Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn

Allgemeines

FirmennameMaschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
OrtssitzStuttgart
OrtsteilBerg
Stra├čeStuttgarter Str. 13
Postleitzahl70190
Art des UnternehmensMaschinen- und Kessel-Fabrik
AnmerkungenBesitzer (um 1892): Ernst Kuhn u. Paul Kuhn. Seit Mai 1902 von der Maschinenfabrik Esslingen ├╝bernommen. Stra├če sp├Ąter vmtl.: Kuhnstra├če. Produktion bis 1913 ins neue Werk Esslingen-Mettingen ├╝berf├╝hrt. Dampfmaschinen-Lieferungen bis dahin noch in der Datenbank unter "Kuhn" aufgenommen, zumal auf die Zylinderdeckel beide Firmen aufgegossen waren. Ab 1863/67 mit eigener Gasanstalt.
Quellenangaben[Hirschfeld: W├╝rtt Gro├čind (1889) 178] [Herrmann: Kuhn (Jahr?)] [Reichs-Adre├čbuch (1900) 3837] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 119]
HinweiseDie bedeutendste w├╝rttembergische Dampfmaschinenfabrik und eines der gr├Â├čten deutschen einschl├Ągigen Unternehmen, aus dem (zusammen mit den sp├Ąter von der Maschinenfabrik Esslingen gebauten) ├╝ber 4.200 Dampfmaschinen hervorgingen. Bei Dampfmaschinen bedeutet "rechts": Das Schwungrad ist (vom Zylinder gesehen) rechts (vergl. Tandemmaschinen f├╝r Bayer-Kraftwerk Leverkusen). "Brillenmaschinen" sind Dampfmaschinen mit seitlich zusammengebauten Zylindern; bei Maschinen f├╝r Pumpwerk Hattersheim: "Balkenmaschine" = Bajonettrahmen.




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1851 Kuhn erwirbt im Stuttgarter Vorort Berg den ehemaligen Gauger'schen Bierkeller an der Steubenstra├če in Stuttgart-Berg, in dem er mit Landenberger als Partner eine mechanische Werkst├Ątte einrichtet. Zuvor hatte dort C. d'Ambly eine Korsettfabrik betrieben.
1851 bis 03.1852 Gr├╝ndung einer mechanischen Werkst├Ątte zusammen mit seinem Teilhaber Landenberger. Die Gesch├Ąfte laufen nicht so gut wie erwartet.
1852 Angliederung einer Kesselschmiede
30.03.1852 Die Gesch├Ąfte laufen nicht wie erwartet, und es kommt zu Spannungen zwischen Kuhn und seinem Partner Landenberger. Dieser scheidet aus, und Kuhn gr├╝ndet eine neue Gesellschaft. Kuhn beginnt mit 30 Arbeitern, finanziert mit laufenden Darlehen des Stuttgarter Industriellen Carl Jobst in H├Âhe von 4.000 Gulden; daf├╝r m├╝ssen sich zwei Verwandte von Kuhn verb├╝rgen: sein Bruder Christian-Friedrich (Schulmeister in Ebingen) und sein Schwager Balthasar Stau├č (Lehrer in Sachsenhausen). Die Maschinenausstattung besteht aus einer Dampfmaschine, zwei Bohr-, und vier Hobelmaschinen sowie vier Drehb├Ąnken und 18 Schraubst├Âcken. - Rasch kann Kuhn dem Unternehmen eine Kesselschmiede angliedern.
1853 Ablieferung von 6 Dampfmaschinen mit einer Leistung von 7 PS. Sie werden Pl├Ąnen gebaut, die von C. Hoppe (Berlin) bereitwillig ├╝berlassen wurden.
1853 Bau der ersten Balancier-Dampfmaschine mit Drosselklappen-Regulierung
1853 Kuhn bringt eine Einzylinderdampfmaschine liegender Bauart heraus
1853 Durch einen gemeinsamen Bekannten wird Rudolf Ernst Wolf an "G. Kuhn" in Stuttgart empfohlen. Wolf arbeitete vorher bei W├Âhlert in Berlin und ist Bekannter von Hermann Gruson in Magdeburg. Wolf ├╝bernimmt bei Kuhn genau die Aufgabe, die dieser fr├╝her bei Hoppe in Berlin innegehabt hatte: Er f├╝hrt bei Abwesenheit des Firmeninhabers den Betrieb und l├Âst zusammen schwierige technische Probleme.
18.05.1853 Geburt von Ernst Kuhn als viertes Kind und drittgeborener Sohn von Gotthilf Kuhn
1854 Bau von 40-PS-Dampfmaschinen. Insgesamt werden in diesem Jahr 17 Maschinen gebaut
1854 Kuhn verpflichtet R. Wolf als Oberingenieur, der 8 Jahre in selbst├Ąndiger Stellung auf verschiedenen Gebieten des Maschinenbaues arbeitet. Kuhn hatte Wolf bei Hoppe in Berlin kennengelernt.
1854 Lange vor den meisten anderen deutschen Maschinenbauanstalten l├Ą├čt Gotthilf Kuhn Lehrlinge unter best├Ąndiger Aufsicht eines Meisters in der Handhabung der Werkzeuge und Werkzeugmaschinen unterweisen.
