Escher Wyss & Co.

Allgemeines

FirmennameEscher Wyss & Co.
OrtssitzZürich
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenHier: Hauptsitz Zürich. 1949: Escher Wyss Maschinenfabriken AG. Seit 1969 zu "Sulzer AG" und ab 1983: "Sulzer-Escher-Wyss AG"., Seit 1990 Umnutzung des Werksgeländes in der Hard zum "Technopark".
Quellenangaben[VDI 47 (1903) 1162] [Guide to Swiss hydraulic developments (1926) 520] [Matschoss: Entw Dampfmasch (1908) I, 212] http://www.escher-wyss-areal.ch




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
10.03.1805 Gründung einer Spinnerei am Neumühlequai (Stampfenbach) unter Mitwirkung von 8 Männern durch Hans Caspar Escher vom Felsenhof (1775-1859) zusammen mit dem Bankier und juristischen Berater Salomon von Wyss (1769–1827) mit einem Kapital von 80.000 Gulden. - Bald beginnt eigener Maschinenbau (Spinnereimaschinen) als erste Maschinenfabrik der Schweiz.
1807 Die ersten nach englischen Vorbildern gebauten Spinnmaschinen arbeiten in der Neumühle
02.1807 Der Begründer des Werks kann im Februar seinen Geschäftsteilhabern das erste Garn zeigen, das er mit einer selbst gebauten Maschine gewonnen hat.
1810 Beginn des Maschinenbaues für den fremden Bedarf
1831 Bau des ersten Dampfkessels der Schweiz
1836 Bau des ersten Dampfschiffs, der "Linth-Escher", für den Walensee
1837 Der Bau stationärer Dampfmaschinen wird aufgenommen.
1839 Die erste Dampfmaschine wird in Betrieb gesetzt.
1840 Eröffnung einer Filiale von Escher-Wyss (Dampfmaschinen) in Leesdorf (Niederösterreich)
1841 Einführung oszillierender Schiffsmaschinen
1844 Einführung schrägliegender Schiffsmaschinen
1844 Bau der ersten Wasserturbinen
1850 Bau der 50. Stationärmaschine
1850 Aufnahme des Baus liegender Dampfmaschinen, bisher nur Balanciermaschinen erbaut
1851 Aufnahme des Baus von Schraubenschiffen / Baunr. 41 für Lago Maggiore "Benedek"
1856 Gründung des Zweigwerks in Ravensburg
1856-1866 In der Zeit 1856-66 Bau von 35 Dampflokomotiven. - Danach erfolgt kein weiterer Lokomotivbau.
1857 Aufnahme des Baus von stationären Woolf'schen Maschinen (mit zweistufiger Expansion)
1859 Aufnahme des Baus Woolf'scher Schiffsmaschinen (mit zweistufiger Expansion)
29.08.1859 Tod des Begründers nach kurzem Kranksein in Neumühle
1860 Schließung der Spinnerei, Konzentration auf den Maschinenbau unter der Direktion von Hans Zoelly
1862 Auszeichnung auf der Weltausstellung in London für eine zweizylindrige Schaufelrad-Dampfmaschine mit Expansion für originellen Entwurf, gute Arbeit und gute Anrodnung - herausragend in jeder Beziehung
1870 Aufnahme des Baus stationärer Verbundmaschinen
1871 Aufnahme des Baus stationärer Maschinen mit Corliss-Hahnsteuerung
1871 Aufnahme des Baus stationärer Maschinen mit Colmann-Ventilsteuerung
1883 Aufnahme des Baus schrägliegender Verbundmaschinen / Baunr. 353 für die Donau "Olga"
1887 Einführung schräglieg. Dreifachexpansionsmaschinen / Baunr. 407: Lago Maggiore "Italia"
1888 Heinrich Zoelly wird technischer Leiter bei Escher-Wyss
1888 Einführung der Frikart-Drehschiebersteuerung (der Corliss-Steuerung ähnlich)
1888 Erwerb einer Lizenz zum Bau von Dampfbooten mit Petroleumkesseln und Verbundmaschinen von der Firma "Lifu - Liquid Fuel Engineering Co. Ltd., Cowes (Isle of Wight)"
1889 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft
1889 Baubeginn des Industrieareals im "Hard"
1891 Auf der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt a.M. wird ein weitgehend aus Aluminium erbautes Dampfboot vorgeführt welches Aufsehen erregt
1891-1894 Bau einer Frikart-Drehschiebermaschine mit Schwungradgenerator für eigenes Werk Hard (1891/94)
1894 Bezug des neu erbauten Werkes in Hard bei Zürich
1894 Aufnahme des Baus sogenannter Naphtaboote, bei denen anstelle von Wasser Naphta, welches auch den Kessel beheizt, verdampft wird
1894 Fertigstellung des Industrieareals im "Hard"
1903-1904 Zoelly entwickelt seine zweigehäusige Gleichdruckturbine
1903 Die von Heinrich Zoelly gebaute mehrstufige Aktionsturbine wird fertiggestellt. Sie entstand mit der Beratung durch Aurel Stodola
1904 Das "Zoelly-Syndikat", ein bis 1923 (oder 1929?) bestehender Unternehmensverbund (Escher Wyss, MAN, ...), der die Produktion und Weiterentwicklung der vom Schweizer Ingenieur Heinrich Zoelly konstruierten Gleichdruckdampfturbine betreibt, wird geschaffen.
1910 Aufgabe des Baus stationärer Dampfmaschinen
1913 Aufgabe des Dampfschiffbaus mit der Bau-Nr. 589: Rhone-Raddampfer "Ville de Lyon"
01.05.1913 bis 31.07.1913 Die Firmen J. M. Voith, Escher Wyss & Cie. (Zürich), Briegleb, Hansen & Co., Amme, Giesecke & Konegen AG schließen sich im Zeitraum Mai/Juli 1913 unter der Führung von Voith zu einer Interessengemeinschaft deutsch-schweizerischer Turbinenhersteller zusammen, die im März 1920 um Piccard-Pictet & Cie., Escher Wyss & Cie. (Ravensburg) und J. M. Voith (St. Pölten) erweitert wird. Die Vereinigung wird auch "Turbinenvereinigung" oder "Kaplan-Vereinigung" genannt. Viktor Kaplan selbst bezeichnet sie als "Anti-Kaplan-Syndikat"
1914 Aufgabe des Dampfmaschinenbaues um 1914
1916 Eröffnung einer Escher-Wyss-Filiale in Lindau (Bodensee)
1919 Die Schweizerischen Bundesbahnen greifen den Vorschlag von Escher-Wyss zum Umbau einer Dampflokomotive zur Turbinenlok auf. Die 1'C-n2-Personenzuglokomotive wird durch Escher-Wyss und SLM umgebaut. Sie erhält eine Zoelly-Turbine (sechsstufige Gleichdruckturbine, 750 kW, n= 6500 U/min) und Kondensation. 1924 wird sie wieder an den Hersteller zurückgegeben.
1920 Eröffnung einer Escher-Wyss-Filiale in Scio (Venetien)
1922 Bau des Seitenradschleppers "Zürich" mit Zoelly-Dampfturbinenantrieb für den Rhein
21.10.1922 Es findet ein Schiedsgerichtsverfahren zwischen der Interessengemeinschaft deutsch-schweizerischer Turbinenhersteller (Voith, Escher Wyss & Cie., Amme, Giesecke) statt. Viktor Kaplan erklärt sich bereit, seine dreidimensionale Turbinentheorie dem Konzern zu übergeben. Bis dahin zahlt der Konzern die fälligen Lizengebühren nicht.
1927 Escher-Wyss baut für das Kraftwerk im Siemens-Kabelwerk eine Gleichdruckturbine für 30 t/h mit einem Eintrittsdampfzustand von 180 bar und 420 øC. Die Höchstleistung der Turbine beträgt 3000 kW bei 6000 U/min.
1931 Zoelly ist bis 1931 technischer Leiter bei Escher-Wyss
01.12.1931 Escher-Wyss ist zahlungsunfähig, Gründung einer Auffanggesellschaft durch die Banken. - Diese ziehen sich in den 1930er Jahren zurück; Unterstützung durch Stadt und Kanton.
1935 Umbenennung aus "Escher, Wyss & Cie." in "Escher-Wyss AG"
1939 Aufgabe des Schiffbaus mit der Bau-Nr. 602: Thunersee-Motorschiff "Thun"
1941 Einstieg der Familie Schmidheiny
1966 Beteiligung von Sulzer mit 53 %
1966 Die "Sulzer AG" (Winterthur) übernimmt die Mehrheit der Escher-Wyss-Aktien.
1967 Prof. Osterwalder (seit 1944 bei EWC) folgt einer Berufung an die TH Darmstadt. Er war zuletzt als Leiter der hydraulischen Forschungsabteilung.
1969 Hundertprozentige Eingliederung der "Escher-Wyss" in die "Sulzer AG"
1983 Gründung der "Sulzer-Escher Wyss AG" mit den Kernproduktionsbereichen Hydraulik und thermische Turbomaschinen
1990 Das ehemalige Industrieareal in der "Hard" wird gemischt genutzt, neu geplant und überbaut.
1995 Völlige Integration in den Sulzer-Konzern und Streichung des Namens Escher-Wyss aus der Firmenbezeichnung
1999 Verkauf des Geschäfts Wasserkraftmaschinen an die österreichische VA Tech
2001 Verkauf des Turbokompressoren-Geschäfts an die MAN




