfl├Ąche
1893 In London wird die Firma "Werner, Pfleiderer & Perkins Ltd." durch Zusammenschlu├č von "Werner & Pfleiderer, London" und "A. M. Perkins & Son Ltd." gegr├╝ndet. Perkins liefert die speziellen Dampfrohre f├╝r die Ofenherstellung. Der Einigungsvertrag enth├Ąlt einen Exklusivliefervertrag: Danach kann die neue Firma zu den gleichen Vorzugsbedingungen wie bisher WP, London Produkte aus Cannstatt beziehen; die Cannstatter Firma verpflichtet sich, an keine andere Firma in Gro├čbritannien und Irland zu liefern.
1893 Das Cannstatter Unternehmen erh├Ąlt den Firmen-Zusatz "Cannstatter Dampfbackofen-Fabrik".
1893 Das Fertigungsprogramm wird durch Geh├Ąngeg├Ąrschr├Ąnke und Kegelrundwirker erweitert. Zum Kundenkreis geh├Âren neben dem Nahrungsmittelgewerbe auch Chemie-, Farben- und Sprengstoffhersteller.
1893 Patent Nr. 68826 ├╝ber die Walzeinstellung f├╝r Teigwalzwerke
1893 Patent Nr. 69057 über Wechselgetriebe zur Änderung der Drehgeschwindigkeit von Wellen
08.08.1893 Teilnahme an der Bezirksgewerbeausstellung Cannstatt vom 6. August 1893 bis Oktober 1893
12.08.1893 Teilnahme an der nternationalen B├Ąckerei- und Konditoreiausstellung vom 12. bis 18. August 1893 in Mainz
1894 Teilnahme an der Th├╝ringer Gewerbe- und Industrieausstellung zu Erfurt
1894 Teilnahme an der Internationalen Ausstellung f├╝r Volksern├Ąhrung und Armeeverpflegung in Wien
1894 Teilnahme an der B├Ąckerei- und Konditoreiausstellung in N├╝rnberg
09.09.1894 Teilnahme an der Gro├čen Deutschen Ausstellung f├╝r B├Ąckerei, Konditorei und Kochkunst in Stuttgart vom 9. bis 18. September 1894
1895 Patent Nr. 82033 ├╝ber Heizr├Âhrenanordnung bei Back├Âfen
1896 Aufstellung eines Dampfkessels. Hersteller: G. Kuhn, Stuttgart-Berg
1896 Patent Nr. 86239 ├╝ber eine Maschine zum Mischen und Kneten plastischer Massen
1896 Patent Nr. 89522 ├╝ber Maschine zum Mischen und Kneten
1897 Teilnahme an der Deutschen Fachausstellung f├╝r das Hotel- und Wirtschaftswesen, Kochkunst und verwandte Gewerbe in Stuttgart
Mai - Sept. 1897 Teilnahme an der Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung in Heilbronn vom Mai bis September 1897
um 1900 "Werner & Pfleiderer" besitzt Niederlassungen in London, Paris, Wien, Moskau und Saginaw (Michigan, USA).
1898 Patent Nr. 98958 ├╝ber Temperaturregelungsvorrichtung f├╝r Back├Âfen und dergleichen
29.06.1899 Abmachung zwischen Hermann Werner und Paul Pfleiderer ├╝ber ihren gemeinschaftlichen Besitz von Patent- und Vertriebs- respektive Alleinverkaufsrechten
1900 Patent Nr. 108980 ├╝ber Verfahren zum Einschie├čen von Backware in Back├Âfen
24.06.1900 Teilnahme an der Gro├čen Ausstellung f├╝r B├Ąckerei, Konditorei und Kochkunst in Pforzheim vom 24. Juni 1900 bis 7. Juli 1900
1901 Bau von hydraulischen Anlagen
12.02.1901 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1902 "Werner & Pfleiderer" in Wien ├╝bernimmt die Konkurrenzfirma Warchalovsky und wird zum B├Ąckereiausr├╝ster des ├Âsterreichischen Milit├Ąrs.