25.05.1854 Baubeginn (?) eines Dampfhammers f├╝r den eigenen Bedarf
24.10.1854 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine f├╝r die eigene Fabrik
1855 Kuhn richtet eine firmeneigene Krankenkasse f├╝r die Mitarbeiter und ihre Angeh├Ârigen ein. Sie soll den Werkszugeh├Ârigen, "die l├Ąngere Zeit im Gesch├Ąft sind, sich durch Flei├č, Wohlverhalten und sittliches Betragen ausgezeichnet haben, in Krankeit oder unverschuldeten Ungl├╝cksf├Ąllen" eine Unterst├╝tzung zukommen lassen. Aus einem von Kuhn und Jobst gestifteten Fonds sollen entsprechende Betr├Ąge an Betroffene ausgezahlt werden, wobei von Kuhn am Ende eiens jeden Jahres "aus dem Gesch├Ąfte" dem Fonds soviel wieder zuzulegen ist, "als f├╝r den beabsichtigten Zweck ausgelegt wurde". In den folgenden Jahren entwickelt sich die eher als "Stiftung" zu bezeichnende Einrichtng zu einer Krankenkasse im sp├Ąteren Sinne, bei der die Berechtigung der Leistungsinanspruchnahme aus der Beitragszahlung resultiert.
1855 Im Baisse-Jahr 1855 werden nur 7 Dampfmaschinen gebaut
1855 Gotthilf Kuhn und sein Oberingenieur Rudolf Wolf besuchen die Pariser Weltausstellung
25.09.1855 F├╝r die erforderlichen Kapazit├Ątsausweitungen setzt sich K├Ânig Wilhelm I. pers├Ânlich daf├╝r ein, da├č Kuhn die erforderlichen Mittel bekommt. Ein Gesellschaftsvertrag zwischen Kuhn und Friedrich Jobst (1786-1859, Bruder des Geldgebers drei Jahre zuvor) wird im Sinne des K├Ânigs abgeschlossen. Jobst ist stiller Gesellschafter mit einer Einlage von 100.000 Gulden (der Anteil des pers├Ânlich haftenden Kuhn betr├Ągt nur 25.451 fl.), erh├Ąlt aber weitreichende Kontroll- und Mitspracherechte. Grundwerwerb, Neubauten, Anschaffung neuer Maschinen (Kosten ├╝ber 800 fl.), Personaleinstellungen (Gehalt ├╝ber 600 fl.) und Auftr├Ąger mit einem Volumen ├╝ber 10.000 fl. bed├╝rfen der Zustimmung beider Gesellschafter. Besonders auf finanziellem Gebiet traut Jobst dem Praktiker Kuhn wenig zu. Er beschr├Ąnkt die M├Âglichkeiten des Firmenchefs, Geld aus dem Unternehmen als Privatentnahme (Dividende und Superdividende) herauszuziehen, auf 3.000 fl./a, da├č die Mitarbeiter von einem eher bescheidenen Lebensstil des Firmeninhabers sprechen. Jobst steht nach Abzug der Abschreibungen aus dem Gewinn zun├Ąchst eine 5prozentige Verzinsung seines Anteils zu; dann wird das Kuhn'sche Kapital verzinst. Ein von verbleibender Gewinnrest (Superdividende) f├Ąllt zu 60% an Kuhn "f├╝r seine geistige und pers├Ânliche T├Ątigkeit, die er dem Gesch├Ąft widmet" und zu 40% an Jobst.
1856 Die Firma gr├╝ndet den "Gesangverein Vulkania" (sp├Ąter "MGV Stuttgart-Berg"). Gotthilf Kuhn ist st├Ąndiger M├Ązen; er stiftet die Vereinsfahne und wiederholt bedeutende Geldbetr├Ąge.
1856 Bis Ende 1856 werden ├╝ber 50 Dampfmaschinen verkauft, davon 22 St├╝ck im Jahre 1856. Die meisten gehen an schw├Ąbische Kunden.
Jan. 1857 Max Eyth beginnt sein Praktikum bei G. Kuhn in Stuttgart-Berg. - Nach einigen Monaten unternimmt er bereits Gesch├Ąftsreisen zu Kunden, so auch ins 30 km entfernte Unterweissach, wo er in einem S├Ągewerk [= Seem├╝hle?] die Dampfmaschine wieder in Gang setzen soll.
1857 Aufstellung eines selbstgebauten Dampfkessels
1857 Der w├╝rttembergische K├Ânig Wilhelm I. besichtigt die Kuhn'sche Fabrik. Seine Miene verfinstert sich, als ihm die Nicht-Schwaben R. Wolf (Magdeburg), ferner ein Berliner und ein Posener vorgestellt werden. Kuhn schiebt einen Eleven vor, von dem er wei├č, da├č er Schwabe ist; es ist Max Eyth, der nach seinem Studium am Stuttgarter Polytechnikum die Werkst├Ątten des Unternehmens durchl├Ąuft.
28.08.1857 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine f├╝r den eigenen Bedarf
03.12.1857 Inbetriebnahme der eigenen Gie├čerei, als die erste private in W├╝rttemberg ├╝berhaupt. Sie dient sowohl f├╝r den eigenen Bedarf als auch f├╝r Gu├čerzeugnisse an Dritte. Bisher wurde das Gu├čeisen aus Wasseralfingen bezogen. Aus Kuhn'schem Gu├čeisen werden die D├╝sseldorfer Synagoge, die Bahnh├Âfe der Gotthardbahn, die Gem├╝sehalle in Stuttgart und der Schlo├čpavillon in Friedrichshafen gebaut. Der 50.000 fl. teure Bau ist aufgrund eines weiteren Jobst'schen Darlehns in H├Âhe von 160.000 fl. m├Âglich.
