F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH


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F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH: F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH: Werksansicht F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH: Geheimer Kommerzienrat Dr.-Ing. h.c. Carl H. Ziese F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH: Schiffswerft in Danzig F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH: Torpedobootshellige
F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH: Kesselschmiede F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH: Dampfturbinen-Montagehalle


Allgemeines

FirmennameF. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH
OrtssitzElbing (Westpr)
StraßeSchichaustr. 1/8
Art des UnternehmensWerft und Maschinenfabrik
AnmerkungenAdresse: 1892: Altst. Wallstr. 1/10; 1939: Schichaustr. 1/8. Besitzer (um 1892): Geh. Kommerzienrat Schichau. Siehe auch Werft in Danzig. Um 1885 mit einer eigenen Privat-Gasanstalt. Seit 1930 dazu die "Union-Gießerei" (s.d.), Königsberg (Pr). Nach 1945 in Bremerhaven, daraus entstand die "Schichau Seebeckwerft AG", später "SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH"..
Quellenangaben[Die Schichau-Werke 1837 - 1912] [Eisenbahnwesen d Gegenw (1911) II, 161] [Maschinenindustrie (1939/40) 336] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 179]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
04.10.1837 Gründung als Fabrik für Dampfmaschinen, Pumpen ... in der Altstädtischen Wallstr. 10 mit 8 Arbeitern durch den 28jährigen F. Schichau
1840 Bau der ersten Hochdruckdampfmaschine (Leistung: 4 PS)
1841 Bau des ersten in Deutschland hergestellten Dampfbaggers. Der Schiffskörper von der Werft Mitzlaff
1847 Bau der ersten Schiffsmaschine (Maschinen-Nummer 26/27)
1852 Errichtung der ersten Schiffswerft am Elbingfluß
1854 Lieferung des ersten in Preußen gebauten eisernen Schrauben-Seedampfers, die "Borussia"
1858 Aufnahme des Waggonbaues in Elbing
1860 Beginn des Baues von Lokomotiven. Lieferung an die Preußische Ostbahn
1860 Baubeginn von Woolf'schen Dampfmaschinen
1869-1870 Errichtung einer Lokomotivfabrik mit Groß-Hammerschmiede und Kesselschmiede in Bahnhofsnähe (1869 oder 1870)
1870 Anschluß an das Eisenbahnnetz
1872 Lieferung der ersten Verbund-Räderschiffsmaschine
1872 Bau der Elbinger Schichau-Werft als "Elbinger Dampfschiffs-Reederei F. Schichau"
1873 Auslieferung der 100. Lokomotive
1876 Ziese heiratet F. Schichaus Tochter Elisabeth.
1877 Baubeginn von Torpedobooten
1880 Die ersten Verbundlokomotiven in Deutschland (Bauart v. Borries) werden für die KED Hannover bei Schichau in Elbing gebaut. Es sind zwei kleine Zweizylinder-Tenderlokomotiven, die bis 16% Brennstoff-Ersparnis erbringen.
1880 Auftrag zum Bau von B-gekuppelten Verbundlokomotiven
1881 Bau der ersten Dreifach-Expansionsdampfmaschine auf dem europäischen Kontinent
1884 Die Kaiserliche Marine bestellt die erste Serie Kleiner Torpedoboote. - Die erfolgreiche Ablieferung und weitere Aufträge aus dem Inland und Ausland führen in der Folgezeit dazu, daß Torpedoboote ein für diese Werft sehr bedeutender Schiffstyp wird.
1889 Einrichtung einer großen Dockanlage in Pillau mit Ausrüstungs- und Reparaturwerft
1890-1892 In Danzig beginnt der Bau einer modernen Werft für Großschiffbau, auf der dann später viele bekannte Kriegsschiffe, Fracht-und Passagierschiffe entstehen.
01.10.1890 Karl Schulz beginnt als Ingenieur bei der Schichau-Werft
1891 Eröffnung der Schichau-Werft in Danzig
1891 Auslieferung der 500. Lokomotive
01.11.1892 Wechsel von K. Schulz zur Union-Gießerei, Königsberg
23.01.1896 Tod von Ferdinand Schichau in Elbing
1896 Nach dem Tod von F. Schichau führt sein Schwiegersohn Carl Heinz Ziese die Geschäfte weiter.
1897 Bau einer Stahlgießerei in Elbing
1899 Auslieferung der 1000. Lokomotive, davon 250 Compoundlokomotiven
1900 Bis 1900 wurden 2000 Dampfmaschinen gebaut
1900 Bis 1900 wurden 600 See- und Flußdampfer gebaut
1900 Bis 1900 wurden 250 Torpedoboote gebaut
1900 Bis 1900 wurden 860 Schiffsdampfmaschinen mit einer Gesamtleistung von 620.000 PS gebaut, darunter 540 Dreifach-Expansionsmaschinen gebaut
1900 Bis 1900 wurden 50 Dampfbagger gebaut
1903 Übergabe der ersten in Elbing gebauten Heißdampflokomotive
1906-1907 Durchgreifender Umbau der Lokomotivfabrik
1906 Beginn der Dampfturbinen-Herstellung
1910 Entwicklung des Kolbenschiebers mit schmalen Ringen
1910 Dis Ende 1910 sind 1.900 Lokomotiven gebaut worden.
1912 Die 2000. Lokomotive geht in Betrieb
1917 Tod von Carl Heinz Ziese. Der Schwede Carl Carlson, Ehemann von Zieses einziger Tochter, übernimmt die Leitung der Schichau-Werke.
1917-1919 1917/19: Ausbau und Modernisierung der Lokomotivfabrik
1920 Bestellung der ersten Dreizylinder-Lokomotiven
1923 Die 3000. Lokomotive verläßt das Werk
1925 3100 Lokomotiven sind bis 1925 gebaut worden.
1925 Nach dem Tod von Carl Carlson übernimmt seine Frau Hildegard (Tochter von C. H. Ziese) die Unternehmensleitung.
