| Zeit |
Ereignis |
| 1827 |
Gründung zur Erzeugung von Gußwaren und landwirtschaftlichen Maschinen |
| 01.05.1828 |
Gustav Schnell, Friedrich Laubmeyer und Carl-August Dultz, Söhne angesehener Königsberger Kaufleute und miteinander verschwägert, kommen überein, mit erspartem Kapital gemeinsam eine größere Eisengießerei zu gründen. Erwerb des Grundstückes Butterbergstraße Nr. 3 (seit 1764 die Silberschmelze des Schutzjuden Daniel Itzig) durch Frau Christine Hughes geb. Schnelle, einer Verwandten des Hauptgründers. Die Gießerei umfaßt zunächst diese alte Silberschmelze, die durch die Aufstellung eines Kugelofens [Kupolofens?] erweitert wird. |
| 01.05.1828 |
Abschluß des Maskopie-Kontrakts (Vertrag für die Teilung von Gewinnen und Verlusten zwischen den drei Partnern) zwischen den Gründern, welcher als die Gründung der Union-Gießerei anzusehen ist. Laubmeyer und Dultz übernehmen die kaufmännische Leitung. Die Unternehmensleitung liegt bei Charles Hughes, der aus Birmingham stammt; er wohnt auf dem Gelände der Oberlaak. - Der Geschäftsvertrag wirkt sich zum Segen der Gründerfamilien und ihrer Nachkommen bis zum Beginn des 1. Weltkrieges aus, und nicht nur für diese, sondern auch für die zahlreichen Arbeiter und Angestellten des Unternehmens. |
| 1833/1835 |
Erwerbung der Grundstücke Oberlaak 2 - 5 |
| 1839 |
Tod von Charles Hughes |
| 1839 |
Übernahme der Unternehmensleitung durch Carl Steimmig |
| 1842 |
Übernahme der Unternehmensleitung durch Rudolf Steimmig (bis 1846) |
| 1845 |
Umbenennung in "Union-Gießerei" |
| 01.04.1846 |
Der 33-jährige Maschinenbauer und Eisenfabrikant Gottfried Ostendorff wird in der Unternehmensleitung als Inspektor eingestellt. - Er stammt vom Hofe Ostendorff in der Bauerschaft Wendinghofen bei Kamen in Westfalen und kommt gerade von einem längeren Aufenthalt in England, Schottland und Irland zurück, wo er den ersten Bau von Schiffsmaschinen und Lokomotiven miterlebt und kennen gelernt hatte. |
| 1847 |
Gottfried Ostendorff heiratet die vierte Tochter des Mitinhabers und Kaufmanns Gustav Schnell, so daß Ostendorf auch familiär mit den Gründerfamilien verbunden ist. |
| 1849 |
Bisher wurden Dampfmaschinen bis 40 PS gebaut. Gottfried Ostendorff will nun solche von 150 PS bauen |
| 1852 |
Abschluß eines Vertrags, wodurch von den drei Eigentümern der Fabrik gemeinschaftlich mit Gottfried Ostendorff diesem die Vollmacht erteilt wird, im Namen der Firma zu zeichnen. Hiermit ist also Ostendorff nunmehr die ausschließliche Leitung des Werkes übertragen worden. Die übrigen Eigentümer ziehen sich von der direkten Unternehmensleitung zurück, und Ostendorff wird als Teilhaber aufgenommen. |
| 1853 |
Verhandlungen zur Lieferung von Lokomotiven an die Königliche Ostbahn |
| 05.06.1855 |
Das erste Schiff mit einer 40-PS-Dampfmaschine läuft vom Stapel |
| 05.12.1855 |
Aufnahme des Lokomotivbaues. Am 05. Dezember wird die erste Dampflokomotive an die preußische Ostbahn ausgeliefert. |
| 1856 |
Bestellung von zwei Lokomotiven für die Kreuz-Küstriner Bahn. Der Bau dieser Maschinen verzögert sich durch Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung (Bleche aus England) und durch das Auftreten von Seuchen wie Cholera. |
| 1858 |
Vom Auftrag durch die Ostbahn zur Lieferung von 25 Lokomotiven liefert die Union-Gießerei sechs Stück |
| 1864 |
Tod des Mitbegründers der Union-Gießerei, des Geheimen Kommerzienrats Gustav Schnell, der seit 1815 ein Ex- und Importunternehmen betrieb. |
| 1867 |
Ostendorff baut sich in Neuhäuser eine StrandVilla (bis 1945 in Familienbesitz). |
| 1869 |
Gottfried Ostendorff erhält in Anbetracht seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Maschinenbaues den den Titel Königlicher Kommerzienrat. |
| Herbst 1869 |
Elias Radok (*16.11.1840 in Böhmen und nach Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Prag bei A. Borsig tätig) kommt auf Empfehlung von Borsig als Oberingenieur und Vertreter Ostendorffs nach Königsberg. |
| 18.07.1874 |
Feier zur Fertigstellung der 100. Lokomotive |
| 1875 |
Dem Unternehmen wird vom russischen Staat eine Medaille für gewerbliche Leistungen verliehen. |
| 23.04.1876 |
Tod von Johann Gottfried Dietrich Wilhelm Ostendorff in Neuhäuser |
| 1880 |
Bis 1880 wurden 169 Lokomotiven ausgeliefert |