1858 Bau von 70-PS-Dampfmaschinen
1858 Bau der ersten Woolf'schen Verbundmaschine
1858 Beginn des Lokomobilenbaues
1859 Dampfmaschinen mit Doppelschieber-Expansionsventil werden gebaut
1859 Eine ├Ąhnliche Dampfmaschinensteuerung wie die von George konstruiert Eyth. Sie wird von Kuhn in Stuttgart gebaut.
1860 Errichtung einer Lehrwerkstatt in der Eisen- und Gelbgie├čerei - vmtl. die erste in der ganzen Branche. Die bei Kuhn praktizierte Ausbildung ist richtungsweisend f├╝r zahlreiche andere Industriepioniere.
1860 Die Kuhn'schen Werksangeh├Ârigen sind zum ganz ├╝berwiegenden Teil krankenversichert, obwohl die w├╝rttembergische Gewerbeordnung erstmals 1862 allgemeine Bestimmungen f├╝r den Fall der Erkrankung gewerblicher Arbeitnehmer formuliert.
Ende April 1860 G. Kuhn und R. Wolf reisen auf Wunsch von Ferdinand von Steinbeis von Stuttgart nach Paris, um die Lenoir'sche Gasmaschine zu studieren.
Ende April 1860 G. Kuhn und R. Wolf reisen auf Wunsch von Ferdinand von Steinbeis von Stuttgart nach Paris, um die Lenoir'sche Gasmaschine zu studieren.
Sommer 1860 Max Eyth experimentiert im vornehmsten Zimmer der Kuhn'schen Privatwohnung mit dem Gasmotor von Lenoir. F├╝r die Realisierung der Pl├Ąne l├Ą├čt Kuhn in seinem Fabrikgel├Ąnde eine Bretterbude aufstellen, zu der nur Kuhn, Eyth, R. Wolf und ein Arbeiter Zutritt haben. Die Arbeit macht Fortschritte. In einer Sommernacht werden Versuche gemacht, die Maschine zum Laufen zu bringen. Nach der zehnten Umdrehung beim Anwerfen l├Ąuft der Motor nach einem furchtbaren Knall zweimal um, ehe sie stehen bleibt. Eyth wird nach Paris geschickt, um die Maschine zu studieren. Dennoch gelingt es nicht, sie zum Laufen zu bringen.
1861 Kuhn stellt sp├Ątestens 1861 die Versuche zum Bau des Gasmotors von Lenoir ein. Es gelingt ihm zwar, eine Gasmaschine zu bauen, die in Gang zu bringen ist; Bau und Betrieb erweisen sich aber als so kostspeilig, da├č das Projekt endg├╝ltig aufgegeben wird.
01.02.1861 Max Eyth erh├Ąlt sein Abschlu├čzeugnis bei G. Kuhn in Stuttgart. Dieser bescheinigt ihm eine "gute theoretische Vorbildung". Er war ins technische B├╝ro aufgestiegen und erwarb sich bald das volle Vertrauen des Fabrikinhabers. Eyth geht auf Arbeitssuche in den Industriezentren an Rhein, Ruhr und Maas.
1862 Kuhn produziert ein Viertel des in W├╝rttemberg privat hergestellten Gu├čeisens; insgesamt gibt es 14 Eisengie├čereien
Anfang Febr. 1862 Rudolf Wolf scheidet bei G. Kuhn in Stuttgart aus, um sich in Magdeburg selbst├Ąndig zu machen. Gotthilf Kuhn veranstaltet f├╝r seinen scheidenden Oberingenieur sogar eine besondere Abschiedsfeier, l├Ą├čt die Arbeiter ein St├Ąndchen darbringen und geleitet den verdienten Mitarbeiter pers├Ânlich bis an die Grenze von W├╝rttemberg. - Auch die nachfolgenden Oberingenieure kommen von ausw├Ąrts: der Aachener Lamberts hatte bei Cockerill in Seraing seine Ausbildung erhalten; Friedrich Kunze kommt von Hoppe in Berlin.
1863 Bauantrag zur Errichtung einer eigenen Gasfabrik
1865 Kuhn f├╝hrt eine firmeneigene Sparkasse ein. Die Gesch├Ąftsbedingungen sehen eine Verzinsung der Einlage mit 4,5 % bei unentgeltlicher Rechnungsf├╝hrung vor.
um 1867 Das eigene Gaswerk an der s├╝dwestlichen Grenze des Firmengel├Ąndes mit Teergrube und Gaskessel geht vmtl erst 1867 in Betrieb (Bauantrag bereits 1863).
13.07.1867 bis 14.07.1867 Ein Feuer zerst├Ârt in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli Teile der Fabrik: Schreinerei, Dreherei, Schmiede und Teile des Magazins werden vernichtet. Ein ├ťbergreifen auf weitere Teile der Fabrik kann vermieden werden. Somit kann eingeschr├Ąnkt weitergearbeitet werden.
01.08.1867 bis 31.12.1868 Nach dem Brand im Juli 1867 wird das Werk gr├Â├čer und nach den modernsten Erkenntnissen aufgebaut. Der 120.000 fl. kostende Neubau wird mit 50.000 fl. aus der Versicherungssumme, mit 20.000 fl. aus Firmenmitteln und mit 50.000 fl. durch ein Darlehn seitens der v. Jobst'schen Erben (Laufzeit bis 1870) finanziert. Das neu errichtete, fast 100 m lange Geb├Ąude ist anderthalbgeschossig und besteht aus Stein und Eisen; im Innern mit umlaufender Galerie mit D├╝belgeb├Ąlk auf eisernen Tragbalken und durchgehenden Laufkranen. Es enth├Ąlt die eigentliche Werkstatt, die Schlosserei, die Schmiede (7 Doppelfeuer, 2 Dampf-, 1 Stempelhammer) sowie den Verwaltungstrakt mit Magazin. Durch den Neubau ist die Firma in die Lage versetzt, billiger zu produzieren und den Anforderungen der 1870er Jahre gerecht zu werden.