1925 Das Unternehmen steht vor dem Konkurs. Er kann nur durch Staatskredite des Deutschen Reiches und des Landes Preußen verhindert werden.
1927 Die beiden Kinder von Hildegard Carlson übernehmen in der vierten Unternehmergeneration die Leitung des Unternehmens.
1928 Bau der ersten Einheits-Lokomotive
1929 Das Unternehmen wird durch das Deutsche Reich und Land Preußen vor dem Konkurs bewahrt.
1929 Fortführung des vor dem Konkurs geretteten Unternehmens unter der Firma "F. Schichau GmbH" unter der Leitung von Hermann Noë, Bruder des Direktors der Danziger Werft Ludwig Noé.
1930 Beginn der Fertigung des Nicolai-Kolbenschiebers
17.03.1930 Die "Union-Gießerei", Köngsberg, wird seither als Zweigwerk von Schichau unter der Firma "F. Schichau G.m.b.H. Abt. Königsberg" geführt.
1931 Vollständige Übernahme der Union-Gießerei, Königsberg
1935 Bis Ende 1935 wurden 3240 Lokomotiven gebaut
1936 Nach 1935 setzt wieder der Bau von Kriegsschiffen ein. Es werden Torpedoboote, Fangboote, U-Boote vom Typ VIIC und später vom Typ XXI gebaut.
05.01.1937 Verleihung des Leistungsabzeichens der DAF als anerkannte Berufserziehungsstätte
1945 Insgesamt wurden etwa 4300 Lokomotiven gebaut
1945 Schichau Elbing baute bis 1945 151 Kleinst-U-Boote vom Typ "Seehund", die Königsberger Schichau-Werft reparierte U-Boote und baute 24 Minensuchboote.
1945 Kurz vor Kriegsende und kurz vor der Besetzung durch die russische Armee werden die Werften evakuiert.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Bagger 1911 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Brennereien 1837 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Dampfkesselanlagen 1869 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1869: Neubau Kesselschmiede
Dampfmaschinen 1837 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung; 1840: 1. Hochdruckmaschine
Dampfstraßenwalzen 1937 Erste Erwähnung 1937 Letzte Erwähnung 1937: gehört zum Programm
Drucklager 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Entaschungsanlagen 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
hydraulische Pressen 1837 Erste Erwähnung 1837 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Kartoffeltrocknungsanlagen 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Kartoffeltrocknungsanlagen 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Kesselzubehör 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Lokomotiven 1860 Beginn (1. Lok an die Ostbahn) 1943 Ende 1860: 1. Lok (an die Ostbahn); 1943: BR 52
Ölmühlen 1837 Erste Erwähnung 1837 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Pferdegöpel 1837 Erste Erwähnung 1837 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Pumpen 1837 Erste Erwähnung 1837 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Roste 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Sägemühlen 1837 Erste Erwähnung 1837 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Schiffe und Boote 1854 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1854: 1. Schiff
Schiffsdieselmotore 1925 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1925: bereits 12.000 PS gesamt
Schiffskessel 1854 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1854: 1. Dampfschiff
Schiffsmaschinen 1847 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1847: 1. Schiffsmaschine
Schiffsturbinen 1907 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1907: Beginn; 1925: bereits 3,5 Mio PS gesamt
Schmiedestücke 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Schwimmkräne 1911 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Stahlhochbau 1937 Erste Erwähnung 1937 Letzte Erwähnung 1937: gehört zum Programm
Straßenwalzen 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung unsicher, welcher Antrieb!
Walzwerke 1837 Erste Erwähnung 1837 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Wasserräder jeder Art 1837 Erste Erwähnung 1837 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung
Wasserturbinen 1923 für Töging 1937 Letzte Erwähnung 1925: 200.000 PS gesamt; 1937: gehört zum Programm
Zahnradgetriebe 1939 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Zuckerfabrikseinrichtungen 1837 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1837: ab Gründung




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine vor 1912 F. Schichau, Maschinen- und Lokomotivfabrik, Schiffswerft und Eisengießerei GmbH




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1888   2500     auf der Werft
1900 6000        




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1930 Nebenwerk danach Union-Gießerei Lokomotivfabrik und Maschinenbauanstalt völlige Übernahme 1931




Allgemeines

THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens
TEXTDurch die Produktion von Schiffsmaschinen und Torpedobooten erwarb sie sich einen guten Ruf. Mit insgesamt 44.000 Beschäftigten gehörte die F. Schichau GmbH zu den größten deutschen Industrie-Unternehmen. Ab 1945 in Bremerhaven (s.d.)
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