1902 Patent Nr. 140015 ├╝ber eine Vorrichtung zur ├ťberf├╝hrung runder Teigstrangb├╝ndel in rechteckige
1902 Patent Nr. 147305 ├╝ber eine Formpresse mit um eine gemeinsame Achse drehbarem Zylinderpaar
1903 Tod von Paul Pfleiderer (vmtl. in England)
1903 Nach dem Tod von Paul Pfleiderer ├╝bernimmt der Brite F. C. Ihlee die Leitung von "Werner, Pfleiderer & Perkins Ltd.". Unter seiner Leitung beginnt der Aufbau einer gro├čen, eigenst├Ąndigen Produktionsst├Ątte in Gro├čbritannien. Die Eigenproduktion erweist sich als g├╝nstiger, und eine starke Expansion beginnt.
1903 Patent Nr. 166936 f├╝r eine Steuerung f├╝r hydraulische Arbeitsmaschinen, insbesondere f├╝r hydraulische Pressen
1904 Zusatzpatent Nr. 158617 f├╝r eine Formpresse mit um eine gemeinsame Achse drehbarem Zylinderpaar
1905 ├ťbernahme der britischen Firma "Lewis & Pointon's Panification Ltd." und des Patents von Charles Pointon auf eine Teigteilmaschine. Baubeginn von Teigbearbeitungsmaschinen und Teigteilern nach diesem Patent sowohl in Cannstatt als auch in London. John Pointon, Sohn des Erfinders, tritt bei WP als Mitarbeiter ein.
1905 Kauf des Betriebsgel├Ąndes in Feuerbach
1905 Patent Nr. 189199 f├╝r eine Einf├╝ll-, Vorpre├č- und Aussto├čvorrichtung f├╝r Druckwasserpressen mit offenen, schwenkbaren Massebeh├Ąltern
30.05.1905 Richard Werner (*1878) tritt in das Unternehmen seines Vaters als Gesellschafter ein. Bekanntgabe am 30. Mai
1906 Tod von Hermann Werner
1906/1907 Richard Werner erwirbt die Drais-Werke in Mannheim. Sie sind damit noch nicht Bestandteil von "Werner & Pfleiderer".
1908 Otto Werner (*1885) tritt in das Unternehmen seines zwei Jahre zuvor verstorbenen Vaters als Gesellschafter ein.
1909 Herstellung von Trocken├Âfen
1910 Der Bau von Gummiw├Ąschern, Gummiknetern und Trocken├Âfen f├╝r die Gummiindustrie wird aufgenommen. Damit verbunden die ├ťbernahme der bislang f├╝hrenden Firma Lehmann, die ├ťberhitzer und zugeh├Ârige Details, Trockenanlagen und Details, R├Âstapparate und deren Details, Back├Âfen und Details (auch R├Âst├Âfen), Pumpen und Desintegratoren und deren Details, Lackier├Âfen und Details (auch Trocken├Âfen), Zentralheizungen und L├╝ftungsanlagen und deren Details und Feuerungsteile baut.
1910/1914 Entwicklung der "Viennara"-Knetmaschine mit elektrischem Antrieb
1911 Baubeginn f├╝r das neue Werk in Feuerbach. - Die Bauarbeiten werden durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen.
1911 Patent Nr. 281120 von Otto Wirz, Cannstatt f├╝r eine hydraulische Akkumulatorenanlage
1912 "Werner & Pfleiderer Wien", wo inzwischen auch Flugzeuge und Flugmotoren gebaut werden, trennt sich wieder von Warchalovsky, damit "die WP-Spezialit├Ąten nicht von Milit├Ąrauftr├Ągen verdr├Ąngt werden?, so der dortige Gesch├Ąftsf├╝hrer, Otto Werner.
1913 Aufnahme der Fabrikation von automatischen ├ľfen. Der erste kontinuierlich arbeitende Geh├Ąngeofen, von WP "Auto-Ofen" genannt, backt bis zu 10.000 Br├Âtchen pro Stunde.
1914 Bau eines neuen Werks in Saginaw (USA) in der Hess Street
Beginn 1. Weltkrieg Die Produktion wird auf Kriegszwecke (Feldb├Ąckereien) umgestellt. Richard und Otto Werner ziehen als Freiwillige ins Feld.