| 02.06.1881 |
Umwandlung der Union-Gießerei in eine Aktiengesellschaft. Zum Vorstand der Aktiengesellschaft wird als technischer Direktor E. Radok und als kaufmännischer Direktor Arthur Ostendorff, der Sohn des 1876 verstorbenen Gottfried Ostendorff, bestellt; zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde erstmalig Rudolf Laubmeyer gewählt. - Die Vorbesprechungen über die Überführung der offenen Handelsgesellschaft in eine andere Gesellschaftsform fanden schon zu Lebzeiten Ostendorffs statt. Finanzielle Gründe lagen keineswegs vor, lediglich familiäre, also die Gründerfamilien selbst betreffende Gründe bezüglich der zukünftigen Nachfolge als Eigentümer. Die Aktien bleiben im Familienbesitz. |
| 1910 |
Georg Panck wird Oberingenieur der Union-Gießerei |
| 24.06.1891 |
Tod des kaufmännischen Direktors Arthur Ostendorff (*18.05.1850) |
| 1891 |
Nach dem Tod von Arthur Ostendorff wird Elias Radok alleiniger Direktor. |
| 1894 |
Georg Panck erfindet das Dultz'sche Wechselventil für Verbundlokomotiven (D.R.P. 83386 und Zusatz-Patent D.R.P. 83925). Es ist ein dreisitziges Kolbenventil, das den Einlaß des Niederdruckzyinders entweder mit dem Frischdampf oder mit dem Auspuffdampf des Hochdruckzylinders verbindet. Das Zusatzpatent beschreibt die senkrechte Anordnung des Wechselventils im Dampfdom, in Verbindung mit dem Regler. |
| 1895 |
Lieferung der ersten Kleinbahn-Tenderlokomotive und einer Schmalspur-Tenderlokomotive |
| 1899 |
Elias Radok wird anläßlich der Fertigestellung der 1000. Lokomotive zum Königlichen Kommerzienrat ernannt. |
| 13.03.1899 |
Feier zum Anlaß des Baues der 1000. Lokomotive |
| 1901 |
Entwurf einer 1'Cn2-Tenderlokomotive mit Krauss-Helmholtz-Gestell (Vorläufer der pr T 11) |
| 11.08.1902 |
Die Union-Gießerei liefert die erste Heißdampflokomotive (Fabr.-Nr. 1222, die spätere 74 401). |
| 1907 |
Ankauf des Ritterguts Contienen (179 ha, am unteren Pregel gelegen), zum Zwecke der Verlegung der gesamten Anlage |
| 30.03.1910 |
Tod von Elias Radok. Er wird auf dem Altstädtischen Friedhof an der Alten Pillauer Landstraße beigesetzt. Ein großer Findling, den man bei der Errichtung der neuen Fabrik am Pregel in Contienen fand, bedeckt sein Grab, das bei den Kampfhandlungen 1945 zerstört wird. |
| 1910 |
Nach dem Tode von Elias Radok übernehmen die Oberingenieure Georg Panck und Paul Fischer zusammen mit Regierungsbaumeister a.D. Max Hartung das Werk |
| 1911 |
Auslieferung der 2000. Lokomotive |
| 1912 |
Fertigstellung der neuen Fabrik; Areal: 142.000 m2, bebaute Fläche: 37.000 m2, mit den modernsten und zweckentsprechendsten Einrichtungen ausgestattet |
| 1912 |
Die Werft von Fechter wird durch die Union-Gießerei übernommen |
| 1914 |
Bau der von der "Union" entwickelten preußischen T 14 / T 14.1 |
| 1920 |
Paul Fischer tritt aus gesundheitlichen Gründen von der Unternehmensleitung zurück |
| 01.05.1922 bis 31.12.1922 |
Von Mai bis Dezember werden nur noch 36 Lokomotiven und 10 Kessel geliefert |
| 09.01.1923 |
Tod von Georg Panck in Königsberg /Pr. |
| 1923 |
Nach dem Tod von Georg Panck übernimmt Max Hartung die Werksleitung |
| 1924 |
Bau der Eisenbahnbrücke über die Drewenz bei Wormditt/Ostpr. durch die Union-Gießerei |
| 1924 |
Bau der Insterbrücke bei Georgenburg/Ostrpr. |
| 01.03.1925 |
Der Lokomotiv-Anteil beträgt 19,5 Anteile |
| 11.1925 |
Dr.-Ing. e.h. Paul Brehm tritt in die Werksleitung ein. |
| 1926 |
Bau der Passarge-Brücke der Strecke Schlobitten-Wormditt durch die Union-Gießerei |
| 1926 |
Bau der Hubbrücke des Holzhafens der Staatswerft in Pillau durch die Union-Gießerei |
| 1927 |
Das Werk erhält zunächst keine Lokomotivquoten von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft. Dies führt zu starken wirtschaftlichen Problemen in der Firma. 1927 erhält die Union Gießerei im Rahmen der "Ostlandhilfe" noch Aufträge zum Bau der DRG-Baureihen 64 (40 Stück) und 80 (7 Stück). |
| 1929 |
Bis zur Werksschließung wurden insgesamt etwa 2840 Lokomotiven geliefert. Die zuletzt gebaute Lokomotive ist die 64 224 mit der Fabr.-Nr. 2842. |
| 17.03.1930 |
Der Betrieb wird seither als Zweigwerk der "F. Schichau GmbH" geführt. |
| 1931 |
Vollständige Übernahme durch F. Schichau, Elbing |
| 07.02.1936 |
Das Konkursverfahren wird aufgehoben (Schlußtermin). |