Gasmotoren-Fabrik Deutz AG

Allgemeines

FirmennameGasmotoren-Fabrik Deutz AG
OrtssitzKöln
OrtsteilDeutz
StraßeMülheimer Str. 149
Postleitzahl50679
Art des UnternehmensGasmotorenfabrik
AnmerkungenBis 1872: "Langen, Otto & Roosen" (s.d.). Seit 1921 unter der Firma "Motorenfabrik Deutz AG". Vmtl. DEUTZ-Mülheimer-Straße. 1892: Hausnr. 155/157; 1900: Nr. 149
Quellenangaben[Sass: Gesch Dt Verbr-Motorenbaues (1962) 36] [Wiener Weltausstellung, Amtl. Katalog (1873) 458] [Reichs-Adreßbuch (1900) 3101] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 63+2a]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1872 Umwandlung von "Langen, Otto & Roosen" in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "Gasmotoren-Fabrik Deutz AG"
10.03.1872 Gottlieb Daimler wird mit Vertrag vom 10. März technischer Direktor der Gasmotorenfabrik Deutz
01.04.1872 bis 31.12.1872 Gottlieb Daimler (neuer technischer Direktor der Gasmotorenfabrik Deutz) bestimmt Wilhelm Maybach zum Leiter des Zeichenbüros
1876 N. A. Otto und Eugen Langen erhalten ein Patent auf den von ihnen entwickelten Viertakt-Gasmotor.
28.12.1881 Gottlieb Daimler erhält seine Kündigung als technischer Direktor der Gasmotorenfabrik Deutz zum 30. Juni 1882. Daimler hatte das Gewicht N. A. Ottos in der Deutz AG unterschätzt und diesen ironisch als "unseren Dilettanten" bezeichnet.
1882 Nach einer Produktion von 2649 atmospährischen Gaskraftmaschinen wird die Fertigung eingestellt.
30.06.1882 Ende der Tätigkeit von Gottlieb Daimler als technischer Direktor der Gasmotorenfabrik Deutz; sein Vertrag wird zum 30. Juni gekundigt, verbunden mit dem Angebot die Filiale in St. Petersburg zu übernehmen. Aber Daimler stellt extreme, für Langen nicht akzeptable Bedingungen. Er ist sich seiner Stellung bewußt, denn bei seinem Ausscheiden müssen die auf seinen Namen lautenden Patente auf die Deutz AG umgschrieben werden. Zum Ausgleich erhält Daimler Tantiemen von über 100.000 Mark - das entspricht einem Geldwert von 10 Millionen Mark im Jahre 2000. Hinzu kommen Aktien im Wert von 112.000 Mark.
1884 N. A. Otto erfindet die elektrische Zündung (Niederspannungs-Magnetzündung) für Gasmotoren. Hierdurch können auch flüssige Brennstoffe verwendet werden. Das Zündsystem wird von robert Bosch übernommen und weiterentwickelt.
26.01.1891 Tod von Nicolaus August Otto in Köln. Er wird auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt.
18.04.1892 Diesel bietet erfolglos der Gasmotoren-Fabrik Deutz AG an, sein Dieselverfahren zu übernehmen. Eugen Langen schreibt am 18. April an Diesel: "... wenn Sie ein deutsches Patent, vor allem ein Constructions-Patent, sollten erhalten haben, bin ich bereit, wieder mit Ihnen in Verhandlungen einzutreten".
02.01.1893 Diesel berichtet an Eugen Langen (Gasmotoren-Fabrik Deutz AG), daß seine Erfindung patentiert sei. - Langen hegt weiterhin Bedenken.
03.02.1893 Diesel und Eugen Langen (Gasmotoren-Fabrik Deutz AG) treffen sich in Berlin. Es kommt keine Kooperation zustande.
05.1893 Diesel schreibt an Eugen Langen (Gasmotoren-Fabrik Deutz AG), daß die Motoren-Patente für Deutschland vergeben seien, und regt an, daß Pariser Filiale der Gasmotorenfabrik für Frankreich Dieselmotoren bauen könne. Langen lehnt diesen Vorschlag ab.
1896 Bau der ersten Grubenlokomotive der Welt mit Verbrennungsmotor.
16.06.1897 Diesel hält einen Vortrag über seinen Motor auf der Ingenieurtagung in Kassel. Der Erfolg ist ungeheuer, und die Gasmotoren-Fabrik Deutz zieht sich aus den Reihen der Diesel-Gegner zurück. Dort stellt er in bezug auf die ursprünglich von ihm angestrebte Verwirklichung des Carnotschen Kreisprozesses fest: "Man verwirklicht dabei die erste der gestellten Bedingungen: der Herstellung der Verbrennungstemperatur durch reine Kompression mit Drücken, welche zwei- bis dreimal niedriger sind als bei dem vollkommenen Prozesse (...) Gerade die Abweichung vom vollkommenen Prozesse stellt die einzige Möglichkeit dar, den unausführbaren vollkommenen Prozeß durch einen ausführbaren zu ersetzen (...) Es handelt sich bei meiner Maschine um einen vollentwickelten Petroleummotor, der seine Bedeutung erst durch die Benutzung von Gas und ganz besonders von Öl und gewöhnlicher Steinkohle erlangen wird (...)"
1907 Nach Auslaufen des Dieselpatents beginnt der serienmäßige Bau von Dieselmotoren
01.09.1907 Ettore Bugatti schließt einen Fünfjahresvertrag mit der Gasmotorenfabrik Deutz als "freier Mitarbeiter" ab
01.09.1907 bis 31.12.1907 Ettore Bugatti entwirft einen Prototyp (T 10) der späteren T-13-Reihe im Keller seines von Deutz gemieteten Hauses in Köln-Mülheim
01.01.1909 bis 15.12.1909 Ettore Bugatti entwickelt ein weiteres Auto für Deutz, ehe der Vertrag am 15.12. vorzeitig beendet wird
15.12.1909 Vorzeitiges Vertragsende Deutz - Bugatti. Ettore Bugatti erhält 20.000 Mark Abfindung
1911 Bau des ersten kompressorlosen Dieselmotors
1921 Interessengemeinschaft mit der "Motorenfabrik Oberursel"
1921 Umfirmierung in "Motorenfabrik Deutz AG"




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Diesellokomotiven 1896 Beginn (1. Grubenlok der Welt mit V-Motor)      
Dieselmotoren 1898 Beginn (eigene Konstruktion) 1907 seither serienmäßig 1898: kreuzkopflos; 1907: Auslauf des Diesel-Patents
Gaskraftmaschinen 1872 Umfirmierung   Umfirmierung Spezialität, auf Ausstellung Wien 1873
Personenkraftwagen 1907 Beginn 1911 bekannt  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschinen vor 1873 unbekannt




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1872 Umbenennung zuvor Langen, Otto & Roosen Langen, Otto & Roosen --> Gasmotorenfabrik
1921 Umbenennung danach Motorenfabrik Deutz AG