1916 Die britische Regierung beschlagnahmt die deutschen Kapitalanteile an "Werner, Pfleiderer & Perkins Ltd.". Sie gehen auf den Public Trustee ├╝ber.
1917 "Werner & Pfleiderer widerruft seine Ansprüche an der britischen "Werner, Pfleiderer & Perkins Ltd.", um dem britischen Eigentümer den Weg für den Rückkauf der Anteile vom British Trustee freizumachen. - Nach dem Rückerwerb Änderung der britischen Firma in "Perkins Engineers Ltd." und damit das Ende der deutschen Beteiligung.
1919 Die Werke Gro├čbritannien und USA werden enteignet. Die englische Firma "Joseph Baker & Sons" kauft die Tochtergesellschaft in Saginaw sowie die englische "Werner, Pfleiderer & Perkins Ltd." und bildet daraus die "Baker Perkins Ltd.". Zahlreiche ausl├Ąndische Verkaufsniederlassungen m├╝ssen geschlossen werden. Der gr├Â├čte Teil des Absatzmarktes ist verloren.
15.07.1919 Darlehen an den Siedlungsverein Gro├č-Stuttgart GmbH ├╝ber 32.000,00 Mark
1920 Die britische Nachfolgefirma "Perkins Engineers Ltd." geht in der "Joseph Baker & Sons Ltd." auf; Umbenennung in "Joseph Baker Sons & Perkins Ltd."
1921 Mit der "Baker Perkins Ltd." wird das sogenannte "Credo-Abkommen" unterzeichnet, ein Rahmenabkommen ├╝ber Markt- und Produktentwicklung und zur Aufteilung der internationalen Absatzm├Ąrkte zwischen "Joseph Baker Sons & Perkins Ltd." (Peterborough), "Savy Jeanjean & Cie." (Paris) und "Werner & Pfleiderer" (Cannstatt).
1921 Bau der ersten ├ľfen in Stahlkonstruktion statt in gemauerter Ausf├╝hrung.
1921 Gr├╝ndung der Stockholmer Verkaufsgesellschaft "Werner & Pfleiderer AG"
1921 Der Maschinenbauingenieur Dr. Otto Fahr (*1892; vorher: "Vereinigte Kugellagerfabrik Norma", Bad Cannstatt) tritt in das Unternehmen ein. Er hospitiert zun├Ąchst ein halbes Jahr beim englischen Partner "J. Baker Sons & Perkins", um das dortige Kalkulationssystem kennenzulernen und ist auch sp├Ąter Verbindungsmann bei den regelm├Ą├čigen Treffen zwischen den Unternehmen in Stuttgart und Peterborough
1922 "Joseph Baker Sons & Perkins Ltd." (Peterborough) und "Werner & Pfleiderer" (Cannstatt) bauen aufgrund des "Credo-Abkommens" eine gemeinsame Brotfabrik in Lissabon. Der deutsche Partner liefert die Knetmaschinen, G├Ąrschr├Ąnke und ├ľfen
1922/1923 Ein Hallenneubau auf dem Feuerbacher Firmengel├Ąnde wird in Angriff genommen.
1923 Umbenennung der "Joseph Baker Sons & Perkins Ltd." in "Baker Perkins Ltd." mit Allan R. Baker als Vorsitzendem und F. C. Ihlee als Vertreter.
1924 Vertrag zwischen dem Bankhaus "Mendelssohn & Co.", Amsterdam, und "Werner & Pfleiderer" (Dr. Richard Werner, Otto Werner) betreffs ├ťbernahme von Verpflichtungen in H├Âhe von 1.000.000 Dollar und 3.000.000 RM (├ťbernahme einer B├╝rgschaftsschuld von Richard Werner gegen├╝ber der Firma Dietz & Co., Wien) von WP gegen├╝ber dem Bankhaus.
1925/1926 Durch die aufgenommenen Kredite zum Bau einer neuen Halle auf dem Feuerbacher Firmengel├Ąnde ger├Ąt das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Bankschulden betragen 1926 4,2 Mio RM.