1868 Erstmalige Einf├╝hrung der Meyer-Steuerung mit Drosselklappe
1868 Von den im Jahre 1868 in W├╝rttemberg eingesetzten 578 Dampfmaschinen und Lokomobilen stammen 271 von Kuhn. Er ist somit der bedeutendste Dampfmaschinen-Hersteller des Landes
1869 Streit zwischen Kuhn und den v. Jobst'schen Erben als Kreditgeber. Konfliktpunkt ist die Zeit der Inventarisierung des Kuhn'schen Inventars; Jobst w├╝nscht die unverz├╝gliche Durchf├╝hrung, Kuhn will sie erst in Zeiten schwacher Konjunktur durchf├╝hren, um den Gesch├Ąftsbetrieb der Firma nicht zu st├Âren. Weiterer Streit entz├╝ndet sich bei den Vertragsverhandlungen: Kuhn w├╝nscht st├Ąrkeren Einflu├č auf dem kaufm├Ąnnischen Gebiet (alleinige Gesch├Ąftsleitung und Unterschriftsberechtigung) und h├Âhere Privatentnahme (bisher: 3.000 fl., gefordert: 10.500 fl.) "zur Bestreitung seines Haushalts, der Annuit├Ąten seines Gartens und des Repr├Ąsentationsaufwandes". Wegen des Vertragsentwurfs kommt es zu einem Streit unter Einschaltung der Rechtsanw├Ąlte. Der von Kuhn fordert die St├Ąrkung der Position des Firmeninhabers; die Jost'sche Erbengemeinschaft verweist auf deren Mitbegr├╝nderschaft, auf deren positiven Einflu├č bei der sparsamen Wirtschaftsf├╝hrung und die ideelle Unterst├╝tzung (die Familie Jobst habe mit Geld, dem Kredit des Namens, durch Wort, Schrift, Rat und Tat viel f├╝r das Unternehmen geleistet, ohne die W├╝rde Kuhns jemals zu verletzen). - Kuhn zieht erneut juristischen Rat ein und entschlie├čt sich, den Jobst'schen Vorstellungen entgegen zu kommen.
1870 Erstmalige Einf├╝hrung der selbst├Ąndigen Farcot-Schleppschiebersteuerung
1870-1871 Das Gesch├Ąftsjahr 1870/71 schlie├čt mit einem Nettogewinn von 160.000 fl. ab, von denen rd. 100.000 fl. auf Kuhn entfallen.
1871 Bis 1871 erzielt v. Jobst eine Durchschnittsrendite von ann├Ąhernd 9 Prozent.
1871-1878 Durch die Superdividende erh├Ąlt Gotthilf Kuhn einen Betrag von ├╝ber 670.000 Mark
1871 Bau von drei Bn2t-"Erdtransportlokomotiven": Kessel-Fabr.-Nr. 822 an "Sch├Âttle & Schuster", Baugesellschaft, Berlin" und Fabr.-Nr. 823 und 824 an die "S├╝ddeutsche Eisenbahnbaugesellschaft", Stuttgart.
01.02.1871 Kuhn schlie├čt widerwillig einen neuen, auf 10 Jahre befristeten Gesellschaftsvertrag mit den Jobst'schen Erben ab. Dieser schr├Ąnkt ihm im kaufm├Ąnnischen Bereich ein, l├Ą├čt ihm aber erweiterte Bewegungsfreiheit. Zustimmung und Vorwissen seiner stillen Gesellschafter sind bei Personaleinstellungen ├╝ber 600 fl., bei Materialeink├Ąufen ├╝ber 5.000 fl., bei Maschinenausstattung ├╝ber 1.000 fl. sowie bei Grunderwerbungen, Neubauten, baulichen Ver├Ąnderungen, Einrichtungen und Anordnungen ├╝ber 1.000 fl. erforderlich. Anfangs wird ihm eine j├Ąhrliche Privatentnahme von 6.000 fl. zugebilligt, wird jedoch auf 10.500 fl. (wie anfangs gefordert) revidiert. Die Jobst'sche Familie verwehrt Kuhn fortan die Inanspruchnahme ihres Kontokurrents. Um das Unternehmen weiterhin liquide zu halten, erkl├Ąren sich die v. Jobsts bereit, ├╝ber ihre Firma jederzeit Kuhn'sche Wechsel bei einem Zins von 5 % und 1/3 % Provision zu diskontieren. Dieses teurere Verfahren wird von Kuhn rege in Anspruch genommen: auf rd. 72.000 fl. bel├Ąuft sich Ende 1871 seine Wechselschuld bei den Jobst'schen Erben.
08.08.1871 Vertragsabschlu├č mit der Lederfabrik Christ. Breuninger, Schorndorf zur Lieferung eines Dampfkessels und einer Dampfmaschine f├╝r 5078 Gulden
1872 Einf├╝hrung des Zehn-Stunden-Arbeitstags. Die Besch├Ąftigten entscheiden sich f├╝r 10 Stunden Arbeitszeit ohne Vesperpause (statt 10,5 Stunden und zwei 15-Minuten-Vesperpausen vormittags und nachmittags)
1872-1873 Das Gesch├Ąftsjahr 1872/73 schlie├čt mit einem Nettogewinn von 127.000 fl. zur Verteilung an die Gesellschafter ab
1872-1876 In den Jahren 1872 bis 1876 erzielt v. Jobst eine Durchschnittsrendite von fast 10 Prozent.