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Baumwollgarn 1805 Beginn als Spinnerei 1860 Ende, nur noch Maschinenbau  
Dampfkessel 1903 Erste Erwähnung 1903 Letzte Erwähnung  
Dampflokomotiven 1856 Beginn 1866 Ende (nur 33 Loks gebaut) davon 13 nach Italien und 10 nach Ostindien
Dampfmaschinen 1839 Beginn 1878 Weltausstellung 1878: auch Maschinen mit Collmann-Steuerung
Dampfschiffe 1836 Erste Erwähnung   Letzte Erwähnung 1836 Baubeginn
Eismaschinen 1912 Erste Erwähnung 1912 Letzte Erwähnung  
Land-Dampfturbinen 1912 Erste Erwähnung 1912 Letzte Erwähnung System Zoelly, bis Ende 1911: 1.871.300 PS gesamt
Papiermaschinen 1908 Erste Erwähnung 1912 Letzte Erwähnung  
Schiffsdampfmaschinen 1836 Erste Erwähnung 1912 Letzte Erwähnung  
Spinnereimaschinen 1805 Erste Erwähnung 1810 Letzte Erwähnung Beginn 1805, ab 1810 auch für andere Firmen
Turbopumpen 1912 Erste Erwähnung 1912 Letzte Erwähnung  
Wasserräder 1805 Erste Erwähnung   Letzte Erwähnung 1805 Baubeginn, bis 1810 nur Eigenbedarf
Wasserturbinen 1898 Erste Erwähnung 1949 Letzte Erwähnung 1912: 2362 Francis- und 2648 Freistrahlt. geliefert [VDI 56 (1912) H. 49, Anh. S. 77]




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1969 Zusammenschluß, neuer Name zuvor Gebr. Sulzer AG