1926 Patent von Fritz Kempter f├╝r einen Gummimischer
1926 Das Auftragsvolumen geht von 15 Millionen auf 9 Millionen RM zur├╝ck. In dieser schwierigen Lage unterst├╝tzt der Nachfolger der fr├╝heren Tochter, "Baker Perkins Ltd." durch eine Kommanditeinlage von 5,4 Mio RM (1,2 Mio als Stamm- und 4,2 Mio als Vorzugskommanditeinlage).
1927 Infolge der finanziellen Krise wird das Unternehmen von einer Offenen Handelsgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Die Einlage von "Baker Perkins Ltd." betr├Ągt 5,4 Mio RM, von Richard und Otto Werner 2,8 Mio RM, und die 4,2 Mio RM betragenden Bankschulden k├Ânnen abgetragen werden. Im Gegenzug beteiligt sich "Werner & Pfleiderer" durch Aktien im Wert von 60.000 britischen Pfund an "Baker Perkins"; sie werden wegen einer "Kriegsklausel" durch die Fides-Treuhandverwaltung in Z├╝rich verwaltet.
1927 Verkauf einer bedeutenden Aktienminorit├Ąt an "Baker Perkins Ltd." aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
1927 Die 1906/07 durch Richard Werner erworbenen Drais-Werke in Mannheim gehen aufgrund des Gesellschaftsvertrags von 1927 auf die "Werner & Pfleiderer KG" ├╝ber.
24.05.1927 Diskussion zwischen "Werner & Pfleiderer" (Richard und Otto Werner, Otto Fahr, Direktor Pusch), "Baker Perkins Ltd.", London, Peterborough (Allan Richard Baker, Geoffrey E. Toulmin), der "Wepe AG", Schaffhausen, und der "Fides Treuhandvereinigung", Z├╝rich, Rechtsanw├Ąlten und zust├Ąndigen Beh├Ârden ├╝ber die M├Âglichkeiten der Liquidierung der gegenseitigen Kapitalbeteiligungen zwischen WP, Cannstatt, (60.000 englische Pfund) und "Baker Perkins" (1.200.000 RM bzw. 990.000 RM Stammkommanditkapital, entstanden anl├Ą├člich der Schuldenbereinigung von 4.200.000 M gegen├╝ber Mendelssohn, 1924. (Vereinbarung vom 24. Mai 1927, mit Zus├Ątzen vom 13. Februar 1930 und 12. M├Ąrz 1936)
1928 Otto Fahr wird zum Direktor ernannt.
1929 Otto Fahr erk├Ąmpft eine Entsch├Ądigung f├╝r das enteignete "Werner & Pfleiderer"-Werk Saginaw.
1929 Das Unternehmen erzielt einen Rekordumsatz von 16,8 Mio RM
1930 Der Umsatz geht krisenbedingt auf 14,7 Mio RM zur├╝ck
1930 Patent Nr. 545660 ├╝ber eine Schwimmersteuerung f├╝r hydraulische Akkumulatoren mit Druckluftbelastung
1931 Otto Fahr r├╝ckt in die Gesch├Ąftsf├╝hrung auf und wird Vorsitzender der Direktion, gleichzeitig stiller Gesellschafter.
1931 Umsatzeinbruch auf 8 Mio RM
1931 Die beiden Produktionsstandorte Cannstatt und Feuerbach werden in Feuerbach zusammengelegt.
1931 Die Unternehmensf├╝hrung besteht seither aus einem gesch├Ąftsf├╝hrenden Direktorium mit f├╝nf Mitgliedern
03.1931 Patent von Albert Lasch und Ernst Stromer f├╝r Gummimischer auf der Grundlage der Erfindungen von Kempter
1933 Der Umsatz erreicht mit 4,8 Mio RM einen Tiefstwert
1934 Infolge der Weltwirtschaftskrise geht der Umsatz von 16 auf 5 Millionen Mark zur├╝ck.
1935 Das gesch├Ąftsf├╝hrende Direktorium wird von f├╝nf auf drei Mitglieder verkleinert.
1938 Im Rahmen des Vier-Jahres-Plans der nationalsozialistischen Regierung beteiligt sich dass Unternehmen am Maschinenbau zur Herstellung synthetischen Kautschuks.