13.10.1873 Beschwerde Carl v. Jobsts, Kuhn habe im Laufe des Gesch├Ąftsjahres 1872/73 16.970 fl. dem Unternehmen entzogen. Dieser Vorwurf und die Behauptung, Kuhn habe nicht gen├╝gend auf die Bonit├Ąt seiner Kunden geachtet, kr├Ąnken ihn. Daraufhin intensiviert Kuhn den Gesch├Ąftsverkehr mit der W├╝rttembergischen Vereinsbank, der Stuttgarter Bank, den Bankh├Ąusern Stahl & Federer, Keller & Sohn sowie Pflaum & Co. zu
13.10.1873 Carl von Jobst beschwert sich bei Kuhn, dieser habe in Laufe des Gesch├Ąftsjahres 1872/73 16.970 fl. dem Unternehmen entzogen: "Ich kann auch bei dem heutigen Anla├č nicht unterlassen, Sie auf die gegenw├Ąrtige Bank- und B├Ârsen-Krisis, deren Ende namentlch auch f├╝r S├╝ddeutschland nicht abzusehen ist, aufmerksam zu machen und Sie zu bitten, Ihrerseits doch ja alle Ma├čregeln zu treffen, um uns alle vor Verlusten zu bewahren." Darufhin intensiviert Kuhn den Gesch├Ąftsverkehr mit der W├╝rttembergischen Vereinsbank, der Stuttgarter Bank, den Bank├Ąusern Stahl & Feder, Keller & Sohn sowie Pflaum & Co. - zu Lasten des Kreditinstituts E. Hummel & Co. (daran ist Jobst ma├čgeblich beteiligt), das bislang als "Hausbank" von Kuhn fungiert hatte. - Jobst wertet die ├ťbergehnung des Bankhauses E. Hummel & Co. "als Vorgang der Feindseligkeit" gegen sich und sein Haus, was Kuhn sogleich in Abrede stellt, doch dieser beh├Ąlt sich in allen Dingen die Handlungsfreiheit vor, "welche mir zur gedeihlichen F├╝hrung des Gesch├Ąfts Bed├╝rfnis ist". Dennoch erweist die Aufgabenteilung als vorteilhaft: Kuhn k├╝mmert sich um die Technik und Kundenwerbung, v. Jobst kontrolliert das Finanzgebaren der Firma.
1874 Einf├╝hrung der Bajonettbalken-Rundf├╝hrung
1875 Lieferung des ersten Dampfmaschine mit Ventilsteuerung
1875-1876 Nach einem R├╝ckgang im Vorjahr schlie├čt das Gesch├Ąftsjahr 1875/75 mit einem Nettogewinn von 142.000 fl. ab
1877 Seit 1877 Lieferung kleinerer Maschinen mit Patentsteuerung (Meyer-Steuerung mit gro├čer Schnecke)
1877 Ab 1877 betr├Ągt die Verzinsung des v. Jobst'schen Kapitals um 1 Prozent
1877 Zum 25j├Ąhrigen Firmenbestehen werden Pr├Ąmien ausgesch├╝ttet. Von 367 Arbeitern geh├Âren 19 schon ├╝ber 20 Jahre zum Unternehmen, weitere 12 ├╝ber 17,5 Jahre. Weitere 8 Arbeiter und 9 B├╝rokr├Ąfte (von 57 K├Âpfen) sind ├╝ber 15 Jahre bei Kuhn.
1878 Entstehung von Zweikurbel-Dampfmaschinen mit seitlich zusammengebauten Zylindern ("Brillenmaschinen")
1878 Kuhn nimmt als erstes Unternehmen in Deutschland den Bau von Dampfwalzen auf
1879 Eintritt Ernst Kuhns in das v├Ąterliche Gesch├Ąft. Er ist der dritte Sohn von Gotthilf Kuhn. (Mit dem ├Ąltesten Sohn Friedrich hatte er sich ├╝berworfen, und der zweitgeborene Gustav war als Kind gestorben). Ernst hatte nach dem Schulbesuch in Magdeburg eine kaufm├Ąnnische Lehre absolviert und dann an der Technischen Hochschule Aachen Maschinenbau studiert.
1879 Nach langen Jahren treten bei flauem Gesch├Ąftsgang Verluste auf.
879 In der Schlu├črechnung zum Jahresende betr├Ągt die Gesch├Ąftseinlage des Firmeninhabers 1,05 Mark, einschlie├člich der laut ┬ž 7 des Gesellschaftsvertrags im Unternehmen belassenen Zinsen und Superdividenden sind es 1,98 Millionen Mark.
01.01.1880 Es kommt zu Spannungen mit der Familie Jobst aufgrund derer straffen kaufm├Ąnnischen F├╝hrung, die Kuhn zunehmend als G├Ąngelei empfindet. Jobst w├╝nscht die Verkleinerung des Gesch├Ąfts und die Auflassung nicht gewinnbringender Branchen; Kuhn entgegnet, er habe bereits rationalisiert und in B├╝ro und Werkst├Ątten Entlassungen vorgenommen. Auch solle sich Kuhn nicht auf der geplanten Stuttgarter Gewerbeausstellung 1881 pr├Ąsentieren, was Kuhn als einen kaum wieder gutzumachenden Vertrauensverlust in sein Unternehmen betrachtet. Bei einer Liquidierung der Gesellschaft k├Ânne wegen der ├ťberproduktion in der Eisenbranche kaum ein guter Preis zu erzielt werden. Kuhn schl├Ągt daher vor, die stille Gesellschaft vorzeitig aufzul├Âsen und v. Jobst die Einlagen mit Zinsen und Reservefonds in bar zur├╝ck zu erstatten. Damit seien weitere Verluste und der Aufwand f├╝r die Gewerbeausstellung vom Teilhaber abgewandt. Nach "reiflicher ├ťberlegung" akzeptiert Jobst das Angebot, Kuhn zahlt die Teilhaber (534.325,29 Mark) aus und arbeitet mit den Banken "Stahl & Federer" sowie "Pflaum & Co." zusammen. Die Transaktion wird zum 01. Januar 1880 abgewickelt.