1938 Im Backofenbau wird die Zyklotherm-Heizung eingef├╝hrt, bei der in einer zentralen W├Ąrmestation mit Gas- oder ├ľlfeuerung Hei├čluft als W├Ąrmetr├Ąger erzeugt und ├╝ber Kan├Ąle regelbar um den Back- oder Trockenraum herumgef├╝hrt wird. Eine genaue Temperaturregelung ist dadurch m├Âglich. Gleichzeitig sinken damit die Betriebskosten.
1938 In Feuerbach bei Stuttgart wird ein neues Werk mit neuem B├╝rogeb├Ąude errichtet.
2. Weltkrieg Es werden Maschinen f├╝r Feldb├Ąckereien gebaut, Kneter f├╝r Sprengstoffe, Kunstseide und Gummi geliefert sowie Teile f├╝r Gesch├╝tze, Flugzeuge und Raketenleitwerke (f├╝r die VII) gefertigt. Der Anteil der R├╝stungsfertigung liegt unter 20 %. Viele der ehemaligen Mitarbeiter sind an der Front. An ihrer Stelle werden "Fremdarbeiter" eingesetzt.
06.12.1939 Vereinbarung zwischen Dr. Richard und Otto Werner ├╝ber die Festlegung der Schuld Richard Werners gegen├╝ber Otto Werner und deren Tilgungsbedingungen, die 1924 durch finanzielle Transaktionen (u.a. mit dem Bankhaus Mendelssohn) und Verluste entstanden war (u.a. Kl├Ąrung der Differenz in den Privatkonten von Richard Werner gegen├╝ber Otto Werner entgegen Gesellschaftsvertrag, Aufhebung der Privatbuchf├╝hrung).
1940 Otto Fahr hat seither den Vorsitz bei den Direktionssitzungen innne
23.06.1942 Organisatorische Neugliederung der B├Ąckereiabteilung (Direktionsschreiben von Otto Werner)
19./20.10.1944 Das Werk in Feuerbach wird durch Fliegerangriffe in der Nach vom 19. auf den 20. Oktober weitgehend zerst├Ârt.
04.1945 Die franz├Âsische Armee besetzt das Unternehmen.
nach dem 2. Weltkrieg Durch die Entnazifizierung wird der gr├Â├čte Teil der F├╝hrungsmitarbeiter aus dem Unternehmen entfernt. Dasd Unternehmen wird beschuldigt, Verbrennungs├Âfen f├╝r Konzentrationslager geliefert zu haben.
17., 18. u. 21.06.1948 Gesch├Ąftsf├╝hrer Otto Fahr hat sich vor der Spruchkammer in Stuttgart zu verantworten.
1949 Otto Fahr ├╝bernimmt wieder die F├╝hrung des Unternehmens. Beschuldigungen, er sei NSDAP-Mitglied gewesen und er habe sich an der R├╝stungsproduktion beteiligt, erweisen sich als gegenstandslos.
1949 Der sp├Ątere Nachfolger von Otto Fahr, Helmut Steinmann, tritt in das Unternehmen ein.
1949 Das Gesch├Ąft boomt mit der Chemie-, der Kunststoff- und der Gummi-Industrie.
1949 Der Plastifikator f├╝r die PVC-Herstellung wird erfunden und entwickelt sich zur Standardmaschine.
1951 Otto Fahr wird Komplement├Ąr
1953 Der erste "Matador"-Ofen wird ausgeliefert. Er ist der erfolgreichste Etagenofen am Markt.
1953 Lizenzabkommen mit mit Bayer Leverkusen bez├╝glich der Produktion von kontinuierlichen Misch- und Knetmaschinen nach dem Erdmenger-Patent
1957 Der Kunststoffbereich wird unter der Leitung von G├╝nther Fahr verselbst├Ąndigt.
24.06.1962 Tod von Otto Werner
1964 Die Fertigung des "Matator"-Backofens von "Werner & Pfleiderer" zieht von Stuttgart-Feuerbach nach Dinkelsb├╝hl in ein ehemaliges S├Ągewerk um. - Die Geb├Ąude werden in den Folgejahren umgebaut und sp├Ąter durch neue Fertigungshallen und ein neues B├╝rogeb├Ąude ersetzt. Mit Zeitungsannoncen, Plakat- und Kinowerbung werden neue Mitarbeiter angeworben und im Stammhaus in Feuerbach eingelernt.
1973 Die gesamte Ofenfertigung der "Werner & Pfleiderer"-Gruppe wird in Dinkelsb├╝hl zusammengefa├čt.
1979 Der B├Ąckereimaschinenbau f├╝r handwerkliche B├Ąckereien wird nach Dinkelsb├╝hl verlagert.
1986 Krupp erwirbt 50,1 % von Werner & Pfleiderer.
1992 Entwicklung des computergesteuerten Beschickungsger├Ąts "OBER", des ersten automatischen Blechladeger├Ąts "Robomatic" f├╝r Br├Âtchenanlagen und der ersten mehlstaubfreien Brotanlage
1996 J├╝rgen Horstmann ├╝bernimmt den Bereich handwerkliche Backtechnik der "Werner & Pfleiderer GmbH" und bildet daraus die "Werner & Pfleiderer Lebensmitteltechnik GmbH". Die Immobilie in Dinkelsb├╝hl bleibt im Besitz der "Werner & Pfleiderer GmbH".
1996 Formale Trennung der Unternehmensbereiche: Die handwerkliche Backtechnik der "Werner & Pfleiderer GmbH" wird aus dem Unternehmen ausgegliedert und firmiert fortan als "Werner & Pfleiderer Lebensmitteltechnik".
2001 Zusammenschlu├č von Werner & Pfleiderer und Waeschle zur Coperion-Gruppe. Die "Coperion GmbH" geht aus den Traditionsunternehmen "Coperion Werner & Pfleiderer", "Coperion Waeschle", "Coperion Keya" und "Coperion Hartmann" hervor.
2002 Coperion kommt in den Besitz der britischen Beteiligungsgesellschaft "Lyceum Capital".
Mai 2007 Die "Deutsche Beteiligungs AG" mit Sitz in Frankfurt am Main und von ihr verwaltete Fonds die Coperion-Gruppe.
2008 Markenzusammenf├╝hrung und Verschmelzung aller Unternehmen zu Coperion
2012 Mit dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligungen an PELL-TEC und Weicom erweitert Coperion sein T├Ątigkeitsfeld als Systemanbieter um die Granulier- sowie Wiege-, Verpackungs- und Palettiertechnologie.
Okt. 2012 Der US-amerikanische Mischkozern Hillenbrand ├╝bernimmt "Coperion" von der "Deutschen Beteiligungs AG (DBAG)".




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Aufbereitungsmaschinen f├╝r Gummi 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
Aufbereitungsmaschinen f├╝r Zellwolle 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
Einrichtungen f├╝r die Nahrungs- und Genu├čmittelindustrie 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
hydraulische Pressen 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
hydraulische Pumpen 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
industrielle Trockenanlagen 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
Knetmaschinen 1879 Beginn (vorher nur Handel)     Insbes. f├╝r B├Ąckereien
Maschinen f├╝r das B├Ąckerhandwerk und Brotfabriken 1896 Kuhn-Kessellieferung: Knetmaschinen 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
Maschinen und Apparate f├╝r die chemische Industrie 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792] 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  
Misch- und Knetmaschinen 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1896 Kessellieferung von Kuhn  
Mischmaschinen         Insbes. f├╝r die Lebensmittel- und Gummiindustrie
├ľfen f├╝r das B├Ąckerhandwerk 1902 Katalog 1939 [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 792]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1912 Ulrich Kohll├Âffel, Maschinenfabrik
Lokomobile 1889 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 02.1901 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1905 Ulrich Kohll├Âffel, Maschinenfabrik
Dampfmaschine 28.03.1938 Maschinenfabrik Augsburg-N├╝rnberg AG, Werk N├╝rnberg




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1929 1350        
1933 615       Einbruch infolge der Wirtschaftskrise
1938 1275     100  




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1910 Anschlu├č (Namensverlust) zuvor Richard Lehmann, Ingenieur