1880 Lieferung einer Compound-Receiver-Walzwerksdampfmaschine nach Italien
1880-1889 In den schwierigen 1880er Jahren kann Kuhn im Unterschied zur Maschinenfabrik Esslingen bei Ums├Ątzen zwischen 1,6 und 2 Millionen Mark und Gewinnen zwischen 140.000 und 230.000 Mark zufrieden sein.
1880 Nach der Aufl├Âsung der Verbindung mit dem Geldgeber Jobst bezieht Gotthilf Kuhn st├Ąrker seinen Sohn Ernst in die Gesch├Ąftsf├╝hrung ein.
1881 Das Jahr bringt besonders gro├če unternehmerische Erfolge. Mit zahlreichen Ausstellungsst├╝cken (Erzeugnisse der Gelbgie├čerei, Apparate und Maschinen) pr├Ąsentiert sich Kuhn mehrfach auf der Stuttgarter Gewerbeausstellung, die als Leistungsschau der w├╝rttembergischen Wirtschaft im In- und Ausland Beachtung findet. Anerkennung finden die erstmals vorgestellten Lokomotiven (kleinere, vornehmlich f├╝r Erd-Transporte) und Dampfstra├čenwalzen mit einem Gewicht bis zu 18.000 kg. K├Ânig Karl besucht mehrfach die St├Ąnde der Firma Kuhn und ist tief beeindruckt. In dem zur Ausstellung herausgegebenen Katalog werden ├╝ber 300 Maschinenbau- und weit ├╝ber 200 Gie├čereierzeugnisse vorgestellt. Bislang wurden 963 Dampfmaschinen und 1332 Dampfkessel gebaut.
1881 Gotthilf Kuhn erh├Ąlt von K├Ânig Karl I. den Titel "Kommerzienrat"
1881 Die 22. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure bringt Repr├Ąsentanten der deutschen Industrie nach Stuttgart. Kuhn f├╝hrt die Tagungsteilnehmer durch sein Werk.
1881 Lieferung der S├Ąulen- und Treppenanlage f├╝r die 1881 fertiggestelle Stuttgarter Gewerbehalle
1881 Ernst Kuhn erh├Ąlt in Anbetracht der gesch├Ąftlichen Entwicklung von seinem Vater die Prokura
1881 Baubeginn von Flammrohrkesseln mit rauchverzehrender Feuerung, System Kuhn. Sie zeichnen sich durch vorteilhafte Verdampfung, sowie rauchfreie Verbrennung aus und erwerben sich durch diese Eigenschaften einen guten Ruf. Mit guter Zug├Ąnglichkeit aller Teile verbinden sie leichte Bedienung und sorgf├Ąltige Ausf├╝hrung.
27.05.1881 Der w├╝rttembergische K├Ânig erfreut sich am von Kuhn gebauten Springbrunnen und der Veranda, die in der Haupthalle der Stuttgarter Gewerbeausstellung zu sehen sind.
02.06.1881 Der w├╝rttembergische K├Ânig besichtigt in der Maschinenhalle der Stuttgarter Gewerbeausstellung "die gro├čartige Ausstellung" von Kuhn. Die Firma erh├Ąlt zwei Ehrendiplome, die h├Âchste zu vergebende Auszeichnung. Nur f├╝nf andere Aussteller erreichen das selbe Ergebnis.
1882 Lieferung einer Dampfmaschine f├╝r den eigenen Bedarf
1883 Lieferung einer liegenden Compound-Dampfmaschine mit Proell-Flachregler am HD-Zylinder und Corliss-Steuerung am ND-Zylinder
1884 Stillegung des betriebseigenen Gaswerks und dessen Abri├č. An dessen Stelle entstehen die Erweiterung der Kesselschmiede und ein Schmiedeschuppen.
1885 Lieferung einer liegenden Dampfmaschine mit Hartung-Ventilsteuerung am HD-Zylinder und Corliss-Steuerung am ND-Zylinder
1885 Aufstellung eines Dampfkessels aus eigener Produktion
1885 Aufstellung einer selbstgebauten Dampfmaschine
1885 Kuhn konstruiert erstmals eine Dampfbrauerei-Anlage
07.01.1885 Baubeginn (?) einer Lilienthal-Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1887 Das Filialb├╝ro von G. Kuhn, Stuttgart-Berg, entsteht in Berlin, Tempelhofer Ufer 12.
01.03.1887 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine f├╝r die eigene Fabrik
21.06.1887 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
06.07.1887 Baubeginn (?) einer Dampfpumpe durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1888 Erstmalige Anwendung der Radovanovic-Ventilsteuerung
1888 Lieferung der ersten Ventildampfmaschine mit Kuchenbecker-Steuerung (Fabr.-Nr. 1367) durch Kuhn, Stuttgart
Ende 1880er Kuhn begreift, da├č es Zeit ist, die Unternehmensf├╝hrung in j├╝ngere H├Ąnde zu legen. Der Sohn Ernst scheint ihm geeignet, die Probleme zu meistern.
1888 Einrichtung einer st├Ąndigen Vertretung der Maschinenfabrik G. Kuhn, Stuttgart-Berg, in M├╝nchen. - Bald folgen weitere in K├Âln, Frankfurt am Main, Freiburg i. Br. und Hamburg.
1889-1897 Acht Jahre lang, von 1889 bis 1897, f├Ąhrt Zettelmeyer f├╝r zwei schw├Ąbische Unternehmen mit Dampfwalzenz├╝gen ├╝ber Land, anf├Ąnglich als Heizer, sp├Ąter als Walzenf├╝hrer. Er steht dabei zun├Ąchst in Diensten der "Maschinen- und Kesselfabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei Gotthilf Kuhn" in Stuttgart.
1889 Auf der Brauerei-Fachausstellung erh├Ąlt Gotthilf Kuhn in Anerkennung seiner Verdienste gerade um das Brauereiwesen vom K├Ânig den Friedrichsorden I. Klasse verliehen.
19.02.1889 Der Sohn Gotthilf Kuhns, Albert (geb. 18.01.1857), stirbt. Er war Ingenieur und hatte zu gro├čen Hoffnungen Anla├č gegeben.
15.03.1889 Ernst Kuhn wird als Teilhaber in das Gesch├Ąft aufgenommen. Er ├╝bernimmt insbesondere die anstrengende, mit viel Reiset├Ątigkeit verbundene Betreuung der drei aufstrebenden Filialen in Frankfurt, M├╝nchen und Berlin (letztere mit Siemens & Halske als stillem Teilhaber). Gotthilf Kuhn verspricht sich von dem verst├Ąrkten Einsatz seines Sohnes eine gr├Â├čere Aufgeschlossenheit des Unternehmens gegen├╝ber modernen Produktionsverfahren.
21.09.1889 Die Frau von Gotthilf Kuhn, Caroline Kuhn, geb. Haberzettel (geb. 29.03.1827), stirbt. Dieser Verlust raubt ihm die Lebensfreude, und er ├╝berl├Ą├čt seinem Sohn Ernst nahezu alle Entscheidungen.
04.11.1889 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1890 Die nach dem Brand 1868 in Betrieb genommenen Maschinenbauwerkst├Ątten werden auf etwa doppelte Gr├Â├če ausgebaut. Sie sind eine imposante Werkhalle, welche das Haupgeb├Ąude des ganzen Etablissements bildet.
02.01.1890 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
24.01.1890 Gotthilf Kuhn stirbt. Er war, wie in der Trauerrede auf dem alten Berger Friedhof gesagt wird, eine tatkr├Ąftige, umsichtige, wohlwollende und sympathische Pers├Ânlichkeit. K├Ânigin Olga stellt den Trauerwagen zur Verf├╝gung. Neben diesem gehen im Trauerzug 16 Angestellte und Ingenieure, gefolgt von 80 Lehrlingen und den meisten der 800 Besch├Ąftigten.
ab Jan. 1890 Nach dem Tod des Vaters, Gotthilf Kuhn, wird die Gesch├Ąftsleitung durch Ernst (seit 1889 Teilhaber) und Paul Kuhn (auch Ingenieur, jedoch kr├Ąnklich) ├╝bernommen.
1891 Ernst Kuhn ist alleiniger Inhaber. Er f├╝hrt die Firma in eine Scheinbl├╝te.
23.09.1892 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1893 Lieferung einer Lokomobile durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
10.01.1893 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
15.02.1893 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
20.07.1893 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
12.10.1893 Die Stadtverordneten fassen den feierlichen Beschlu├č, das Elektrizit├Ątswerk Frankfurt (Main) sofort zu bauen. Kessel und Rohrleitungen werden an Kuhn vergeben
1894 Bis 1894 stellt das w├Ąhrend des Dampfmaschinen-Zeitalters expandierende Unternehmen ca. 2350 Dampfmaschinen und ca. 2150 Dampfkessel neben vielen anderen Maschinen und Anlagen her.
1895 Aufstellung eines Dampfkessels eigener Produktion
1895 Aufstellung einer selbstgebauten Dampfmaschine
1895 Eine Stra├če in Stuttgart-Berg wird zu Ehren des Fabrikgr├╝nders in "Kuhnstra├če" benannt.
1896 Lieferung von zwei Dampfpumpen durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
bis 1896 In den 15 Jahren, in denen Flammrohrkessel mit rauchverzehrender Feuerung, System Kuhn, gebaut werden, wurden 251 St├╝ck mit zusammen 15335 qm Heizfl├Ąche verkauft.
1898 Lieferung einer Dampfpumpe und einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1898 Die Firma ger├Ąt in die Verlustzone, obwohl sie inzwischen auch Dampfmaschinen f├╝r die Elektrizit├Ątserzeugung baut.
09.08.1900 ├ťbernahme einer gebrauchten Dampfmaschine ex Dieterle & Marquardt, Lorch (von Kuhn in Vorrat genommen)
1901-1902 Kuhn wird w├Ąhrend der Abschwungphase in den Jahren 1901/02 vor erhebliche Absatz- und Finanzierungsprobleme gestellt
1902 Umwandlung des Gesch├Ąfts in eine GmbH
07.05.1902 Nach gro├čen Verlusten wird Gotthilf Kuhns Fabrik von der Maschinenfabrik Esslingen mit einer Hypothekenverbindlichkeit von 2,5 Millionen Mark ├╝bernommen. Der Beschlu├č kommt offenbar unter dem Druck von Banken zustande und bringt gro├če Verluste f├╝r die Maschinenfabrik Esslingen.
1904 Beginn der Verlegung nach Esslingen
1904 Edmund Friedrich Roser wird technischer Direktor der Maschinenfabrik "G. Kuhn" in Stuttgart (bis 1909).
08.05.1906 Baubeginn (?) einer Dampfturbine durch Kuhn/Maschinenfabrik Esslingen.
01.11.1909 Baubeginn (?) von zwei Dampfpumpen durch Kuhn/Maschinenfabrik Esslingen.
1913 Nach dem Verkauf der Maschinen- und Kesselfabrik an die "Maschinenfabrik Esslingen" (1902) wird der Betrieb noch bis 1913 fortgef├╝hrt
Nach 1913 Nach der Betriebseinstellung und Verlagerung nach Esslingen (1913) werden gro├če Teile der Bebauung abgerissen, und das Grundst├╝ck wird in unterschiedlicher Form weiter benutzt.
1928 Bau der staatlichen Frauenklinik auf einem Teil des ehemaligen Betriebsgel├Ąndes
1988 Ein Teil des ehemaligen Betriebsgel├Ąndes (Bereich des Gaswerks / der Kesselschmiede) geht in das Eigentum der Stadt Stuttgart ├╝ber.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Aufz├╝ge 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Centrifugen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Dampfkessel 1852 Beginn (Angliederung der Kesselschmiede) 1902 Kuhn zu ME 1860: da bestimmt schon; 1902: Kuhn zu ME
Dampflokomotiven (Kleinloks) 1871 Beginn (an Sch├Âttle & Schuster) 1871 Ende (an S├╝ddt. Eisenbahnbauges.) Kuhn baute nur drei Bn2t-"Erdtransportlokomotiven" mit den Kessel-Fabr.-Nr. 822 - 824 (Baujahr 1871)
Dampfmaschinen 1853 Beginn 1902 Kuhn zu ME  
Dampfpumpen 1860 Erste Erw├Ąhnung 1902 Kuhn zu ME 1860: da bestimmt schon
Dampfstra├čenwalzen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
F├Ârdermaschinen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
F├Ârdermaschinen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Gebl├Ąsemaschinen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
hydraulische Pressen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Heizungs-Einrichtungen 1889 Erste Erw├Ąhnung 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Lokomobilen 1858 Beginn 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Maschinen-, Bau- und Ornamentgu├č 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Petroleum-Motoren 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Pumpwerke 1889 Erste Erw├Ąhnung 1889 Letzte Erw├Ąhnung  
Transmissionen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Turbinen nach Girard-System 1889 Erste Erw├Ąhnung 1889 Letzte Erw├Ąhnung  
Turbinen nach Jonval-System 1889 Erste Erw├Ąhnung 1889 Letzte Erw├Ąhnung  
vollst├Ąndige Einrichtungen f├╝r Brauereien 1860 Erste Erw├Ąhnung 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1860: Vermutung; 1885: Bericht von einer Brauerei in N├╝rtingen
vollst├Ąndige Einrichtungen f├╝r Brennereien 1860 Erste Erw├Ąhnung 1870 Letzte Erw├Ąhnung 1860/70: Vermutungen
vollst├Ąndige Einrichtungen f├╝r Gerbereien 1860 Erste Erw├Ąhnung 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1860/70: Vermutungen
vollst├Ąndige Einrichtungen f├╝r Mehlm├╝hlen 1860 Erste Erw├Ąhnung 1870 Letzte Erw├Ąhnung 1860/70: Vermutungen
vollst├Ąndige Einrichtungen f├╝r Wasserwerke 1860 Erste Erw├Ąhnung 1902 vmtl. bis zur Schlie├čung 1860: Vermutung
vollst├Ąndige Einrichtungen f├╝r Zuckerfabriken 1860 Erste Erw├Ąhnung 1870 Letzte Erw├Ąhnung Zeitraum gesch├Ątzt - keine Quellen!
vollst├Ąndige Einrichtungen von chemischen Fabriken 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
vollst├Ąndige Einrichtungen von S├Ągem├╝hlen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
vollst├Ąndige Einrichtungen von Tricot-Fabriken 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Ventilations-Einrichtungen 1889 Erste Erw├Ąhnung 1889 Letzte Erw├Ąhnung  
Walzenzugmaschinen 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Wasser-Motoren 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108] 1900 [Reichs-Adre├čbuch (1900) D 108]  
Wasserr├Ąder der mannigfaltigsten Konstruktion 1889 Erste Erw├Ąhnung 1889 Letzte Erw├Ąhnung  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfhammer 05.1854 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 10.1854 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 08.1857 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1882 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Lilienthal-Dampfmaschine 10.05.1884 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Lilienthal-Dampfmaschine 01.1885 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1885 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 03.1887 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 06.1887 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfpumpe 06.07.1887 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Lilienthal-Dampfmaschine 10.1889 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 11.1889 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 01.1890 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 10.1892 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 01.1893 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 15.02.1893 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Lokomobile 1893 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 07.1893 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1895 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfpumpe 1896 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfpumpe 1896 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1897 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfpumpe 1898 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1898 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfpumpe 11.1909 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn
Dampfpumpe 11.1909 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgie├čerei von G. Kuhn




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1852 30        
1859 249        
1868 409        
1877   367 57   57 B├╝rokrafte. 47 Mitarbeiter sind schon ├╝ber 15 Jahre im Unternehmen. Summenbildung nicht m├Âglich, da Techniker und Lehrlinge nicht genannt
1879 438        
1881 500       ca. 500
1887 642        
1889 650     30  
1894 950        
1900 1246        




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1902 Anschlu├č (Namensverlust) danach Maschinenfabrik Esslingen Kuhn + ME = ME